10 Euro Freebet ohne Einzahlung bei Sportwetten: was sie kostet und wer sie wirklich anbietet

Updated Oktober 2026
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Eine 10-Euro-Freebet ohne eigene Einzahlung klingt nach geschenktem Geld, ist aber bei lizenzierten deutschen Buchmachern so gut wie nicht zu haben. Wer in Deutschland mit Erlaubnis Sportwetten anbietet, knüpft ein Willkommensangebot praktisch immer an eine erste Einzahlung; Anbieter, die mit „ohne Einzahlung“ werben, sitzen meistens außerhalb der deutschen Regulierung. Wer das Angebot dennoch versteht, sollte zuerst wissen, was eine Freebet überhaupt ist: ein Wettguthaben, dessen Einsatz im Gewinnfall nicht mit ausgezahlt wird. Daraus folgt, dass eine nominelle 10-Euro-Freebet real nur einen Bruchteil davon wert ist. Im Folgenden wird erläutert, was der Begriff bedeutet, welche Regeln in Deutschland gelten, was eine Freebet rechnerisch kostet – und welche zehn Anbieter auf der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder derzeit eine Sportwetten-Erlaubnis besitzen.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Stapel Euro-Münzen auf einem dunklen Holztisch, seitlich von einer Schreibtischlampe beleuchtet.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.

Aktualisiert am 17. Oktober 2026; geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Halle (Saale).

Grundlagen einer Freebet: was sie ist und was nicht

Eine Freebet ist kein Bargeld und kein Bonusgeld, das frei auf dem Wettkonto liegt. Sie ist ein zweckgebundenes Wettguthaben, das ein Buchmacher einem Konto gutschreibt und das ausschließlich als Einsatz für eine Sportwette verwendet werden kann. Wird die Wette gewonnen, schreibt der Buchmacher in der Regel nur den Reingewinn gut, der Einsatz der Freebet selbst bleibt bei ihm. Eine 10-Euro-Freebet zu einer Quote von 2,00 bringt im Erfolgsfall also 10 Euro Gewinn, nicht 20 Euro zurück. Genau dieser Mechanismus ist der Grund, warum „kostenlos“ in der Werbung meistens mehr verspricht, als die Freebet am Ende hält.

Ein Fußball liegt auf dem Elfmeterpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine Tribüne im Dunst.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Was der Begriff Freebet meint

„Freebet“ hat sich im deutschen Markt als Sammelbegriff für Wettguthaben eingebürgert, das der Buchmacher schenkt – unabhängig davon, ob es „Freiwette“, „Gratiswette“ oder „Wett-Credits“ heißt. In den Geschäftsbedingungen der einzelnen Anbieter steht selten der Begriff Freebet; sie sprechen von „Wett-Credit“ (bet365), „Freebet“ (Winamax, MERKUR BETS), „Gratiswette“ (bet-at-home) oder schlicht von einem Bonus, der nur für Wetten eingesetzt werden darf. Rechtlich ist die Freebet in der Regel ein Bonus im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags; der Betreiber kann sie an Bedingungen knüpfen, die nicht zwingend im Werbeversprechen auftauchen.

Die zentrale Eigenschaft jeder Freebet ist ihre Zweckbindung. Sie lässt sich nicht auszahlen, nicht für Casino-Spiele verwenden, nicht ohne weiteres auf ein anderes Konto übertragen. In den meisten Fällen ist sie befristet, an eine Mindestquote gebunden und nur einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät oder Haushalt einsetzbar. Wer eine Freebet annimmt, akzeptiert diese Regeln mit – auch wenn die Werbung sie nicht eigens auflistet.

Freebet und Bonusgeld im Vergleich

Die Begriffe „Freebet“ und „Bonusgeld“ werden im Alltag oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Dinge. Bonusgeld wird dem Konto als reguläres Guthaben gutgeschrieben und kann – nach Erfüllung der Umsatzbedingungen – ausgezahlt werden. Die Freebet ist ein Sonderfall: Sie zählt nicht zum auszahlbaren Guthaben, sondern wird ausschließlich als Wetteinsatz verwendet; selbst bei einem Gewinn fließt nur der Reingewinn zurück, nicht der Freebet-Einsatz selbst. Wett-Credits, wie sie bet365 auf bet365.de bewirbt, funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Die Werbung verspricht „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und die Gewinne aus diesen Wetten enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Der Unterschied ist mehr als eine Fußnote. Wer mit Bonusgeld eine Wette zu einer Quote von 2,00 abschließt und 20 Euro einsetzt, hat im Gewinnfall 40 Euro auf dem Konto (20 Euro Einsatz zuzüglich 20 Euro Gewinn), die nach Erfüllung der Umsatzbedingungen ausgezahlt werden können. Wer mit einer 20-Euro-Freebet auf das gleiche Ergebnis setzt, hat im Gewinnfall 20 Euro Gewinn auf dem Konto, die in der Regel ausgezahlt werden können, aber den 20-Euro-Einsatz der Freebet nicht zurück. Beide Male 20 Euro Einsatz, aber nur das Bonusgeld ist im Erfolgsfall vollständig zurückgezahlt.

Warum der Einsatz nicht zurückkommt

Die Regel, dass der Einsatz der Freebet im Gewinnfall beim Buchmacher bleibt, ist keine Schikane, sondern die Geschäftsgrundlage des Angebots. Eine Freebet ist im wirtschaftlichen Sinn eine Wette, deren Einsatz der Buchmacher übernimmt; übernimmt er den Einsatz, ist es konsequent, dass er ihn bei einem Gewinn nicht zusätzlich auszahlt. Wer das anders modelliert – etwa eine 10-Euro-Freebet, die bei einer 2,00-Wette 20 Euro zurückbringt – , hat im Grunde eine risikofreie Wette und kein geschenktes Wettguthaben mehr. Genau diese Variante existiert bei manchen Anbietern unter dem Etikett „risikofreie Wette“ oder „Money-Back-Special“: Die Wette wird ganz normal mit eigenem Geld platziert, geht sie verloren, wird der Einsatz bis zu einer Obergrenze als Freebet oder Bonus erstattet. Das ist nicht dasselbe wie eine 10-Euro-Freebet von Anfang an.

Die Konsequenz für den Spielenden: Eine 10-Euro-Freebet, die mit 1,90 auf eine Wette mit ausgeglichenen Quoten gesetzt wird, hat rechnerisch einen Wert von rund 4,50 Euro – nicht 10 Euro. Wer den nominellen Wert der Freebet als Maßstab nimmt, überschätzt den tatsächlichen Vorteil deutlich.

Wie Freebets typischerweise ausgezahlt werden

In den meisten Fällen wird der Reingewinn aus einer Freebet nach Ende des Ereignisses als reguläres Guthaben oder als auszahlbarer Betrag gutgeschrieben. Der Buchmacher behält sich jedoch vor, Gewinne aus Freebets an weitere Bedingungen zu knüpfen – etwa eine erneute Umsatzanforderung, eine Obergrenze für die Auszahlung oder einen Zeitraum, in dem der Gewinn verwendet werden muss. Bei Winamax sind die Freebets selbst an keine Umsatzbedingung gebunden, aber die Einzahlung, die sie auslöst, muss einmal umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist; Cashout und stornierte Wetten zählen dabei nicht. Bei MERKUR BETS muss eine Freebet innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt werden, und sie gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Solche Feinheiten stehen in den AGB, nicht in der Werbung.

Rechtslage in Deutschland: Erlaubnis, Whitelist und der „ohne Einzahlung“-Markt

Wer in Deutschland Sportwetten anbietet, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Sie wird nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 erteilt, der am 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist. Die Erlaubnis ist an Auflagen geknüpft: ein monatliches Einzahlungslimit, die Anbindung an das Sperrsystem OASIS, eine vollständige Verifizierung des Spielers und die Zahlung über ein Konto auf eigenen Namen. Wer ohne diese Erlaubnis Wetten an deutsche Kunden vermittelt, bewegt sich außerhalb des legalen Rahmens. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt die Anbieter, die eine solche Erlaubnis besitzen, in einer öffentlichen Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV). Sie ist die einzige zuverlässige Quelle, um die Frage „ist dieser Buchmacher in Deutschland erlaubt?“ zu beantworten.

Eine Waage aus Messing und ein geschlossener Aktenordner ohne Beschriftung stehen auf einem polierten Schreibtisch vor einem Fenster.
Als Anbieter von Betano führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Whitelist der GGL als einziger Test

Die Whitelist wird von der GGL in Halle (Saale) geführt und im Internet unter glücksspiel-behoerde.de veröffentlicht. Der Stand vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge aus: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, von denen zwei zusätzlich eine Pferdewetten-Erlaubnis halten, sowie drei Inhaber einer ausschließlichen Pferdewetten-Erlaubnis. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber die Endung .de allein beweist noch keine Erlaubnis – sie ist nur dann ein Indiz, wenn die Domain auch in der Whitelist auftaucht. Eine Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV für fünf Jahre erteilt; die Whitelist zeigt das Datum der Erteilung, aber kein Enddatum. Folgeerlaubnisse werden nach Ablauf neu ausgestellt.

Ein häufiger Trugschluss: Eine maltesische, curaçaoische oder Anjouan-Lizenz ist in Deutschland kein Ersatz für die GGL-Erlaubnis. Solche Lizenzen werden in anderen Rechtsordnungen vergeben, haben aber im Geltungsbereich des Glücksspielstaatsvertrags keine Wirkung. Ein Anbieter, der mit einer solchen Lizenz wirbt, ist in Deutschland unerlaubt tätig, auch wenn die Werbung seriös wirkt. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und in diesem Zusammenhang unter anderem „Platincasino“ genannt.

Warum „ohne Einzahlung“ bei lizenzierten Anbietern selten ist

Die Geschäftsidee hinter einer Freebet ist, einen neuen Kunden an einen Buchmacher zu binden. Lizenzierte Anbieter in Deutschland stehen unter dem Druck, ihre Werbung so zu gestalten, dass sie nicht in Konflikt mit dem Glücksspielstaatsvertrag gerät. Eine Freebet, die ohne Einzahlung gewährt wird, schenkt dem Kunden einen Vorteil, ohne dass er sich festlegt – und sie untergräbt die Schutzregeln, die das Einzahlungslimit und die Verifizierungspflicht eigentlich absichern sollen. Die GGL schreibt zwar kein generelles Verbot von No-Deposit-Boni vor, aber die Praxis der Anbieter, die § 6a und § 6c des GlüStV umsetzen müssen, läuft auf einen Einzahlungs-bezogenen Bonus hinaus. Wer eine Freebet ohne Einzahlung anbietet, muss seine Geschäftsbedingungen so zuschneiden, dass die Identifizierung des Kunden dennoch vor der Auszahlung erfolgt – das funktioniert technisch, wird aber selten gemacht.

Die Ausnahmen, die es gibt, sind zeitlich eng befristet und an ein konkretes Ereignis gebunden. bet-at-home hat im Juni 2026 eine 10-Euro-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ angeboten, gültig für Neukunden, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten und ihre Wette bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platzierten. Gewinne aus dieser Gratiswette unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Das war keine dauerhafte Werbung, sondern eine WM-bezogene Aktion, und sie funktionierte, weil das Ereignis selbst die Aufmerksamkeit bündelte. Die Freebet selbst war 10 Euro wert – nominell genau der Betrag, nach dem viele Suchanfragen suchen. Sie ist eine Ausnahme, nicht die Regel.

Der Zusatz „ohne OASIS“ und seine Folgen

Einige Werbeanzeigen werben mit „ohne OASIS“ oder „ohne Sperrdatei“ – also einem Verfahren, bei dem der Anbieter die Anbindung an das zentrale Spielersperrsystem umgeht. OASIS ist die Abkürzung für „Online-Abfrage Spielerstatus“ und wird nach §§ 8, 8a GlüStV bei jeder Registrierung und bei jedem Login automatisch abgefragt. Wer in OASIS gesperrt ist, darf in keinem lizenzierten deutschen Wett- oder Spielangebot spielen. Das gilt für eine Selbstsperre von mindestens drei Monaten, wenn der Spieler selbst eine Frist gesetzt hat, und für mindestens ein Jahr, wenn die Sperre von einem Dritten (etwa einem Angehörigen) veranlasst wurde.

Ein Anbieter, der „ohne OASIS“ wirbt, wirbt im Klartext damit, dass er sich nicht an dieses System anschließt. Damit ist er in Deutschland nicht erlaubt, denn die OASIS-Anbindung ist eine Voraussetzung für die Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag. Wer auf eine solche Werbung hereinfällt, spielt unerlaubt – mit allen Konsequenzen, die das haben kann: keine Auszahlungsgarantie, kein Zugriff auf das deutsche Sperrsystem, kein Verbraucherschutz nach GlüStV.

Was die GGL ausdrücklich vor illegalen Angeboten warnt

Die GGL hat in den vergangenen Monaten mehrfach vor illegalen Glücksspielangeboten gewarnt. Am 17. September 2026 hat sie einen Schlag gegen illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe begrüßt und Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor Angeboten wie „Platincasino“ gewarnt. Die Behörde kann nach § 9 GlüStV Zahlungs- und Netzblockaden anordnen, um unerlaubte Angebote zu unterbinden; das ist eine wirksame Waffe, die allerdings nur gegen Anbieter greift, die im deutschen Zahlungsverkehr aktiv sind. Spieler, die sich auf unerlaubte Plattformen einlassen, riskieren mehr als nur den Verlust ihrer Einzahlung – die zivilrechtliche Durchsetzung von Rückzahlungsansprüchen ist ungewiss, auch wenn der Bundesgerichtshof und der Europäische Gerichtshof derzeit die Frage klären, ob Anbieter ohne deutsche Lizenz zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können.

Spielerschutz: OASIS, LUGAS und das 1.000-€-Limit

Die Werbung um Freebets und Boni lenkt leicht davon ab, dass jeder Klick auf einen deutschen Buchmacher in ein Schutzregime eingebettet ist, das international ungewöhnlich streng ist. Drei Bausteine bestimmen das: die Spielersperre OASIS, die Limitdatei LUGAS und die Pflicht zur vollständigen Verifizierung. Wer das Regime ignoriert, spielt entweder gar nicht – oder unerlaubt.

Anonym spielen ist in Deutschland ausgeschlossen

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 verlangt nach § 6a, dass jeder Anbieter jeden Spieler vor dem ersten Echtgeldeinsatz identifiziert. Dazu gehört ein gültiger Ausweis, eine Adresse und ein Geburtsdatum; die Volljährigkeit wird nach § 4 Abs. 3 mit 18 Jahren angesetzt. Anbieter dürfen Spielern für die Dauer der Verifizierung ein vorläufiges Konto einrichten, das maximal 72 Stunden aktiv bleibt und ein Einzahlungslimit von 100 Euro hat; in dieser Phase sind Auszahlungen ausgeschlossen. Wer also eine 10-Euro-Freebet ohne Einzahlung erhält, sollte damit rechnen, dass die Verifizierung vor der ersten Auszahlung von Gewinnen nachgeholt wird – das ist der Normalfall und kein Sonderfall.

Das 1.000-€-Limit und seine Ausnahmen

Das monatliche Einzahlungslimit beträgt nach § 6c Abs. 1 GlüStV 1.000 Euro pro Spieler, kumuliert über alle lizenzierten Anbieter hinweg. Die Limitdatei LUGAS sorgt dafür, dass eine Einzahlung über das Limit hinaus blockiert wird. Eine Erhöhung des Limits ist möglich, aber an Bedingungen geknüpft: Der Anbieter muss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Spielers nachweisen, eine Selbsterklärung reicht nicht. Bis zu 10.000 Euro kann ein Anbieter im Einzelfall freigeben, ein Kollektiv von 10.000 bis 30.000 Euro nur für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen – eine Schutzregel, die verhindert, dass im Spielrausch kurzfristig hohe Beträge freigeschaltet werden.

OASIS und der Panikbutton

Die Spielersperre OASIS wird bei jeder Registrierung und jedem Login abgefragt. Wer eine Selbstsperre setzt, wird automatisch bei allen angeschlossenen Anbietern gesperrt; eine Aufhebung der Sperre ist frühestens nach Ablauf der selbst gesetzten Frist (mindestens drei Monate) möglich. Die Aktivitätsdatei LUGAS verhindert zudem das parallele Spielen bei mehreren Anbietern – ein Mechanismus, der den Versuch unterbindet, durch Aufteilung der Einsätze Limits zu umgehen. Wer beim Spielen die Kontrolle verliert, hat mit dem Panikbutton nach § 6i Abs. 3 die Möglichkeit, sich sofort für 24 Stunden sperren zu lassen; eine solche Sperre lässt sich nicht vorzeitig aufheben. Diese Mechanismen funktionieren nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen – sie haben ihre eigenen Sperrverfahren oder gar keine.

Neukundenangebot und Freebet-Mechanik: Boni, Freebets und Wett-Credits

Wer nach „10 Euro Freebet ohne Einzahlung“ sucht, stößt in der Werbung auf drei Begriffe, die nicht immer dasselbe meinen: „Freebet“, „Wett-Credits“ und „Bonusgeld“. Wer das eigene Angebot versteht, muss die Mechanik dahinter kennen. Sie entscheidet, was die Freebet tatsächlich wert ist und unter welchen Bedingungen Gewinne ausgezahlt werden.

Wett-Credits, Freebets, Bonusgeld: drei Begriffe, ein Prinzip

Wett-Credits, wie sie bet365 auf bet365.de bewirbt, sind funktional identisch mit Freebets. Die Werbung verspricht „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und die Gewinne aus diesen Wetten enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Wett-Credits werden zudem nicht automatisch mit der Registrierung gutgeschrieben, sondern erst, wenn der Spieler Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung abgerechnet hat. Auch hier gilt also: Eine Freebet ohne Einzahlung sieht bet365 nicht vor.

Winamax wiederum bewirbt sein Willkommensangebot mit „100 % bis zu 100 € in Freebets“, verzichtet aber auf eine Umsatzbedingung für die Freebets selbst. Die Einzahlung, die das Angebot auslöst, muss einmal umgesetzt werden, allerdings nur bis zu einer Obergrenze von 100 Euro und nur zu einer Mindestquote von 1,05. Cashout und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Für Spieler, die ohnehin eine Einzahlung planen, ist das ein faires Angebot; für Spieler, die nach einer Freebet ohne Einzahlung suchen, ist es keines.

Bonusgeld ist die dritte Variante. Bei bwin gibt es einen klassischen Einzahlungsbonus, der das Konto um einen bestimmten Prozentsatz der Einzahlung aufstockt; dieses Bonusgeld ist nicht auszahlbar, bevor eine Umsatzbedingung erfüllt ist. Bei Tipwin beträgt der Willkommensbonus 100 % der Einzahlung bis zu 100 Euro; Einzahlung und Bonus müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Live-Wetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 Euro, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 werden angerechnet. Die Bedingungen sind in jedem Fall strenger als bei einer Freebet, weil das Bonusgeld den vollen Einsatz zurückbringen kann, sobald die Wette gewonnen wird.

Mindestquote, Umsatz und Fristen

Die drei wichtigsten Stellschrauben, an denen ein Anbieter den Wert eines Bonus oder einer Freebet reguliert, sind die Mindestquote, die Umsatzanforderung und die Frist. Eine Mindestquote von 1,80 schließt Wetten auf klare Favoriten weitgehend aus und zwingt den Spieler, Wetten mit höherem Risiko zu platzieren. Eine Umsatzanforderung von „fünfmal Bonus und Einzahlung“ verlangt, dass ein Spieler bei einem 100-Euro-Bonus mit 100 Euro Einzahlung insgesamt 1.000 Euro an Wetten platziert, bevor er auszahlen kann. Eine Frist von 60 Tagen setzt dem Ganzen eine zeitliche Grenze; wer sie verpasst, verliert den Bonus.

Die Frist, die in der Werbung am seltensten auftaucht, ist oft die teuerste. Wettstar gibt dem Neukundenbonus 60 Tage Zeit, fünfmal umgesetzt zu werden; danach verfällt der Bonusbetrag. Bei MERKUR BETS muss die Freebet aus dem „MERKUR BETS CLUB“ innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt wird. Wer eine solche Frist verpasst, hat am Ende gar nichts von dem Angebot.

Was eine 10-Euro-Freebet rechnerisch wert ist

Eine Freebet ist kein geschenktes Geld, sondern eine Wette, deren Einsatz der Buchmacher trägt. Der reale Wert einer Freebet hängt davon ab, auf welche Quote sie gesetzt wird. Wer eine 10-Euro-Freebet auf eine Wette zu 2,00 setzt, gewinnt mit 50 % Wahrscheinlichkeit 10 Euro – im Erwartungswert also 5 Euro. Da der Buchmacher aber auch eine Marge kassiert, sinkt der Wert je nachdem, wie hoch oder niedrig die Quote im Verhältnis zur „fairen“ Wahrscheinlichkeit ist. Auf einem ausgeglichenen Markt, der mit 1,90 gegen 1,90 quotiert wird, sieht die Rechnung so aus: Die Auszahlungsquote des Marktes (1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90)) liegt bei 95 %; der erwartete Wert der Freebet ist dann 10 Euro × (1,90 − 1) / 1,90 × 0,95 ≈ 4,50 Euro. In einem typischen Korridor, in dem die Quoten eines Zwei-Wege-Marktes zwischen 1,80 und 2,20 liegen, bewegt sich der reale Wert einer 10-Euro-Freebet zwischen etwa 4,00 und 5,00 Euro.

Der Wert ist ein statistischer Erwartungswert, kein versprochener Gewinn. Wer mit der Freebet verliert, hat 0 Euro; wer gewinnt, hat zwischen 8 Euro (Quote 1,80) und 12 Euro (Quote 2,20) – im Mittel 4,50 Euro, wenn die Quote bei 1,90 liegt. Wer den Bonus mit einer möglichst hohen Quote spielt, zieht den Wert nach oben, riskiert aber auch eine höhere Verlustwahrscheinlichkeit. Wer auf Quote 1,20 spielt, gewinnt fast sicher 2 Euro (10 × 0,20 / 1,20 ≈ 1,67 Euro abzüglich Marge), hat im Erwartungswert aber kaum etwas vom Bonus.

Kostenbeispiele aus den AGB der Anbieter

Die Spannweite der Freebet-Bedingungen lässt sich an drei Beispielen aus den AGB der Anbieter verdeutlichen. Bei Tipwin werden nur verifizierte Konten mit dem Willkommensbonus belohnt; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann den Bonus erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Bei bpremium müssen Bonusgewinne aus Sportwetten vor der Auszahlung fünfmal den Bonusbetrag und fünfmal die zugehörige Einzahlung umsetzen, und zwar nur bei Dezimalquoten ab 1,7.

Wettstar geht mit seinem Neukundenangebot einen anderen Weg: 20 Euro werden direkt nach der Anmeldung gutgeschrieben, dazu kommt ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 Euro, der bei einer Mindesteinzahlung von 1 Euro ausgelöst wird. Beide Beträge sind nicht auszahlbar; sie müssen vor einer Auszahlung mindestens fünfmal eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen. Wer das Angebot annimmt, sollte sich darauf einstellen, in den kommenden zwei Monaten 200 Euro an Wetten zu platzieren – nicht unmöglich, aber kein Geschenk.

Zehn Anbieter auf der Whitelist im Vergleich

Die folgende Tabelle fasst zusammen, welche zehn Anbieter auf der Whitelist der GGL (Stand 2. Oktober 2026) eine Sportwetten-Erlaubnis besitzen. Die Tabelle ersetzt keine Lektüre der AGB; sie zeigt, wer überhaupt mit deutschem Pass spielen darf, wer hinter der Marke steht und seit wann die Erlaubnis läuft.

Marke Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sitz Erlaubnis seit
Betano Erlaubt; Betkick Sportsbetting Limited San Ġiljan, Malta 19.02.2021
Sportingbet Erlaubt; Sportingbet (Deutschland) Limited nicht genannt 09.10.2020
Wettarena Erlaubt; I.B.C. Sportsbetting Limited Sliema, Malta 09.10.2020
Winamax Erlaubt; WINAMAX (Société anonyme) Frankreich 29.06.2021
NEO.bet Erlaubt; Greenvest Betting Limited nicht genannt 09.10.2020
AdmiralBet Erlaubt; Greentube Betting Malta Limited Malta 09.10.2020
Interwetten Erlaubt; Interwetten Gaming Limited nicht genannt 02.11.2020
bet-at-home Erlaubt; Bet-at-home.com Internet Limited nicht genannt 02.11.2020
Tipico Erlaubt; Tipico Co. Limited St. Julian’s, Malta 09.10.2020
MERKUR BETS Erlaubt; Merkur Bets Malta Limited Malta 06.11.2023

Alle genannten Anbieter besitzen eine Sportwetten-Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV und sind in der Whitelist eingetragen, die nach § 9 Abs. 8 als amtliches Verzeichnis gilt. Eine Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt; die Whitelist nennt das Datum der Erteilung, aber kein Enddatum. Eine Folgeerlaubnis muss nach Ablauf neu beantragt werden; einige der genannten Anbieter haben bereits eine Folgeerlaubnis erhalten (etwa AdmiralBet mit Erlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024).

Betano – Fußballquoten mit grenznahem Auftritt

Betano gehört zur griechischen Kaizen-Gruppe und wird in Deutschland von der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Ġiljan auf Malta betrieben. Die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 19. Februar 2021 erteilt, eine Folgeerlaubnis folgte am 16. Dezember 2022. Das Fußball-Angebot gehört zum Kern des Wettprogramms; für Neukunden gibt es ein klassisches Einzahlungsmodell. Eine 10-Euro-Freebet ohne Einzahlung sieht das Angebot nicht vor. Wer auf der Suche nach einer Freebet ohne Einzahlung ist, wird bei Betano nicht fündig; wer eine Einzahlung plant, findet ein solides Wettprogramm und einen Anbieter, der auf der Whitelist steht.

Sportingbet – Cash-Out nur bei Echtgeld-Wetten

Sportingbet wird in Deutschland von der Sportingbet (Deutschland) Limited betrieben, die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 (Folgeerlaubnis 21.12.2022). Bemerkenswert ist die Cash-Out-Regel, die in den Geschäftsbedingungen klar abgegrenzt wird: Cash Out ist nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Wer plant, eine Freebet mit Cash Out zu kombinieren, wird enttäuscht; wer mit Echtgeld spielt, hat die Funktion. Für Freebets bedeutet das: einmal gesetzt, läuft die Wette bis zum Ende durch.

Wettarena – Buchmacher aus der ersten Welle

Hinter der Marke Wettarena steht laut AGB die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Die Erlaubnis stammt aus der ersten Welle vom 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 15. Dezember 2022 erteilt. Wettarena ist kein großer Name im deutschen Markt, aber technisch ein vollwertiger Anbieter mit deutscher Lizenz. Wer den Anbieter ausprobieren möchte, sollte vor allem auf das Wettprogramm und die Bonusbedingungen achten; eine No-Deposit-Freebet ist auch hier nicht Teil des Angebots.

Winamax – Willkommensangebot ohne Freebet-Umsatz

Winamax ist die deutsche Dependance der französischen WINAMAX S.A. und besitzt die Erlaubnis seit dem 29. Juni 2021, mit einer Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022. Das Willkommensangebot ist ungewöhnlich: 100 % der ersten Einzahlung bis zu 100 Euro werden als Freebets gutgeschrieben, und die Freebets selbst unterliegen keinen Umsatzbedingungen. Die Einzahlung muss allerdings einmal umgesetzt werden (bis maximal 100 Euro), zu einer Mindestquote von 1,05. Cashout und stornierte Wetten zählen nicht. Wer 100 Euro einzahlt, spielt also 100 Euro zu Mindestquoten durch, hat im Erfolgsfall Freebets in derselben Höhe – und kann diese Freebets anschließend frei verwenden, ohne noch einmal umsetzen zu müssen. Das ist im deutschen Markt selten.

NEO.bet – Erlaubnis aus der ersten Welle

Hinter NEO.bet steht die Greenvest Betting Limited, die in der Whitelist mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 geführt wird. NEO.bet positioniert sich als Anbieter mit Fokus auf Sportwetten und Live-Wetten; ein eigenes No-Deposit-Angebot für Neukunden ist nicht Bestandteil der Standardwerbung. Wer eine deutsche Lizenz, ein schlankes Wettprogramm und moderate Bonusbedingungen sucht, ist hier richtig; wer eine 10-Euro-Freebet ohne Einzahlung erwartet, sucht anderswo weiter.

AdmiralBet – wiederholt verlängerte Erlaubnis

AdmiralBet gehört zur Greentube-Gruppe (Novomatic) und wird in Deutschland von der Greentube Betting Malta Limited betrieben. Die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024 – die dritte Folgeerlaubnis innerhalb von knapp vier Jahren, ein Hinweis auf wiederholte Verlängerungen und stabile Geschäftsbeziehung zur GGL. Die Marke hat in Österreich eine längere Tradition als in Deutschland; das Wettprogramm ist breit, ein No-Deposit-Bonus ist nicht die Regel.

Interwetten – Cash-Out nur als Echtgeld-Variante

Interwetten wird von der Interwetten Gaming Limited betrieben, die Erlaubnis besteht seit dem 2. November 2020 (Folgeerlaubnis 27.12.2022). Die Sportsbook-Regeln sind eindeutig: Interwetten kann Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash Out nicht verfügbar. Wer mit einem Bonus oder einer Freebet spielt, hat also keine Möglichkeit, die Wette vorzeitig zu beenden; wer mit Echtgeld spielt, muss damit rechnen, dass die Funktion kurzfristig verschwindet. Das schränkt die Taktik ein und ist ein Punkt, den Spieler kennen sollten, bevor sie einen Bonus annehmen.

bet-at-home – zeitlich befristete Gratiswette zur WM

bet-at-home wird in Deutschland von der Bet-at-home.com Internet Limited betrieben, die Erlaubnis besteht seit dem 2. November 2020 (Folgeerlaubnis 22.12.2022). Im Sommer 2026 hat der Anbieter eine 10-Euro-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ angeboten, gültig für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten und ihre Wette bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platzierten. Gewinne aus dieser Gratiswette unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Das war eine der seltenen Ausnahmen, in denen ein lizenzierter deutscher Anbieter tatsächlich eine No-Deposit-Freebet im Programm hatte – befristet, an ein Ereignis gebunden, und nominell genau 10 Euro.

Tipico – Gegenstand eines BGH-Verfahrens

Tipico wird von der Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in St. Julian’s, Malta betrieben. Die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 (Folgeerlaubnis 09.12.2022). Das Unternehmen wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic zusammen mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet und ist heute einer der bekanntesten Sportwettenanbieter im deutschsprachigen Raum. Tipico ist zugleich Gegenstand eines laufenden Verfahrens vor dem Bundesgerichtshof: Am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) legte der BGH dem Europäischen Gerichtshof die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 Euro Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, dass Anbieter ohne Lizenz zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können – mit Ausnahme der Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Tipico ist im Besitz einer gültigen Erlaubnis, also greift dieser Ausnahmetatbestand nicht; das Verfahren zeigt aber, dass die Frage der Lizenz inzwischen auch zivilrechtlich Relevanz entfaltet.

MERKUR BETS – späte Erlaubnis und Freebet-Cluster

MERKUR BETS gehört zur Gauselmann-Gruppe und wird in Deutschland von der Merkur Bets Malta Limited betrieben. Die Erlaubnis wurde am 6. November 2023 erteilt – drei Jahre später als die meisten Anbieter in der ersten Welle. Der Anbieter ist für eine Reihe von Freebet-Aktionen bekannt: Neukunden erhielten 2024 bei einer Ersteinzahlung ab 1 Euro eine Freebet über 25 Euro, und der „MERKUR BETS CLUB“ schüttet für Kombiwetten oder den Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 Euro eine Freebet über 5 Euro aus. Beim Kombi-Boost ab fünf Auswahlen gibt es 5 % Bonus auf den Gewinn, je weiterer Auswahl einen Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen – die Mindestquote je Auswahl beträgt 1,21, Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Das ist ein dichtes Aktionsbündel; Lesen der AGB bleibt Pflicht.

Häufige Fragen

Was ist eine Freebet, und worin unterscheidet sie sich von Bonusgeld?

Eine Freebet ist ein zweckgebundenes Wettguthaben, das ein Buchmacher einem Konto gutschreibt und das nur als Einsatz für eine Sportwette verwendet werden kann. Bonusgeld ist ein reguläres Guthaben, das vor einer Auszahlung umgesetzt werden muss. Bei einer Freebet wird im Gewinnfall in der Regel nur der Reingewinn ausgezahlt, der Einsatz der Freebet selbst bleibt beim Buchmacher. Wett-Credits funktionieren nach demselben Prinzip.

Wird der Einsatz einer Freebet bei einem Gewinn mit ausgezahlt?

In den allermeisten Fällen nein. Die gängige Regel lautet: Gewinn enthält nicht den Einsatz der Freebet. Eine 10-Euro-Freebet zu einer Quote von 2,00 bringt im Erfolgsfall 10 Euro Gewinn, nicht 20 Euro. Ausnahmen kommen vor, sind aber selten und sollten in den AGB geprüft werden, bevor die Wette platziert wird.

Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland tatsächlich Freebets ohne vorherige Einzahlung?

In der Regel nein. Lizenzierte Anbieter in Deutschland knüpfen Willkommensangebote fast immer an eine erste Einzahlung. Ausnahmen wie die 10-Euro-Gratiswette von bet-at-home auf „Sieger der FIFA WM 2026“ im Juni 2026 sind zeitlich eng befristet und an ein konkretes Ereignis gebunden. Wer dauerhaft nach No-Deposit-Freebets sucht, landet schnell bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis.

Welche Rolle spielen Mindestquote und Umsatzbedingungen, bevor Gewinne aus einer Freebet ausgezahlt werden?

Sie entscheiden, wie schnell und unter welchen Bedingungen Gewinne aus einer Freebet tatsächlich ausgezahlt werden. Eine Mindestquote schließt bestimmte Wetten aus, eine Umsatzbedingung verlangt, dass der Gewinn erneut eingesetzt wird, eine Frist begrenzt die Zeit. Wer den Bonus annimmt, ohne diese Bedingungen zu kennen, riskiert am Ende ohne Gewinn dazustehen, obwohl die Wette gewonnen wurde.

Was bedeutet der Zusatz „ohne OASIS“ bei Freebet-Angeboten, und welche Folgen hat er für den Spielerschutz?

„Ohne OASIS“ bedeutet, dass der Anbieter nicht an das zentrale Spielersperrsystem angeschlossen ist. OASIS ist nach §§ 8, 8a GlüStV verpflichtend für jeden Anbieter mit deutscher Erlaubnis; ein Anbieter, der darauf verzichtet, hat keine Erlaubnis. Wer dort spielt, ist nicht durch die deutsche Sperrdatei geschützt, hat keinen Zugriff auf das 1.000-€-Limit und keinen Verbraucherschutz nach GlüStV.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Gewinn einer Freebet aus?

Die Sportwettensteuer wird nach §§ 16 bis 25 RennwLottG erhoben und beträgt 5,3 % des Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – also rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, regelt jeder Anbieter in seinen AGB. Die Steuer hat keinen Einfluss auf den Rechenwert der Freebet selbst, der in der Auszahlungsquote des Marktes aufgeht; sie reduziert aber den Nettogewinn, wenn der Anbieter sie vom Gewinn abzieht.

Inhalt erstellt vom Team «footballwetteninfo.com»