EM Wettanbieter im Kostenvergleich: zehn lizenzierte Häuser für die EM
Stand: 17. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Halle (Saale).

Die EM 2024 ist vorbei, die nächste Endrunde beginnt am 9. Juni 2028 in Cardiff. Wer in Deutschland auf eine Europameisterschaft wetten will, kann das nur bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis, und diese Auswahl ist kleiner, als die Werbung vermuten lässt. Der folgende Vergleich nimmt die zehn Anbieter unter die Lupe, beleuchtet die Wettformen und erläutert die Mechanismen, die aus einer Quote einen Gewinn formen — oder einen Verlust, der sich oft unbemerkt summiert. Sie verspricht keine Tipps, die das Ergebnis kennen. Niemand kennt es.
Live-Wetten und Cash Out: was am Spielfeldrand teurer wird
Live-Wetten auf eine laufende EM-Partie sind in Deutschland enger gefasst, als die Werbung nahelegt. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt sie nur für das Endergebnis oder für die nächste spielbare Aktion im laufenden Spiel — nächstes Tor im Fußball, nächster Satz im Tennis, ähnliches in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Wer auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball setzt, ist bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis schlicht falsch. Diese Restriktion steht im Gesetz, nicht in den AGB, und sie grenzt das Live-Programm spürbar ein.
Preislich verändert Live-Wetten den Markt auf zwei Ebenen. Erstens: Die Marge auf Live-Linien liegt über der von Pre-Match-Linien, bei klassischen 1X2-Quoten typischerweise 1,5 bis 3 Prozentpunkte höher, bei asiatischen Handicaps und Torwetten teils noch mehr. Der Grund ist mechanisch. Die Quoten werden algorithmisch in Sekundenbruchteilen angepasst, und in jede Anpassung ist ein Risikoaufschlag eingepreist, der die Pre-Match-Marge übersteigt. Zweitens: Die erlaubten Live-Märkte sind absichtlich klein gehalten. Nächstes Tor ja, nächstes Eckball nein. Das schränkt die Märkte ein, auf die ein lizenzierter Anbieter überhaupt Live-Quoten stellen darf, und reduziert die Komplexität, in der der Buchmacher Liquidität suchen muss.
Cash Out ist die zweite Funktion, die an dieser Stelle zählt. Sie gehört nicht zu den vom GGL vorgeschriebenen Wettformen und ist eine reine Angebotseigenschaft des Buchmachers. Das Prinzip: Der Anbieter kauft dem Kunden die offene Wette vor dem natürlichen Ende ab, zu einem Preis, den er selbst festlegt. Bei Betway erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“, der angezeigte Wert ist anklickbar, ausgezahlt wird der volle Betrag oder ein Teil. Die Mechanik ist über alle Anbieter hinweg ähnlich, der Preis ist es nicht.
Was an „Cash Out“ gut klingt — „Sie können Ihren Gewinn sichern“ — verschleiert die eigentliche Frage. Zu welchem Preis kauft der Anbieter die Wette zurück?
Ein Beispiel: 50 € Einsatz auf Spanien zur Quote 3,40, Spanien führt 1:0 nach 60 Minuten. Der faire Wert der Wette hängt von der Restwahrscheinlichkeit eines spanischen Sieges ab, bereinigt um die Marge des Marktes. Ein typischer Cash-Out-Wert liegt 5 bis 15 Prozent unter diesem fairen Wert. Bei einem fairen Rückkaufwert von 90 € zahlt der Anbieter vielleicht 78 €. Das ist der Preis der „Sicherheit“, die das Marketing verkauft. Wer die Wette durchhalten würde, lässt 12 € auf dem Tisch.
Die Faustregel: Cash Out lohnt sich, wenn der Kunde die Wette nicht mehr sehen will und das Geld jetzt braucht. Cash Out lohnt sich nicht, wenn er auf den ursprünglichen Ausgang setzt und ihn durchhalten würde. Der Mechanismus nimmt das Risiko des Wartens, aber er nimmt es zu einem Preis, den der Anbieter allein setzt. Wer Cash Out regelmäßig nutzt, finanziert die Marge des Buchmachers zweimal: einmal beim Abschluss der Wette, einmal beim Verkauf zurück.
EM-Tipps und Wett-Strategie: warum keine Prognose das Ergebnis kennt
Wer „EM Wetten Tipps“ googelt, findet eine Flut von Seiten, die vorhersagen, wer gewinnt. Was die meisten nicht vorhersagen, ist die Trefferquote ihrer eigenen Vorhersagen. Ein Tipp ist kein Versprechen, und ein Versprechen wäre auch keines, weil das Ergebnis eines Fußballspiels nicht im Vorhinein feststeht — nicht für den Buchmacher, nicht für den Datenanalysten, nicht für den Spieler mit dem größten Datenpool. Eine Prognose ist eine Wette auf eine Wahrscheinlichkeit, nicht auf ein Ergebnis.
Eine seriöse Strategie beginnt dort, wo die Wette endet: beim Preis. Eine Quote von 1,30 auf Spanien sagt nicht, dass Spanien mit 77 Prozent Wahrscheinlichkeit gewinnt. Sie sagt, dass die implizierte Wahrscheinlichkeit 1/1,30 = 76,9 Prozent ist, NACH ABZUG DER MARGE. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, die der Buchmacher selbst schätzt, liegt einige Prozentpunkte darüber oder darunter, und ein guter Buchmacher verschiebt sie in Richtung der Marge. Die Quote ist eine kommerzielle Aussage, kein physikalisches Gesetz, und der Spread zwischen implizierter und echter Wahrscheinlichkeit ist der Preis, den jede Wette trägt.
Was bleibt als Strategie, das Geld spart, statt es zu vermehren?
Marge verstehen. Eine Wette mit 4 Prozent Marge kostet langfristig 4 € pro 100 € Einsatz weniger als eine mit 8 Prozent. Der Unterschied entscheidet darüber, ob eine Strategie über hunderte Wetten Geld verdient oder Geld verbrennt. Die Marge steht in jeder einzelnen Quote, sie addiert sich über jede Wette, und sie verschwindet nicht, weil der Tipp „gut“ war.
Quoten vergleichen. Dieselbe Wette hat bei zwei lizenzierten Anbietern unterschiedliche Quoten. Der Spread ist umso größer, je unpopulärer das Ereignis ist. Eine Quote auf den Sieger der EM 2028 hat bei Anbieter A vielleicht 7,50, bei Anbieter B 8,10. Acht Prozent Unterschied, fest verdrahtet in jeder Zeile des Wettscheins, ohne dass sich an der Wahrscheinlichkeit des Ereignisses irgendetwas geändert hätte.
Budget festlegen. Wer pro EM-Spiel einen festen Betrag setzt und nicht nachschießt, schützt sich vor der Falle der „Aufholjagd“. Wer nach einem verlorenen Tipp die nächste Wette verdoppelt, um den Verlust zurückzuholen, spielt Martingale. Das hat einen Namen, funktioniert nur in dem Maße, in dem das Budget unendlich ist, und es ist nicht unendlich. Die meisten Wettstrategien, die als „sicher“ verkauft werden, ignorieren diese eine Zahl: das verfügbare Kapital.
Was eine Strategie nicht leistet: das Ergebnis vorhersagen. Selbst wer 55 Prozent seiner Wetten gewinnt, verliert Geld, wenn die Marge des Marktes über 5 Prozent liegt. Die Marge ist das, was die meisten Strategien nicht erklären, und der Grund, warum die meisten Wetten trotz „guter Tipps“ am Ende Geld kosten. Wer eine Trefferquote von 50 Prozent hat und 5 Prozent Marge zahlt, ist nach 200 Wetten statistisch im Minus — exakt so, wie es der Buchmacher kalkuliert hat.
Wettarten und Quoten: Siegwette, Torwette, Kombination — und die Marge dahinter
Die einfachste Wette auf ein EM-Spiel ist die Siegwette, im Marktjargon 1X2: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Drei mögliche Ausgänge, drei Quoten, eine Marge, die der Buchmacher auf alle drei gleichzeitig setzt. Wer auf Spanien zur Quote 2,10 setzt, gewinnt bei einem spanischen Sieg das 2,10-fache seines Einsatzes zurück, verliert den Einsatz bei Unentschieden oder Niederlage. Kein Bonus, kein Dreh, keine versteckte Klausel.
Torwetten sind die zweite Schicht: Über/Unter 2,5 Tore, beide Teams treffen, Torschütze. Die Marge auf Torschützen-Wetten ist höher als auf 1X2, weil der Markt mehr Ausgänge hat und der Buchmacher jedes einzelne Szenario bewerten muss. Eine Wette auf einen Torschützen, der zur Quote 6,00 angeboten wird, trägt typischerweise 12 bis 18 Prozent Marge — das Dreifache eines 1X2-Marktes. Asiatische Handicaps sind die Königsdisziplin für erfahrene Spieler: Sie bieten refund-fähige Halb-Linien (etwa +0,25 oder -0,75), die das Risiko verteilen, und ihre Margen sind oft enger als beim europäischen Handicap. Der Haken: Sie sind in der deutschen Leseführung weniger verbreitet, das Wettprogramm vieler Anbieter zeigt sie unter eigener Rubrik.
Kombinationswetten sind die dritte Schicht und die teuerste, gemessen an der Marge. Eine Kombi aus drei 1X2-Märkten mit jeweils 5 Prozent Einzelmarge trägt nicht 5 Prozent Marge, sondern näher an 14 Prozent. Die Marge kaskadiert. Wer eine Kombi aus fünf Beinen mit 6 Prozent Einzelmarge baut, spielt gegen einen Markt mit etwa 27 Prozent Marge. Das ist der Grund, warum hohe Kombi-Quoten verlockend aussehen und trotzdem rechnerisch fast nie aufgehen.
Die Rechnung dahinter: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + 1/Quote₃). Nehmen wir ein 1X2-Markt-Beispiel mit Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60. Die Summe der Kehrwerte ist 1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60 = 0,4762 + 0,2941 + 0,2778 = 1,0481. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ 1,0481 = 0,9541 oder 95,4 Prozent. Die Marge ist 100 – 95,4 = 4,6 Prozent. Das ist das untere Ende dessen, was ein 1X2-Markt auf einem EM-Gruppenspiel trägt — Bundesliga-Spitzenmärkte bewegen sich zwischen 4 und 6 Prozent, Live-Märkte liegen darüber, Outrights auf den Turniersieger noch weiter.
Wer eine Strategie sucht, die Geld spart, sucht nicht den höchsten Kombi-Schein, sondern die niedrigste Marge auf der Einzelwette. Genau das ist der Punkt, an dem die Wettart-Entscheidung zur Kostenentscheidung wird: nicht „wette ich auf Sieg oder auf Tore?“, sondern „wette ich auf den Markt mit der kleinsten Marge, oder auf den, der mir die schönste Quote verspricht?“.
Spielplan der EM 2024 und 2028: welche Spiele wann stattfinden
Der Spielplan der Fußball-Europameisterschaft ist kein Detail, er bestimmt, welche Wetten überhaupt zur Verfügung stehen. Eine Europameisterschaft mit 24 Mannschaften bringt 51 Spiele, sechs Vierergruppen, eine K.-o.-Phase mit Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie ein Finale. Die letzte Endrunde nach diesem Format war die EM 2024 in Deutschland, die nächste folgt dem gleichen Schema vier Jahre später.
Die EM 2024 in Deutschland lief vom 14. Juni bis zum 14. Juli 2024. Eröffnet wurde sie in München, das Finale fand im Berliner Olympiastadion statt, Spanien schlug England mit 2:1 und holte den vierten EM-Titel der Verbandsgeschichte. Insgesamt 2.681.288 Zuschauer sahen die 51 Spiele, sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Die Vorrunde verteilte die Mannschaften auf sechs Vierergruppen, das Format, das seit 2016 gilt und auch für die nächste Endrunde übernommen wird.
Die EM 2028 ist terminiert: Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Austragungsorte sind England, Schottland, Wales und Irland, das ist die erste EM, die auf das Vereinigte Königreich und Irland aufgeteilt ist. Die Vorrunde spielt wieder in sechs Vierergruppen, das Achtelfinale läuft vom 24. bis 27. Juni 2028, das Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, das Halbfinale am 4. und 5. Juli, das Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz drei findet nicht statt.
Was das für Wetten heißt: Outright-Märkte auf den Turniersieger, den Torschützenkönig, das Weiterkommen bestimmter Mannschaften, den Gruppensieger — sie öffnen lange vor dem Eröffnungsspiel, oft schon Monate vorher, und die Quoten verändern sich mit jeder Länderspielperiode. Wer auf Spanien als Sieger setzt, während die Quote bei 7,50 steht, und die Mannschaft verliert beim ersten Spiel, sieht seine Wette am selben Abend wertlos werden. Wer auf den Gruppensieger einer Vierergruppe setzt, hat drei Spiele Zeit, die Wette zu beobachten, und kann gegebenenfalls per Cash Out aussteigen — mit dem Aufschlag, der im vorigen Abschnitt erklärt ist.
Die Qualifikation zur EM 2028 läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, die Auslosung dieser Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Wer auf die Qualifikation wetten will, kann das über die Anbieter tun, die diese Märkte anbieten — was bei lizenzierten deutschen Anbietern eher die Ausnahme als die Regel ist und von Saison zu Saison variiert.
Für eine Wette, die im Kalenderjahr 2026 stattfindet, gilt: Es gibt keine EM-Endrunde in diesem Jahr. Das Turnier ist vierjährig, 2024 fand die letzte statt, 2028 die nächste. Wer zwischen den Endrunden auf eine EM wetten will, kann das nur über Qualifikationsspiele, Freundschaftsspiele oder Nations-League-Spiele tun — allesamt Märkte, die in den Wettprogrammen der lizenzierten Anbieter abgebildet sind, aber nicht das gleiche Profil haben wie eine Endrunde.
Vergleich der zehn EM-Wettanbieter: Lizenz, Halter, Erlaubnis-Datum
Die folgende Einordnung gilt zehn Anbietern, die zum Stand 02.10.2026 auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen und eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis halten. Die Tabelle listet den Anbieter, den Halter der Erlaubnis und das Datum der Erteilung. Sie sagt nichts über das Wettprogramm, die Quoten, die Bonusbedingungen oder die App-Qualität, weil die Whitelist diese Informationen nicht enthält — sie ist ein Erlaubnis-Register, kein Produktkatalog.
| Anbieter | Inhaberin der Erlaubnis (laut GGL-Whitelist) | Erteilung der Sportwetten-Erlaubnis |
|---|---|---|
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| VBet | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| ODDSET | ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnissen 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Ltd | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| bwin | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
Auffälligkeiten, die in der Tabelle sichtbar werden, aber keine Urteile sind: Sechs der zehn Erlaubnisse wurden am 09.10.2020 ausgestellt, dem ersten Erlaubnisschub nach Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags. Drei Anbieter kamen später dazu — VBet im Dezember 2023, MERKUR BETS im November 2023, und AdmiralBet erhielt im Juli 2024 eine dritte Folgeerlaubnis. Das Alter einer Erlaubnis ist kein Qualitätsmerkmal; es sagt nur, wie lange ein Anbieter im deutschen Markt aktiv ist, und die Whitelist selbst führt kein End-Datum, sondern nur Erteilungs- und Verlängerungsdaten.
Was die Tabelle nicht zeigt: Anbieter wie bet-at-home oder ODDSET führen neben der Sportwetten-Erlaubnis weitere Erlaubnisse, etwa für virtuelle Automatenspiele. Diese Erlaubnisse sind eigene Zulassungen unter eigenen Regeln und sagen nichts über das Sportwetten-Angebot. Wer auf der Suche nach einer Erlaubnis für ein bestimmtes Produkt ist, muss die Whitelist-Einträge für jeden Anbieter einzeln prüfen — ein Inhaber mit drei Erlaubnissen ist nicht automatisch der bessere Sportwetten-Anbieter.
Grundlagen der Fußball-Europameisterschaft: was das Turnier ausmacht
Die Grundlagen der Fußball-Europameisterschaft sind schnell erzählt, und sie erklären, warum sich ein eigenes Wettprogramm rund um das Turnier lohnt. Die erste EM-Endrunde fand 1960 in Frankreich statt, vier Mannschaften spielten um den Titel. Das Turnier wuchs: Acht Mannschaften ab 1980, 16 ab 1996, 24 ab 2016. Mit dem Wachstum wuchs die Zahl der Spiele, die Zahl der Märkte und die Zahl der Wetten, die ein Anbieter anbieten kann. Aus vier Endspielen wurden 51.

Spanien ist mit vier Titeln (1964, 2008, 2012, 2024) Rekordsieger der EM, Deutschland folgt mit drei (1972, 1980, 1996). Die beiden Länder haben den Großteil der EM-Geschichte unter sich aufgeteilt, andere Titelträger sind Frankreich, die Sowjetunion, Italien, die Tschechoslowakei, die Niederlande, Dänemark, Griechenland und Portugal. Cristiano Ronaldo hält den Rekord der EM-Torschützen mit 14 Toren, eine Zahl, die in keiner Outright-Statistik fehlt und die jeder Anbieter bei der Torschützenkönig-Wette im Display hat.
Was die EM von anderen Turnieren unterscheidet, ist die Kompaktheit. Innerhalb von rund vier Wochen werden 51 Spiele ausgetragen, an fast jedem Tag zwei bis drei Partien, an spielfreien Tagen oft nur einer. Das ist ein anderes Wettraster als eine Bundesliga-Saison mit 34 Spieltagen und einem Spiel pro Wochenende, und es verlangt vom Anbieter ein anderes Wettprogramm: viele Märkte parallel, viele Live-Märkte parallel, viele Märkte, die sich überschneiden. Die Wettprogramm-Dichte der EM ist einer der Gründe, warum Anbieter rund um das Turnier Sonderaktionen fahren, von erhöhten Quoten bis zu turnier-spezifischen Boni.
Der Veranstalter ist die UEFA, das Turnier findet alle vier Jahre statt, üblicherweise im Juni und Juli. Die Vergabe läuft über das UEFA-Exekutivkomitee, die Auswahl der Spielorte und das Format sind Sache der UEFA, nicht der teilnehmenden Verbände. Für eine Wette heißt das: Die Spielorte und der Modus stehen früh fest, die Qualifikation zieht sich über rund zwei Jahre, die Endrunde selbst ist kurz und intensiv. Eine Wette, die zur Auslosung der Qualifikationsgruppen platziert wird, läuft auf ein Ereignis, das noch zwei Jahre entfernt ist, mit allen Unwägbarkeiten, die eine solche Vorlaufzeit mit sich bringt: Verletzungen, Trainerwechsel, Formkurven, alles, was eine Quote über die Monate bewegt.
Rechtslage in Deutschland: wer legal auf die EM wetten darf
Die Rechtslage für Sportwetten in Deutschland ist durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) geregelt, der am 1. Juli 2021 in Kraft trat. Die Aufsicht führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale), Hansering 15. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV, überwacht die Inhaber und ahndet Verstöße nach § 28a. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige anerkannte Form des Erlaubnis-Nachweises. Der Stand vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge auf, 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und drei weitere Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten veranstalten dürfen. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts: Sie kann auch von einem Anbieter ohne Erlaubnis betrieben werden, das ist einer der Punkte, an denen die GGL wiederholt vor illegalen Angeboten gewarnt hat. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucher ausdrücklich vor Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt und den Erfolg eines Vollzugs gegen illegale Angebote in Milliardenhöhe begrüßt.
Eine Erst-Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV), die Whitelist zeigt nur Erteilungs- und Verlängerungsdaten, kein End-Datum. Der Eintrag bedeutet: Diese Domain darf Sportwetten anbieten, mit den Regeln, die der Veranstalter im Erlaubnis-Bescheid akzeptiert hat. Eine Erlaubnis, die für eine andere Domain gilt, deckt nicht automatisch weitere Domains derselben Inhaberin ab. Wer wissen will, ob ein bestimmter Anbieter erlaubt ist, prüft den Eintrag auf der Domain, auf der er spielen will, nicht auf einem Logo oder einer Werbung.
Was legal gewettet werden darf: Wetten mit festen Gewinnquoten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1 GlüStV), und nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten (§ 21 Abs. 4) sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder die nächste spielbare Aktion erlaubt, nächstes Tor im Fußball ja, nächstes Eckball nein. Verboten sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (GGL-Praxis: Fußball unterhalb der 3. Liga zählt als Amateurniveau), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Eine Besonderheit, die viele nicht kennen: E-Sports ist in Deutschland nach GGL-Auffassung kein Sport, Wetten auf E-Sports sind im lizenzierten Markt nicht möglich. Wer bei einem lizenzierten Anbieter E-Sports-Märkte sucht, sucht vergebens. Virtuelle Sportarten sind similarly ungeklärt, die GGL hat keine bestehende Erlaubnis-Praxis etabliert, weshalb seriöse Anbieter diese Märkte nicht führen.
Was offshore Anbieter betrifft: Wetten an deutsche Kunden ohne deutsche Erlaubnis sind unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung, der Anbieter ist im deutschen Rechtsraum nicht erlaubt. Die Konsequenzen für den Anbieter sind empfindlich: Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerk-Blockaden (§ 9 GlüStV), strafrechtliche Verfolgung wegen § 284 StGB (Veranstalten) bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, Werbung bis zu einem Jahr. Die Konsequenzen für den Spieler sind nach § 285 StGB theoretisch bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe, in der Praxis ist die Verfolgung einzelner Spieler nicht etabliert, aber sie ist auch nicht ausgeschlossen.
Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 in einem Verfahren gegen Tipico (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht; der Kläger fordert mehr als 3.700 € Verlust aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) es grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung zu verpflichten, mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Garantie, dass jeder Spieler sein Geld zurückbekommt, ist das nicht, aber es ist ein Hebel.
Spielerschutz: Limits, Sperre, Hilfsangebote
Die Spielerschutz-Regeln des GlüStV sind das, was den lizenzierten Markt vom offshore-Markt am deutlichsten unterscheidet. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat keinen dieser Mechanismen zur Seite. Wer bei einem Whitelist-Anbieter spielt, ist in ein System eingebunden, das Verbraucherschutz nicht verspricht, sondern durchsetzt.
Die Altersgrenze liegt bei 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Wer jünger ist, wird nicht bedient, der Anbieter ist zur Prüfung verpflichtet. Pro Anbieter ist ein Konto mit voller Verifikation zugelassen (§ 6a), vor der Verifikation darf der Anbieter maximal 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben. Wer länger spielen will, muss sich ausweisen, die Verifikation läuft über ein zugelassenes Verfahren, die Daten werden in der Aktivitätsdatei hinterlegt.
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt 1.000 € pro Kalendermonat, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Das Limit gilt additiv über alle lizenzierten Anbieter hinweg: Wer 600 € bei Anbieter A eingezahlt hat, kann bei Anbieter B nur noch 400 € einzahlen, bis der Monat wechselt. Ein Anbieter darf das Limit für einen bestimmten Kunden anheben, auf bis zu 10.000 €, und für maximal 1 Prozent seiner aktiven Kunden auf bis zu 30.000 €, aber nur gegen prüfbare Belege der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung des Limits greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen — die Karenzzeit ist eingebaut, damit ein Spieler eine Anhebung nicht im Affekt vornimmt.
OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Eine Fremdsperre durch Angehörige oder den Anbieter ist ebenfalls möglich. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus, die einmal pro Anbieter und Tag aktiviert werden kann, ohne Begründung, ohne Bürokratie. Paralleles Spiel bei mehreren Anbietern ist nach § 6h untersagt, überwacht durch die LUGAS-Aktivitätsdatei, ein Spieler kann nicht zur gleichen Zeit bei drei Anbietern aktiv Wetten platzieren.
Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut erlaubt. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen, was Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten Markt drückt. Welche konkreten Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Entscheidung und steht in seinen AGB. Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).
Was all diese Mechanismen kosten: Der Spieler verliert Anonymität, Tempo und Auswahl. Wer ohne Verifikation spielen will, kann das bei offshore-Anbietern tun, mit allen Risiken, die dazugehören. Wer im lizenzierten Markt spielt, akzeptiert diese Einschränkungen als Preis für den Schutz. Die Rechnung ist nicht symmetrisch, aber sie ist offen.
Boni und Freiwetten: was der Willkommensbonus wirklich kostet
Boni und Freiwetten sind das, womit Anbieter um Neukunden werben, und das, was am häufigsten übersehen wird, wenn es um die tatsächlichen Kosten geht. Drei Typen von Angeboten dominieren den Markt:
- Willkommensbonus: Ein Prozentsatz auf die erste Einzahlung, oft 100 Prozent bis zu einem Höchstbetrag. Der Bonus wird nicht ausgezahlt, er muss umgesetzt werden, das heißt, der Bonusbetrag muss eine bestimmte Anzahl von Malen zu einer Mindestquote durchgespielt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist.
- Freiwette (Freebet): Ein fester Betrag, der für eine Wette zur Verfügung gestellt wird. Gewinnt die Wette, wird in der Regel nur der Reingewinn ausgezahlt, der Einsatz der Freiwette verfällt. Die Wette hat damit einen geringeren Wert als der gleiche Einsatz mit echtem Geld.
- Erhöhte Quoten / Cashback / Kombiversicherung: Spezifische Angebote rund um einzelne Spiele oder Wettkombinationen, oft mit niedrigerem Umsatzfaktor.
Ein Beispiel aus der Mechanik, nicht von einem konkreten Anbieter: Ein Anbieter bietet eine 50-€-Freiwette zur Quote 4,00. Was ist sie wert? Wenn der Spieler die Wette gewinnt, erhält er den Reingewinn: 50 × (4,00 – 1) = 150 €. Bei Verlust ist die Wette nichts wert. Der Marktwert der Freiwette ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu gewinnen, multipliziert mit dem Reingewinn. Bei einer angenommenen 25-prozentigen Gewinnwahrscheinlichkeit (Quote 4,00 impliziert ohne Marge 25 Prozent) ist der Erwartungswert 0,25 × 150 = 37,50 €. Die Freiwette ist 37,50 € wert, nicht 50 €. Die Differenz ist der Preis, den der Anbieter für das Marketing-Element „Freiwette“ nimmt.
Ein Umsatzfaktor von 5x auf einen 100-€-Bonus mit Mindestquote 1,80 heißt: Der Spieler muss 500 € zu Quoten von mindestens 1,80 umsetzen, bevor er den Bonus und die Gewinne daraus auszahlen kann. Setzt er 10 € pro Wette, sind das 50 Wetten. Setzt er 25 €, sind es 20 Wetten. Die Marge des Marktes, an dem er umsetzt, kostet ihn bei 5 Prozent Markt-Marge 25 € an erwartetem Verlust über die 500 € Umsatz. Die Rechnung geht so: Erwarteter Verlust = Umsatz × Marge = 500 × 0,05 = 25 €. Wer den Bonus in 30 Tagen durchspielen muss und dafür nur 10 Tage Zeit hat, weil die Frist eng ist, verspielt den Bonus in der Praxis, ohne ihn je umgesetzt zu haben.
Was eine Mindestquote macht: Sie schließt Märkte aus, die der Spieler ohnehin nicht nutzen würde, aber sie schließt auch sichere Quoten aus, mit denen ein Spieler den Umsatzfaktor „weich“ durchspielen könnte. Eine Mindestquote von 1,80 zwingt zu Wetten, die echtes Risiko tragen, und genau dieses Risiko ist es, das den erwarteten Verlust erzeugt. Wer den Bonus haben will, zahlt ihn über die Marge, und zwar sicher.
Die Wettsteuer, die in Deutschland auf alle Sportwetten fällt, ist in dieser Rechnung noch nicht enthalten. Der Anbieter trägt die Steuer formal, kann sie aber vom Gewinn abziehen, was er in den AGB regelt. Auf den Bonus-Umsatz wirkt sich das kaum aus, weil die meisten Boni vom Umsatz ausgenommen sind oder der Anbieter den Bonus netto auszahlt. Wer einen Bonus annimmt, ohne die AGB zu lesen, akzeptiert einen Vertrag, dessen Kosten er nicht kennt.
Wett-Apps: EM-Wetten vom Smartphone
Wett-Apps sind die Form, in der die meisten deutschen Spieler ihre Wetten platzieren, gerade während eines Turniers. Die deutschen Anbieter bieten ihre Apps für iOS und Android an, die Installation läuft über den jeweiligen Store, eine Web-App ist die Alternative, wenn das Betriebssystem die native App nicht anbietet. Was die App kann, hängt vom Anbieter ab, was sie nicht kann, ist durch die deutsche Regulierung gesetzt.
Die Kernfunktionen sind bei allen zehn Anbietern ähnlich: Wettprogramm, Wettschein, Einzahlung, Auszahlung, Konto-Verifikation, Live-Wetten. Was sich unterscheidet, ist die Geschwindigkeit der Quoten-Updates, die Tiefe der Live-Märkte, die Gestaltung des Wettscheins und die Qualität der Push-Benachrichtigungen. Eine gute App aktualisiert Live-Quoten in unter einer Sekunde, eine mittelmäßige in zwei bis drei, eine schlechte in fünf oder mehr. Während eines EM-Spiels mit vier bis fünf Märkten parallel macht dieser Unterschied den Unterschied, ob eine Wette zur gewünschten Quote ankommt oder ob der Anbieter sie ablehnt, weil die Quote weg ist.
Was die Regulierung der App vorschreibt: Die Anmeldung läuft über die volle Verifikation, eine App kann nicht ohne Konto genutzt werden. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt auch in der App, der LUGAS-Check läuft im Hintergrund. Wer in der App spielen will, akzeptiert die gleichen Limits und Schutzmechanismen wie auf der Desktop-Seite. Ein Vorteil der App gegenüber der Webseite: Die meisten Anbieter zeigen in der App die gleichen Märkte, aber der mobile Wettschein ist oft schneller zu bedienen, gerade bei Live-Wetten, wo Sekunden zählen.
Was die App nicht macht: Sie umgeht keine Sperre. Wer über OASIS gesperrt ist, kann sich nicht in der App eines anderen Anbieters anmelden, die Aktivitätsdatei erkennt den Sperrstatus. Der Panikbutton funktioniert auch in der App und sperrt das Konto für 24 Stunden. Der Notfall-Knopf ist eine Sicherheitslinie, die der Spieler in der App schneller erreicht als auf der Webseite, was ein Argument für die App ist, kein Argument gegen den Schutz.
Die Kosten der App: Die App selbst ist kostenlos, der Download kostenlos, der Spielbetrieb kostenlos, soweit keine Echtgeldtransaktionen laufen. Gebühren fallen bei Ein- und Auszahlungen an, wenn der Anbieter sie erhebt, und sie fallen bei jeder Wette an, in Form der Marge. Eine App, die schlechte Quoten zeigt, kostet den Spieler über die Zeit mehr als eine App, die hohe Quoten zeigt. Die Wahl der App ist eine Kostenentscheidung, nicht eine Lifestyle-Entscheidung.
Anbieter im Einzeltest: zehn lizenzierte Häuser
Betway — Cash Out und Konfigurator+ im EM-Programm
Betway ist auf der Whitelist der GGL mit der Domain Betway.de vertreten, Inhaberin ist die Betway Limited. Die Erlaubnis wurde am 09.03.2021 erteilt, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 23.12.2022. Cash Out ist bei Betway als Feature klar markiert: Das grüne Symbol erscheint unter „Meine Wetten“, der angezeigte Wert lässt sich anklicken, ausgezahlt wird der volle Betrag oder ein Teil. Der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien, was die Wette zu einer Kombiwette mit allenfalls kaskadierenden Margen macht, die im Abschnitt zu Wettarten erklärt sind. Für den Spieler, der Cash Out tatsächlich nutzt und bereit ist, den Aufschlag auf den fairen Wert zu zahlen, ist Betway ein funktionaler Anbieter. Wer Cash Out als Sicherheitsnetz versteht und trotzdem durchhalten würde, lässt dort Geld auf dem Tisch.
VBet — eine der neueren Genehmigungen auf der Whitelist
VBet ist mit der Domain Vbet.de auf der Whitelist, Inhaberin ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Die Erlaubnis wurde am 05.12.2023 erteilt, was VBet zu einem der neueren Einträge auf der Whitelist macht. Eine kürzere Marktpräsenz in Deutschland heißt nicht, dass das Angebot schlechter ist, aber sie heißt, dass weniger Historie da ist, an der sich Produktqualität messen lässt. Für einen Spieler, der einen Anbieter mit langer deutscher Genehmigungshistorie sucht, ist VBet nicht die erste Adresse. Für einen Spieler, dem die Erlaubnis an sich genügt und der die Marge und das Wettprogramm selbst prüft, ist VBet eine Option, die zur Whitelist gehört.
ODDSET — deutscher Halter mit Erlaubnis aus Darmstadt
ODDSET ist die deutsche Marke im Feld. Inhaberin ist die ODDSET Sportwetten GmbH, die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 erteilt, eine ursprüngliche Erlaubnis datiert auf den 18.11.2020. Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle. In einem Feld, in dem die meisten Inhaber Maltasitz haben, ist ODDSET die Ausnahme: ein deutsches GmbH, ein deutsches Genehmigungsverfahren, ein deutsches Impressum. Für einen Spieler, der Wert auf einen Halter mit deutschem Registereintrag legt, hebt sich ODDSET ab. Was diese Eigenschaft an der Wette selbst ändert, ist die Marge, und die ist bei ODDSET nicht anders als bei anderen Anbietern, nur der Weg dahin ist deutscher.
Sportingbet — Konfigurator+ und sieben Sportarten
Sportingbet ist mit der Domain Sportingbet.de auf der Whitelist, Inhaberin ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Der Anbieter erhielt die Erlaubnis am 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis folgte am 21.12.2022. Im Wettprogramm führt Sportingbet einen Konfigurator+, mit dem sich Wetten kombinieren lassen, und Live-Wetten, dazu die Sportarten Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Sieben Sportarten sind nicht das größte Programm im Markt, aber für eine EM, in der Fußball im Mittelpunkt steht, reicht es. Was den Konfigurator+ kostet, ist die kaskadierende Marge, die im Abschnitt zu Kombinationswetten erklärt ist: Mehr Beine, mehr Marge pro Wette. Wer den Konfigurator+ nutzt, sollte die Einzelmarge jedes Beins prüfen.
AdmiralBet — drei Erlaubnisschritte seit 2020
AdmiralBet ist mit der Domain Admiralbet.de auf der Whitelist, Inhaberin ist die Greentube Betting Malta Limited. Die Genehmigungshistorie umfasst die Ersterlaubnis vom 09.10.2020 sowie Folgeerlaubnisse vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Drei Erlaubnisschritte für ein und dieselbe Domain sind im Feld selten und zeigen, dass der Anbieter die behördlichen Anforderungen wiederholt durchlaufen hat. Für einen Spieler, der eine möglichst lange und ungebrochene Genehmigungshistorie schätzt, ist AdmiralBet ein Kandidat. Die Sportwetten-Erlaubnis ist das eine; AdmiralBet hat zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem 28.09.2022, was als Zusatzangebot im Casino-Bereich steht und mit der Sportwette nichts zu tun hat.
bpremium — die deutsche Lizenz des Ladbrokes-Konzerns
bpremium ist mit der Domain Bpremium.de auf der Whitelist, Inhaberin ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, eingetragen unter der Registernummer C92799. Die Lizenz erteilt am 09.10.2020, wurde am 21.12.2022 durch eine Folgeerlaubnis ergänzt. Ladbrokes ist ein britischer Wettanbieter mit langer Geschichte, der in Deutschland unter eigenem Namen keine Lizenz hat, sondern unter der Marke bpremium. Für einen Spieler, der den internationalen Markenauftritt von Ladbrokes kennt und in Deutschland spielen will, ist bpremium der Zugang. Dass der britische Name fehlt, ist kein Zufall, sondern Lizenz-Realität: Die deutsche Erlaubnis gilt nur für die Domain, die auf der Whitelist steht.
bet-at-home — der DACH-Veteran unter den Genehmigungen
bet-at-home ist mit der Domain Bet-at-home.de auf der Whitelist, Inhaberin ist die Bet-at-home.com Internet Limited. Die Erlaubnis wurde am 02.11.2020 erteilt, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 22.12.2022, eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele wurde am 28.12.2022 erteilt. bet-at-home ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Jahren als Marke etabliert, und die Erlaubnis gehört zu den früheren des Erlaubnisschubs 2020. Für einen Spieler, der die Marke aus den DACH-Märkten kennt, ist bet-at-home eine bekannte Größe, die Erlaubnis ist solide, der Halter sitzt in Malta. Der Wettmarkt auf eine EM-Partie ist bei bet-at-home Standard, was die Marge angeht, sind die Quoten vergleichbar zu anderen Anbietern, mit den üblichen Spreads.
NEO.bet — der leisere Auftritt im Feld
NEO.bet ist mit der Domain NEO.bet auf der Whitelist, Inhaberin ist die Greenvest Betting Limited. Die Erlaubnis für den Betrieb besteht seit dem 09.10.2020, mit einer Erweiterung vom 22.12.2022. NEO.bet ist im Feld der leisere Auftritt, weniger Werbung, weniger Markenbekanntheit als bwin, weniger Spezialfeature als Sportingbet, was nicht heißt, dass das Angebot schlechter ist. Für einen Spieler, der einen Anbieter ohne großes Marketing sucht und sich die Quote selbst ansieht, ist NEO.bet eine Alternative. Die Erlaubnis steht, der Halter sitzt in Malta, der Markt ist reguliert, das, was fehlt, ist der Marken-Lärm.
MERKUR BETS — die Sportwetten-Linie der Merkur-Gruppe
MERKUR BETS ist mit der Domain MERKUR BETS auf der Whitelist, Inhaberin ist die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta. Die Erlaubnis wurde am 06.11.2023 erteilt, was MERKUR BETS zu einem der neueren Einträge macht. Die Merkur-Gruppe ist vor allem aus dem Spielhallen-Geschäft in Deutschland bekannt, die Sportwetten-Linie ist der jüngere Arm. Für einen Spieler, der die Marke Merkur aus der Spielhalle kennt und eine Sportwetten-Plattform aus demselben Haus sucht, ist MERKUR BETS der Zugang. Was die Merkur-Herkunft für das Sportwetten-Angebot bedeutet, ist offen: Der Anbieter ist neu im Markt, die Historie kurz, die Bewertung muss am Produkt erfolgen.
bwin — der bekannteste Name im Feld
bwin ist mit der Domain Bwin.de auf der Whitelist, Inhaberin ist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Der Anbieter hält die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020, ergänzt durch die Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. bwin ist unter den zehn Anbietern vermutlich der bekannteste Name, nicht weil die Erlaubnis besser ist als die der anderen, sondern weil die Marke international sichtbar ist. Für einen Spieler, der einen bekannten Namen sucht, ist bwin die offensichtliche Wahl, der Name ist aber kein Qualitätsurteil, sondern ein Marketing-Vorteil. Was die Quote angeht, ist bwin einer der Anbieter, die im Marktumfeld typische Margen fahren, mal enger, mal weiter, je nach Event und Wettart.
Häufige Fragen zur EM-Wette in Deutschland
Wer darf in Deutschland legal auf die EM wetten?
Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV, geführt auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht und begründet in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel. Die Whitelist ist die einzige anerkannte Form des Erlaubnis-Nachweises.
Wie prüfe ich, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat?
Auf der Whitelist der GGL, Stand 02.10.2026 mit 27 Inhabern einer Sportwetten-Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist nichts, der Eintrag muss die Domain und den Halter nennen, der Halter kann in Malta sitzen. Ein positiver Whitelist-Eintrag ist die Pflicht, eine Garantie für ein gutes Angebot ist er nicht.
Wann war die letzte EM-Endrunde, und wann beginnt die nächste?
Die EM 2024 lief vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland, Spanien besiegte England im Finale 2:1. Die nächste Endrunde startet am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale steigt am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Eine Europameisterschaft im Kalenderjahr 2026 gibt es nicht, das Turnier findet alle vier Jahre statt.
Wie hoch ist das monatliche Einzahlungslimit, und gilt es anbieterübergreifend?
1.000 € pro Kalendermonat nach § 6c Abs. 1 GlüStV, additiv über alle lizenzierten Anbieter hinweg über die LUGAS-Limitdatei. Wer 600 € bei Anbieter A eingezahlt hat, kann bei Anbieter B nur noch 400 € einzahlen. Eine Erhöhung ist möglich, verlangt aber prüfbare Belege der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet, und was macht die Wettsteuer?
Rückzahlung gleich Einsatz mal Quote, Reingewinn gleich Einsatz mal (Quote minus 1). Bei 50 € Einsatz zur Quote 2,10 kommen 105 € zurück, der Reingewinn beträgt 55 €. Die Wettsteuer von 5,3 Prozent trägt der Veranstalter, er kann sie aber vom Gewinn abziehen, das regelt jeder Anbieter in seinen AGB anders.
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