DFB-Pokal Wetten: Wo pokalwetten 2026 legal sind und was sie kosten

Updated Oktober 2026
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Datenstand: 17. Oktober 2026, geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Ein Fußball liegt auf dem Mittelkreis eines Stadionrasens am frühen Morgen, im Hintergrund leere Ränge ohne erkennbare Beschriftung.
Seit 1985 wird das Finale des DFB-Pokals im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Der DFB-Pokal folgt eigenen Regeln – auf dem Platz und am Wettschalter. 64 Mannschaften treten im K.-o.-System gegeneinander an, ein einziges Tor entscheidet über Weiterkommen oder Ausscheiden, und damit kippt jeder Wettmarkt, der vorher noch plausibel wirkte. Wer in Deutschland auf das Pokalfinale, einzelne Runden oder den Sieger tippen will, braucht einen Anbieter mit gültiger GGL-Erlaubnis. Wer auf eine ausländische Plattform ohne deutsche Erlaubnis ausweicht, spielt ohne OASIS, ohne LUGAS und ohne die Schutzmechanismen, die das Geldwäschegesetz vorschreibt.

Dieser Überblick ordnet den Wettbewerb ein, erklärt die Wettmärkte, die für Pokalspiele relevant sind, und vergleicht zehn lizenzierte Wettanbieter nach Quote, Pokalangebot und Zahlungswegen. Schwerpunkt: was jede Wette den Spielenden tatsächlich kostet – in Euro, in Umsatz und in Reibung.

Wettmärkte im DFB-Pokal: von Einzelwette bis Siegerwette

Wer DFB-Pokal tippen will, bewegt sich zwischen drei Ebenen: dem Einzelspiel, dem Weiterkommen und dem Gesamtsieger. Jede Ebene hat eigene Quotenkonstellationen, jede Ebene ist durch das K.-o.-System anders kalkuliert als eine Ligapartie.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handgeschriebenen Stichpunkten und ein Bleistift liegen neben einer Kaffeetasse auf einem hellen Holztisch.
Der DFB-Pokal wird im K.-o.-System mit 64 Mannschaften ausgetragen; die Erstaustragung war 1935 unter dem Namen Tschammerpokal.

Vom 1X2 zum Weiterkommen

Die klassische Drei-Wege-Wette (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) funktioniert im Pokal wie in der Bundesliga, mit einem wichtigen Vorbehalt: Der Unentschieden-Markt verliert nach 90 Minuten an Wert, weil das Spiel in die Verlängerung geht und am Ende doch ein Sieger feststeht. Anbieter reagieren darauf, indem sie Märkte wie „Sieger nach 90 Minuten“ parallel zu „Weiterkommen“ anbieten. Wer auf das Unentschieden setzt, wettet also explizit auf das Ende der regulären Spielzeit, nicht auf das tatsächliche Ausscheiden einer Mannschaft.

Bei einem Duell zwischen Erst- und Drittligist fallen die Quoten entsprechend deutlich aus. Beispielrechnung: Bei Quoten von 2,10 (Heimsieg), 3,40 (Unentschieden) und 3,60 (Auswärtssieg) ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 94,8 % – Marge also etwa 5,2 %. Das ist ein typischer Wert für ausgeglichen wirkende Märkte, bei denen der Buchmacher die faire Verteilung über alle drei Ausgänge sucht. Bei klaren Favoritenkonstellationen (1,25 / 5,50 / 9,00) sinkt die Auszahlungsquote regelmäßig unter 92 %, der Buchmacher kassiert also mehr an jeder Wette. Das ist keine Marge „auf den Favoriten“, sondern eine durchgängig höhere Spanne über alle drei Ausgänge hinweg.

Pokalsieger und Langzeitwetten

Die Wette auf den Pokalsieger steht bei den meisten Anbietern schon vor der ersten Runde, spätestens nach Auslosung der Achtelfinal- und Viertelfinalpaarungen. Sie ist eine Langzeitwette mit zwei Eigenheiten: Die Quote schwankt stärker als bei Ligawetten, weil ein Aus gegen einen unterklassigen Verein den Favoriten sofort aus dem Markt wirft. Und die Auszahlung erfolgt erst nach dem Finale im Mai – monatelang gebundenes Kapital, das in dieser Zeit keine andere Wette bedient.

Die Wette „Wer kommt weiter?“ ersetzt im Pokal die klassische Doppelte Chance. Wer auf einen Außenseiter tippt, wettet faktisch gegen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bundesliga-Spiel in 90 oder 120 Minuten kippt. Das ist der Reiz, aber auch das Risiko: K.-o.-Systeme produzieren überproportional viele Überraschungen, weil ein einzelnes Tor mehr Gewicht hat als in einer 34-Spiel-Saison.

Kombiwetten und ihre Tücke

Kombiwetten multiplizieren die Einzelquoten, aber auch die Marge. Wer drei Beine zu 1,80, 1,90 und 2,00 kombiniert, sieht auf dem Wettschein 6,84 – gleichzeitig liegt die kombinierte Marge höher als bei jeder Einzelwette. Die Wette gewinnt nur, wenn alle drei Tipps stimmen, und verliert schon beim ersten Fehltipp vollständig. Die populäre Erwartung, dass Kombiwetten „sicherer“ werden, weil die Quoten „fetter“ sind, ist statistisch das Gegenteil: Mit jedem Bein wächst nicht nur der mögliche Gewinn, sondern auch der Verlustanteil, den der Anbieter im Schnitt einbehält.

Der Wettbewerb: 64 Mannschaften, eine Auslosung

Seit 1935 wird der DFB-Pokal ausgetragen, zunächst als Tschammer-Pokal. 64 Mannschaften treten an: 18 Bundesligisten, 18 Zweitligisten, die ersten vier der 3. Liga sowie 24 Verbandspokalsieger aus den unteren Ligen. Gespielt wird konsequent im K.-o.-System, die unteren Mannschaften haben Heimrecht gegen höhere, und ab dem Halbfinale wird das Los neu gezogen. Das Finale steigt seit 1985 im Berliner Olympiastadion.

Der FC Bayern München führt mit 21 Titeln die Rekordliste an, der VfB Stuttgart holte das Pokalfinale 2025 gegen Arminia Bielefeld mit 4:2, der FC Bayern München gewann das Finale 2026 gegen den VfB Stuttgart mit 3:0. Der Pokalsieger qualifiziert sich seit der Saison 1998/99 für die UEFA Europa League – ein Aspekt, der die Siegerquote bei international erfolgreichen Mannschaften zusätzlich drückt, weil der Wettbewerbsdruck auf zwei Hochzeiten verteilt ist.

Der Spielplan prägt das Wettangebot: Erste Runde im August, Achtelfinale im Oktober/November, Viertelfinale im Februar, Halbfinale im April, Finale am Himmelfahrtswochenende. Dazwischen liegen Länderspielpausen und Champions-League-Spieltage – Phasen, in denen Buchmacher ihre Pokalquoten anpassen, weil Kader und Formkurven sich verschieben.

Rechtslage: Was die GGL-Whitelist bedeutet

Wer in Deutschland Sportwetten – auch DFB-Pokal-Wetten – anbietet, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV 2021. Die Behörde mit Sitz in Halle (Saale) führt die bundesweite Whitelist, die einzige verlässliche Prüfung, ob ein Anbieter legal in Deutschland tätig ist. Eine .de-Domain allein beweist nichts, eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ebenso wenig.

Ein Smartphone liegt mit dunklem Display auf einem Holztisch neben einem Schlüsselbund und einer Brille im Licht eines Fensters.
Die GGL-Whitelist führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Was die Erlaubnis umfasst

Die GGL-Erlaubnis ist eine Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie deckt festgelegte Wettformen ab: Einzel- und Kombinationswetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorgänge innerhalb des Ereignisses (§ 21 Abs. 1). Das Wettprogramm selbst muss von der GGL genehmigt sein (§ 21 Abs. 5). Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1), die Whitelist zeigt nur das Erstausstellungsdatum, kein Enddatum. Der Anbieter, der die Erlaubnis hält, ist in der Regel eine Maltese Gesellschaft – die Hillside (Europe) ENC für bet365, die bwin (Deutschland) Limited, die Tipico Co. Limited – und nicht zwingend der Markenname, unter dem der Spielende das Angebot wahrnimmt.

Was nicht erlaubt ist

Livewetten während eines laufenden Spiels sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV eingeschränkt: erlaubt sind nur Wetten auf das Endergebnis und auf „seltene Ereignisse“ – das nächste Tor im Fußball ja, der nächste Punkt im Tennis nein, der nächste Korb im Basketball nein. Diese Einschränkung gilt für alle Anbieter auf der Whitelist gleichermaßen und ist der Grund, warum das In-Play-Angebot im deutschen Markt schmaler ausfällt als etwa in Österreich oder Großbritannien.

Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren sind ausgeschlossen – nach GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport und darf nicht bewettet werden. E-Sport-Wetten sind in Deutschland nicht erlaubt, weil E-Sport nach GGL-Auffassung kein Sport ist. Wetten auf Sportereignisse, die manipulationsanfällig sind, sowie auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind ebenfalls untersagt.

Wer ohne Erlaubnis anbietet

Ein Anbieter ohne GGL-Erlaubnis, der in Deutschland wirbt oder Spielende hierzulande bedient, betreibt unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Die GGL kann Zahlungsblockaden und Netzwerkblockaden anordnen (§ 9), die Staatsanwaltschaft kann wegen § 284 StGB (Veranstalten) bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, wegen § 285 StGB (Teilnahme) bis zu sechs Monate verhängen – wobei die Verfolgung einzelner Spielender in der Praxis nicht etabliert ist. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet; eine höchstrichterliche Klärung steht aus. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlungspflicht entgegensteht (Az. I ZR 90/23), der Generalanwalt hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 für grundsätzlich möglich.

Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten wie Platincasino gewarnt. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zu OASIS, keine LUGAS-Datei, die Einzahlungen registriert, und im Streitfall kein deutsches Gericht, das den Fall nach deutschem Recht entscheidet.

Spielerschutz: OASIS, Einzahlungslimit und Verifizierung

Die deutsche Regulierung koppelt den Spielerschutz an drei Mechanismen, die für jede Pokalwette greifen – unabhängig davon, ob der Anbieter Tipico, bwin oder 888sport heißt.

OASIS – die Sperrdatei

OASIS (Online-Abfrage Spielerstatus) ist das bundesweite Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV. Jeder Anbieter auf der Whitelist prüft bei Registrierung und Login, ob die Person gesperrt ist. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende einen Zeitraum benennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS steht, kann sich nicht bei einem anderen lizenzierten Anbieter anmelden, solange die Sperre läuft. Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen.

LUGAS und das Einzahlungslimit

Die Limitdatei und die Aktivitätsdatei bilden zusammen LUGAS. Das monatliche Einzahlungslimit liegt nach § 6c Abs. 1 GlüStV bei 1.000 €, gemessen über alle Anbieter hinweg. Wer mehr einzahlen will, muss gegenüber dem Anbieter seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen – eine Selbsterklärung reicht nicht. Der Anbieter darf bis zu 10.000 € freigeben, in Ausnahmefällen bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung frühestens nach sieben Tagen. Die Parallel-Spiel-Regel (§ 6h) verhindert, dass ein Spielender gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv ist, die Aktivitätsdatei erkennt Mehrfachkonten.

Verifizierung und Zahlungswege

Vor der Verifizierung gilt eine 72-Stunden-Frist mit maximal 100 € Einzahlung und ohne Auszahlung (§ 6a). Danach ist die volle Identitätsprüfung Pflicht, ein Konto pro Anbieter. Einzahlungen und Auszahlungen laufen über ein Konto, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz geführt wird (§ 6b Abs. 4). Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, Prepaid-Karten ohne Identitätsnachweis – sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto-Wetten in Deutschland den Boden entzieht.

Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen gebührenfrei ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Der Panikbutton

§ 6i Abs. 3 GlüStV verpflichtet jeden Anbieter, einen Panikbutton anzubieten – ein Knopf, der eine 24-stündige Sofortsperre auslöst. Nach Ablauf greift die reguläre Selbstaussperrung, falls der Spielende sie verlängert.

Livewetten und Cash Out: Was erlaubt ist und was nicht

Die eingeschränkte Live-Wette

Livewetten auf laufende Pokalspiele sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse erlaubt – das nächste Tor im Fußball, das nächste Set im Tennis. Damit fällt das In-Play-Angebot deutscher Anbieter deutlich kleiner aus als bei europäischen Nachbarn, die in Echtzeit auf den nächsten Ballwechsel, den nächsten Einwurf oder die nächste Ecke wetten lassen. Wer auf den DFB-Pokal live wetten will, findet bei allen zehn Anbietern in diesem Vergleich den Ergebnis-Markt und in der Regel die nächste-Tor-Wette; alles darüber hinaus fehlt oder ist auf das Pre-Match-Angebot verschoben.

Die Spielpause macht den Markt träge. Wer in der 60. Minute auf das 2:1 setzen will, hat gegen Ende weniger Optionen, weil die Torwahrscheinlichkeit mit jeder Minute sinkt – und damit auch die Quote auf weitere Tore. Der Anbieter passt die Live-Quoten an, oft in Sekundenintervallen, und schließt Märkte, sobald ein Tor fällt.

Cash Out: kein Standard, sondern Feature

Cash Out ist im GlüStV nicht geregelt. Es ist eine Funktionalität, die jeder Anbieter selbst implementiert und in seinen Bedingungen beschreibt. Damit ist Cash Out auf dem deutschen Markt keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Unterscheidungsmerkmal. Tipico bewirbt „Tipico Cashout“ prominent, andere Anbieter führen Cash Out nur eingeschränkt oder gar nicht. Die Höhe des Cash-Out-Werts hängt vom aktuellen Marktstand ab und liegt immer unter dem fairen Wert – der Anbieter will mit der vorzeitigen Auszahlung Geld verdienen.

Prognosen und Taktik: Warum Pokal-Tipps unsicher bleiben

Statistik, Form, Auslosung

Prognosen für Pokalspiele stützen sich auf drei Bausteine: die Ligastatistik (Tore, Gegentore, Heimstärke), die aktuelle Formkurve (Verletzungen, Sperren, Siegesserien) und die Auslosung. Letztere ist im Pokal entscheidender als in jeder Liga, weil Heimrecht und Gegner in jeder Runde neu zugelost werden. Ein Zweitligist, der zu Hause auf einen ersatzgeschwächten Bundesligisten trifft, hat eine andere Wettaussicht als derselbe Verein auswärts beim Tabellenführer.

Warum es keinen sicheren Tipp gibt

Das K.-o.-System produziert überproportional viele Überraschungen, weil ein einzelnes Tor mehr Gewicht hat als in einer Liga mit 34 Spieltagen. Arminia Bielefeld stand 2025 im Finale, ein Drittligist. Wer vor der Saison auf Bielefeld als Sieger gewettet hätte, hätte eine Quote von mehreren hundert bekommen – und die Wette wäre Monate offen gewesen. Die Erwartung, dass ein Tipp „sicher“ sei, ist im Pokal besonders fehl am Platz, weil jedes Spiel für eine der beiden Mannschaften das letzte der Saison ist.

Wettsteuer: 5,3 %, die nicht immer sichtbar sind

Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spielenden (§ 19). Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung: Winamax etwa wirbt mit „0 % Wettsteuer“ und trägt die Steuer selbst, andere Anbieter ziehen sie vom Einsatz ab, wieder andere vom Bruttogewinn. Die Steuer gilt auch für nicht lizenzierte Anbieter – eine gezahlte Steuer ist kein Lizenznachweis. Wer auf den DFB-Pokal tippt, sollte prüfen, ob sein Anbieter die Steuer vom Einsatz, vom Gewinn oder gar nicht abzieht, denn das verändert den Nettoertrag jeder Wette messbar.

Anbieter im Vergleich: Zehn lizenzierte Wettanbieter für DFB-Pokal-Wetten

Die folgende Übersicht vergleicht zehn Wettanbieter, die zum Stand 2. Oktober 2026 auf der GGL-Whitelist mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Die Reihenfolge folgt der Whitelist-Reihenfolge und ist keine Rangliste nach Qualität.

Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
bpremium Ladbrokes (Deutschland) Limited, Gzira (Malta) 09.10.2020
DAZN Bet DZBT Operations Limited, Zebbug (Malta) 22.08.2023
Tipico Tipico Co. Limited 09.10.2020
MERKUR BETS Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s (Malta) 06.11.2023
Sportwetten NetX Betting Limited, Birkirkara (Malta) 19.11.2020
Bet3000 I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema (Malta) 22.04.2026
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
bwin bwin (Deutschland) Limited, Gzira (Malta) 09.10.2020
888sport 888 Germany Limited 30.06.2021
Tiptorro Torro Tec Limited (Malta) 30.06.2021

Was die Spalten zeigen: die Domain, die auf der Whitelist geführt wird, den Erlaubnisinhaber, den die GGL nennt, und das Datum, an dem die Erlaubnis erstmals erteilt wurde. Eine Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV), die Whitelist zeigt aber nur das Erstausstellungsdatum. Wer nachschauen will, ob die Erlaubnis aktuell noch gilt, prüft den Eintrag auf der Whitelist selbst.

bpremium

Die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, ist seit dem 9. Oktober 2020 auf der GGL-Whitelist mit einer Sportwetten-Erlaubnis für Bpremium.de geführt. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die der Anbieter auf der Hilfeseite veröffentlicht, datieren auf den 3. April 2023. Hinter bpremium steht eine Marke, die im britischen und spanischen Markt seit Jahrzehnten aktiv ist und in Deutschland mit dem reduzierten Markenauftritt bpremium auftritt. Das Pokalangebot deckt die Standardmärkte ab: 1X2, Doppelte Chance, Über/Unter Tore, Torschützen. Livewetten sind auf das Endergebnis und die nächste-Tor-Wette beschränkt – das ist die GlüStV-Vorgabe, kein bpremium-Spezifikum. Wer einen Anbieter mit schmaler Benutzeroberfläche und klarer Preisstruktur sucht, ist hier richtig; wer eine ausführliche Statistiksektion erwartet, wird sie vermissen.

DAZN Bet

Die DZBT Operations Limited aus Zebbug, Malta, ist seit dem 22. August 2023 Whitelist-Inhaberin für DAZN Bet. DAZN verbindet die Sportwetten mit dem eigenen Streaming-Angebot, das Bundesliga, Champions League und internationale Wettbewerbe abdeckt. Für DFB-Pokal-Spiele ist das insofern relevant, als Spiele der ersten und zweiten Hauptrunde oft nicht im Free-TV laufen und DAZN hier den Marktvorteil der eigenen Übertragung ins Spiel bringen kann. Das Wettangebot ist auf dem Niveau anderer Anbieter; der Vorteil liegt in der Integration von Stream und Wettschein.

Tipico

Die Tipico Co. Limited ist eine der ersten Erlaubnisinhaberinnen auf der Whitelist, mit Eintrag seit dem 9. Oktober 2020. Tipico ist im deutschen Markt flächendeckend präsent, mit stationären Annahmestellen, App und Desktop-Angebot. Die App bewirbt „Tipico Cashout“ als Kernfunktion, daneben Livewetten während des Spiels – wobei „während des Spiels“ nach deutschem Recht nur Ergebnis und nächstes Tor umfasst. Die Wettsteuer trägt Tipico nach eigener Darstellung selbst. Im BGH-Verfahren (Az. I ZR 90/23) geht es um die Frage, ob Tipico Einsätze aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückzahlen muss, die ein Spielender vor der Regulierung verloren hat – ein Einzelfall mit grundsätzlicher Bedeutung, aber kein Urteil.

MERKUR BETS

Die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s ist seit dem 6. November 2023 erlaubte Veranstalterin für MERKUR BETS. Die Marke gehört zur Gauselmann-Gruppe, einem deutschen Automatenhersteller, und bringt damit Erfahrung aus dem stationären Glücksspiel mit. Das Online-Angebot ist jünger als bei den etablierten Wettbewerbern, was sich in einem schlanken Wettprogramm und einer begrenzten Zahl von Spezialmärkten zeigt. Für Standard-Pokalwetten reicht das Angebot; wer exotische Märkte sucht, wird woanders fündig.

Sportwetten

Die NetX Betting Limited aus Birkirkara, Malta, ist Erlaubnisinhaberin für Sportwetten.de seit dem 19. November 2020. Der Markenname ist identisch mit der Domain, was die Wiedererkennung erleichtert, aber nichts über die Qualität des Angebots aussagt. Das Wettprogramm deckt die Standardmärkte ab, inklusive Pokalsieger-Wette und Langzeitmärkten. Wer einen Anbieter mit schlichter Oberfläche ohne Spielerei sucht, findet hier ein funktionales Angebot.

Bet3000

Die I.B.C. Sportsbetting Limited aus Sliema, Malta, ist erst seit dem 22. April 2026 auf der Whitelist – ein später Einstieg im Vergleich zu den meisten Wettbewerbern. Die Marke Bet3000 ist im deutschen Markt durch stationäre Annahmestellen bekannt, der Online-Auftritt ist jünger. Die Quoten liegen in der Größenordnung der etablierten Anbieter, mit eigenen Schwerpunkten bei populären deutschen Wettbewerben. Ein späterer Whitelist-Eintrag bedeutet nicht schlechtere Bedingungen, aber weniger Datensätze, an denen sich die Quote über die Saison beobachten lässt.

bet-at-home

Die Bet-at-home.com Internet Limited ist seit dem 2. November 2020 Whitelist-Inhaberin, mit einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 und einer zusätzlichen Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022. Die Marke bet-at-home ist im deutschsprachigen Raum etabliert, das Wettangebot umfasst die Standardmärkte und Spezialwetten auf Pokalspiele. Die Bedienoberfläche ist bekannt, die Quoten bewegen sich im Marktdurchschnitt.

bwin

Die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, ist seit dem 9. Oktober 2020 erlaubte Veranstalterin für Bwin.de, mit einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. bwin gehört zu Entain, einem der größten Wettanbieter weltweit, und bringt entsprechend Tiefe im Wettprogramm und eine ausführliche Statistiksektion mit. Für DFB-Pokal-Spiele bietet bwin neben den Standardmärkten auch Spielerstatistiken und Formkurven, die für eigene Einschätzungen hilfreich sind.

888sport – 888sport

Die 888 Germany Limited ist seit dem 30. Juni 2021 Whitelist-Inhaberin für 888sport, mit einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert und steht hinter der Marke 888sport, 888poker und 888casino. Für DFB-Pokal-Spiele ist das Wettprogramm vollständig, Livewetten unterliegen den deutschen Einschränkungen. Die Marke 888sport spricht eher ein jüngeres Publikum an, das mit Online-Casino-Angeboten vertraut ist.

Tiptorro

Die Torro Tec Limited (Malta) ist seit dem 30. Juni 2021 Erlaubnisinhaberin für Tiptorro.de. Die App der Marke wird im Apple App Store von der Torro Tec Limited angeboten, die sich dort als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL“ beschreibt. Das Wettangebot ist auf die deutschen Standards ausgerichtet, mit Pokalwetten, Livewetten im erlaubten Rahmen und Standardmärkten.

Häufige Fragen zu DFB-Pokal-Wetten

Wo kann auf das DFB-Pokalfinale live gewettet werden, und was ist bei Livewetten erlaubt?

Livewetten auf laufende Spiele sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse erlaubt – das nächste Tor im Fußball, das nächste Set im Tennis. Alle zehn Anbieter in diesem Vergleich bieten diese Märkte an; Anbieter mit Sitz außerhalb der GGL-Whitelist sind in Deutschland nicht erlaubt. Der Wettschein wird nur dann ausgewertet, wenn das Ereignis offiziell beendet ist.

Ein legaler Anbieter steht auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Liste wird unter glücksspiel-behoerde.de veröffentlicht und ist die einzige verlässliche Prüfung. Eine .de-Domain und eine Lizenz aus Malta oder Gibraltar sagen nichts über die deutsche Erlaubnis aus. Der Erlaubnisinhaber auf der Whitelist ist häufig eine maltesische Gesellschaft, die unter einer deutschen Domain auftritt.

Wie berechnet sich die Auszahlung bei einer Pokalwette aus Einsatz und Quote, und was ändert die Sportwettensteuer?

Der Bruttogewinn ergibt sich aus Einsatz × (Quote − 1), die Gesamtauszahlung aus Einsatz × Quote. Bei einer Quote von 2,10 und einem Einsatz von 10 € liegt die Gesamtauszahlung bei 21 €, der Nettogewinn bei 11 €. Die Sportwettensteuer von 5,3 % wird vom Anbieter geschuldet, aber unterschiedlich an die Spielenden weitergegeben: Winamax trägt sie selbst, andere Anbieter ziehen sie vom Einsatz oder vom Gewinn ab. Die Steuer reduziert den Nettoertrag messbar – bei 5 % vom Einsatz sinkt die effektive Auszahlung auf rund 20 €.

Wie werden Wetten gewertet, wenn ein Pokalspiel in die Verlängerung oder ins Elfmeterschießen geht?

Die Wette auf das Endergebnis wertet das Ergebnis nach Verlängerung und Elfmeterschießen. Die Wette auf den Ausgang nach 90 Minuten wertet nur das Ergebnis der regulären Spielzeit. Die meisten Anbieter führen beide Märkte parallel, unterscheiden aber klar in der Wettbezeichnung. Wer auf das Weiterkommen tippt, wettet auf den Gesamtsieg nach Verlängerung – das Unentschieden nach 90 Minuten ist hier wertlos.

Weshalb sind Quoten bei Pokalspielen gegen unterklassige Mannschaften oft niedrig, und was sagt die Marge darüber aus?

Die Quote spiegelt die Wahrscheinlichkeit, nicht die Marge. Wenn der Bundesligist gegen den Drittligisten mit 1,20 notiert wird, ist der Ausgang nach Einschätzung des Buchmachers wahrscheinlich – die Marge, also der Anteil, den der Anbieter einbehält, liegt aber meist zwischen 4 % und 6 % und ändert sich mit der Quotenkonstellation. Bei ausgeglichenen Märkten liegt die Auszahlungsquote über 94 %, bei klaren Favoritenkonstellationen oft unter 92 %. Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter unabhängig vom Ausgang einbehält.

Was bewirken OASIS und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat für Wetten auf Pokalspiele?

OASIS ist die bundesweite Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV. Wer dort eingetragen ist, kann sich bei keinem lizenzierten Anbieter anmelden. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei kontrolliert. Eine Anhebung erfordert einen wirtschaftlichen Nachweis, eine Senkung greift sofort. Das Limit gilt nur für Anbieter auf der GGL-Whitelist – Offshore-Anbieter sind nicht angeschlossen.

Inhalt erstellt vom Team «footballwetteninfo.com»