Wettanbieter mit deutscher Lizenz in 2026 — die richtige Wahl
Eine deutsche Sportwetten-Lizenz lässt sich an einer einzigen Stelle verifizieren — der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Am 2. Oktober 2026 führt die Liste 27 Inhaber einer Erlaubnis für Sportwetten; wer zwischen ihnen wählt, vergleicht keine grundverschiedenen Anbieter, sondern zehn Marken innerhalb desselben Aufsichtsrahmens. Was die Lizenz verbindlich macht, ist das monatliche Einzahlungslimit (1.000 €), das Sperrsystem OASIS, die Regel zu Live-Wetten und die Pflicht zu eigenen Zahlungswegen — nicht der einzelne Markenname. Was sie unterscheidet, sind Eigentümer, Erlaubnis-Daten und Folgeerlaubnisse. Die folgende Seite geht die im August 2026 in der Whitelist stehenden Marken durch, ordnet sie nach Datum und Halter und schliesst mit der Frage, was das 1.000-€-Limit unter den aktuellen Margen statistisch bedeutet.

Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand der Liste: 2. Oktober 2026.
Rechtslage: was die deutsche Erlaubnis trägt — und was nicht
Die Behörde, die in Deutschland über die Erlaubnis für Sportwetten im Internet entscheidet, heisst Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder und sitzt in Halle (Saale). Sie arbeitet seit dem 1. Juli 2021 unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) und vergibt die Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV; Aufsicht und Sanktionen sind nach § 28a ihre Sache. Die Steuer liegt beim Finanzamt, nicht bei der GGL — zwei Behörden, zwei Mandate.
Die Whitelist als einziger amtlicher Test
Der einzige amtliche Test, ob ein Anbieter in Deutschland Sportwetten anbieten darf, ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie wird von der GGL geführt und ist online einsehbar. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber einer Erlaubnis für Sportwetten, drei davon zusätzlich mit Pferdewetten, weitere drei ausschliesslich für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain — aber die Endung .de allein beweist nichts. Eine Domain lässt sich registrieren, ohne dass die Erlaubnis vorliegt. Ausschlaggebend ist allein, ob die Domain in der Whitelist steht und unter welcher Erlaubnis sie dort geführt wird.
Eine Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 für fünf Jahre erteilt. Die Whitelist zeigt das Datum der Ausstellung, nicht das Ablaufdatum — wer liest, sieht den Erstdatum einer Genehmigung und allenfalls das Datum einer Folgeerlaubnis, nie ein Enddatum. Eine fehlende Folgeerlaubnis heisst zunächst nur, dass die erste Genehmigung noch läuft, nicht dass die Erlaubnis entfallen ist.
Im September 2026 zählte die GGL 129 Veranstalter und Vermittler in der Whitelist — über alle Glücksspielarten hinweg, nicht nur Sportwetten — und listete 229 erlaubte Glücksspielseiten. Für Sportwetten allein waren es im Jahr 2024 noch 32 Veranstalter: 13 mit Erlaubnis für stationären und Internetvertrieb (hybrid), 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot. Wer aus dieser Zahl eine „knappe Auswahl “ ableitet, liegt falsch — im europäischen Vergleich ist der deutsche Markt mit dieser Erlaubnisstruktur eher eng reguliert.
Was darf gewettet werden — und was nicht
§ 21 Abs. 1 GlüStV erlaubt Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts sowie auf Vorfälle im Ereignis, einzeln oder in Kombination; welche Wetttypen zulässig sind, regelt das von der GGL genehmigte Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5). Im Live-Bereich (§ 21 Abs. 4) darf während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Spielkomponente gewettet werden — in Sportarten, in denen solche Komponenten selten vorkommen. „Nächstes Tor “ beim Fussball ist damit erlaubt; „nächster Punkt “ beim Tennis und „nächster Korb “ beim Basketball sind es nicht.
Ausgeschlossen sind Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen — die GGL-Praxis behandelt Fussball unterhalb der 3. Liga als Amateursport — sowie manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstösse oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind im Sportwettenprogramm nicht vorgesehen. Auf E-Sports kann in Deutschland nicht gewettet werden: Die GGL stellt klar, dass E-Sports keine Anerkennung als Sport findet und es daher keine deutsche Erlaubnis für E-Sports-Wetten gibt. Virtuelle Sportwetten sind im selben Status — auch hier ist keine Erlaubnis etabliert. Cash Out ist keine regulatorisch normierte Funktion, sondern ein Feature, das jeder Anbieter eigenständig anbietet oder nicht.
Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es nicht. Die Begrenzung im deutschen System erfolgt über das Einzahlungslimit, nicht über eine Wetteinsatz-Obergrenze.
Was die Lizenz nicht abdeckt und was offshore bedeutet
Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt nur das, was sie deckt — Sportwetten auf den eingetragenen Domains. Slots, Poker und Casinospiele verlangen eigene Erlaubnisse mit eigenen Regeln. Eine Marke, die unter der Whitelist mehrere Domains führt, kann durchaus nur auf einer davon Sportwetten anbieten; eine Casino- oder Slot-Erlaubnis derselben Inhaberin sagt nichts über deren Sportwetten-Angebot aus. Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis spielt, sollte vor jeder Wette prüfen, welche Erlaubnis die jeweilige Domain trägt.
Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine rechtliche Bedeutung. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis betreiben nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel und können von der GGL über Untersagungsverfahren, Zahlungsblockaden und Netzsperren (§ 9) belangt werden. Die Zahl der Untersagungsverfahren stieg nach GGL-Angaben von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025; 1.843 illegale Webseiten waren 2025 auf diesem Weg nicht mehr aus Deutschland erreichbar. Am 17. September 2026 warnte die GGL ausdrücklich vor unerlaubten Angeboten wie Platincasino und verwies auf laufende Vollzugsmassnahmen.
Strafrechtlich ist das Anbieten nach § 284 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bedroht, das Bewerben mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel kann nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden.
Zivilrechtlich stellt sich derzeit eine offene Frage. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 hat EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können — eine Ausnahme sieht er nur, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Die ehrliche Einordnung: Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat weder OASIS noch LUGAS, keinen deutschen Beschwerdeweg und im Streitfall ein Zivilverfahren im Ausland — was hier „ausländisch “ heisst, ist je nach Anbieter Malta, Curaçao oder eine nicht öffentlich einsehbare Adresse.
Spielerschutz unter der Lizenz: was die Erlaubnis konkret mitbringt
Eine deutsche Erlaubnis bringt Spielerschutz mit, der ohne Lizenz nicht da ist — und zwar verbindlich, nicht als freiwillige Selbstverpflichtung. Wer auf der Whitelist steht, hat sich an den GlüStV 2021 zu halten; das betrifft das Alter, die Identität, das Geld und den Zugriff.

Alter, Konto und Verifikation
Teilnahme ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Pro Anbieter darf nur ein Konto bestehen (§ 6a), und vor der vollständigen Verifikation dürfen Anbieter das Spiel für längstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung ermöglichen. Sobald die Verifikation abgeschlossen ist, greifen die normalen Grenzen. Was genau an Dokumenten verlangt wird, legt jeder Anbieter in seinen Bedingungen fest — die GGL schreibt das Verfahren vor, nicht jede einzelne Datei. Wer die 72 Stunden verstreichen lässt, ohne sich identifizieren zu lassen, wird vom Anbieter gesperrt.
Einzahlungslimit: 1.000 € pro Monat — und wie es sich anheben lässt
Das auffälligste Stück Spielerschutz ist das anbieterübergreifende Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV: Standard sind 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis, technisch durchgesetzt über die Limitdatei der LUGAS. Wer weniger einzahlen will, kann das Limit senken — Senkung greift sofort. Anheben geht erst nach sieben Tagen.
Wer mehr einzahlen will, kann bei einem Anbieter ein höheres Limit beantragen, bis 10.000 €. Zwischen 10.000 € und 30.000 € ist eine Anhebung nur möglich, wenn der Anbieter seine Erlaubnis dazu nutzt und der Antragsteller seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist; Anbieter dürfen ein solches höheres Limit zudem für höchstens ein Prozent ihrer aktiven Spielenden gewähren. Eine Selbsterklärung reicht nicht — wer ohne Antrag mehr einzahlt, spielt schlicht nicht legal.
Parallel spielen — also gleichzeitig bei mehreren Anbietern mit deutscher Erlaubnis aktiv Wetten platzieren — ist über die Aktivitätsdatei der LUGAS nach § 6h ohnehin unterbunden. Das Limit ist also nicht nur ein Einzahlungsdeckel, sondern ein Mechanismus, der die Tätigkeit über Anbieter hinweg nachvollziehbar macht.
OASIS, Panikbutton und die Sperre, die nicht jeder kennt
Das Spielersperrsystem OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist das zentrale Register für Selbstsperren und Fremdsperren in Deutschland. Anbieter mit deutscher Erlaubnis prüfen OASIS bei der Registrierung und bei jedem Login. Eine Selbstsperre, die der Spielende selbst beantragt, dauert mindestens drei Monate, wenn eine Frist angegeben wird, ansonsten mindestens ein Jahr. Wer gesperrt ist, kann sich nicht bei einem anderen Anbieter mit deutscher Erlaubnis anmelden, ohne dass die Sperre durchschlägt.
Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 setzt eine sofortige 24-Stunden-Sperre und ist direkt im Spielerkonto erreichbar. Wer in einer angespannten Situation einen Druckknopf sucht, muss kein Formular ausfüllen — der Knopf funktioniert auf Knopfdruck, mit sofortiger Wirkung.
Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, ist an weder OASIS noch LUGAS angeschlossen. Das heisst nicht, dass solche Anbieter kein eigenes Sperrverfahren hätten — es heisst, dass eine Sperre dort nur für diesen Anbieter gilt und in der bundesweiten Akte nicht vorgemerkt wird.
Zahlungen, Guthaben und Kontoschliessung
Einzahlungen sind nach § 6b Abs. 4 GlüStV nur von einem Konto erlaubt, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel — Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Produkte — sind damit schon strukturell von lizenzierten Anbietern ausgeschlossen. Welche Marken ein einzelner Anbieter tatsächlich akzeptiert, steht in dessen Zahlungsbedingungen.
Spielerguthaben liegen nach § 6b Abs. 6 auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschliessung ist das Restguthaben nach § 6b Abs. 7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühr auszuzahlen. Fünf Werktage ist die gesetzliche Obergrenze, kein Werbeversprechen — der tatsächliche Weg hängt vom Anbieter und der Zahlungsmethode ab.
Zehn Wettanbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis
Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 führt 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis; die folgende Auswahl greift zehn davon heraus und ist keine Rangfolge nach „Beste “. Sie ist ein Vergleich der in der Liste verzeichneten Eckdaten — wer hinter welcher Domain steht, wann die Erlaubnis erteilt wurde und welche Folgeerlaubnisse die GGL führt. Wer zwischen den Marken wählt, sollte in erster Linie das eigene Profil kennen: Sportart, Limits, mobile Bedienung, Zahlungswege. Die Lizenz haben alle; sie ist die Eintrittskarte, nicht die Differenzierung.
| Marke | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit | Folgeerlaubnis |
|---|---|---|---|
| Bet3000 | Bet3000.de · I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema (Malta) | 22.04.2026 | — |
| Winamax | Winamax.de · Winamax SA | 29.06.2021 | 08.12.2022 |
| Tipico | Tipico.de · Tipico Co. Limited | 09.10.2020 | 09.12.2022 |
| Sportingbet | Sportingbet.de · Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | 21.12.2022 |
| Sportwetten.de | Sportwetten.de · NetX Betting Limited, Birkirkara (Malta) | 19.11.2020 | 16.12.2022 |
| LeoVegas | Leovegas.de · LVSports Limited | 21.10.2024 | — |
| AdmiralBet | Admiralbet.de · Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 | 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| bet-at-home | Bet-at-home.de · Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 | 22.12.2022 |
| Betano | Betano.de · Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan (Malta) | 19.02.2021 | 16.12.2022 |
| NEO.bet | NEO.bet · Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 | 22.12.2022 |
Stand der Whitelist: 2. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).
Bet3000 — das späte Erlaubnis-Datum als Signal
Bet3000 ist über die Domain Bet3000.de in der Whitelist eingetragen, dahinter steht als Erlaubnisinhaberin die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Das Erstdatum der Erlaubnis ist der 22. April 2026. Eine Folgeerlaubnis ist nicht eingetragen; das ist normal, weil die erste Genehmigung nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre läuft.
Ein so junger Eintrag ist an sich noch kein Urteil, aber ein Hinweis: Wer eine Marke mit langer deutscher Erlaubnis-Geschichte sucht, findet in der Tabelle der Wettanbieter Alternativen.
Winamax — eine Société anonyme im deutschen Erlaubnisrahmen
Winamax tritt in Deutschland über Winamax.de auf; Erlaubnisinhaberin ist die Winamax SA, eine französische Aktiengesellschaft. Die Erlaubnis wurde am 29. Juni 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt — knapp ein Jahr nach Inkrafttreten des GlüStV 2021 — und mit Bescheid vom 8. Dezember 2022 verlängert. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der GGL.
Eine Société anonyme aus Frankreich, die in Deutschland eine Sportwetten-Erlaubnis hält, ist im Feld vergleichsweise selten; die Geschichte des Unternehmens liegt stärker in Poker und Sportwetten als im Casino. Wer zwischen den Marken mit klar erkennbarem Eigentümer-Hintergrund wählt, findet hier eine Konstellation, die im Vergleich nicht oft vorkommt.
Tipico — der Name, an dem sich die Rückforderungsfrage entscheidet
Tipico ist über Tipico.de in der Whitelist geführt, dahinter steht die Tipico Co. Limited. Die Erlaubnis wurde am 9. Oktober 2020 erteilt — eine der ersten bundesweiten Sportwetten-Erlaubnisse überhaupt — und am 9. Dezember 2022 mit einer Folgeerlaubnis verlängert. Am Verfahren, das die Frage „Muss Tipico verlorene Wetteinsätze zurückzahlen? “ zum EuGH trägt, hängt die Klärung einer Grundsatzfrage: Der BGH hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem EuGH vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hat Generalanwalt Emiliou eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich für möglich gehalten.
Das Urteil steht noch aus. Wer aktuell bei Tipico spielt, hat davon nichts zu befürchten — die deutsche Erlaubnis deckt das Angebot uneingeschränkt; sie decelt nur nicht die Frage, was mit Verlusten aus Zeiten vor der Erlaubnis geschieht. Der Fall zeigt vor allem, dass die Whitelist die Marktstruktur ordnet, aber Einzelfälle aus der Zeit vor der Erlaubnis nicht auflöst.
Sportingbet — Sportwetten und virtuelle Automaten unter einem Dach
Sportingbet.de ist in der Whitelist verzeichnet, Inhaberin ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Die Erlaubnis für Sportwetten datiert auf den 9. Oktober 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022; zusätzlich führt das Impressum eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15. November 2022 — eine andere Erlaubnis, andere Regeln. Aufsichtsbehörde ist die GGL.
Ein Inhaber mit zwei Erlaubnissen ist im Feld nicht häufig; in aller Regel sind Sportwetten und virtuelle Automatenspiele separate Verfahren. Wer zwischen den Marken wählt und zugleich virtuelle Slots spielen möchte, hat hier einen Anbieter, der beides unter einer Marke führt.
Sportwetten.de — wenn die Domain das Programm wird
Sportwetten.de fällt unter die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta. Die Erlaubnis wurde am 19. November 2020 erteilt, am 16. Dezember 2022 folgte eine Folgeerlaubnis. Eine Marke, die identisch mit ihrer Domain ist, hat eine merkwürdige Eigenschaft: Wer „Sportwetten.de “ hört, weiss nicht, was gemeint ist — die Marke, der Anbieter oder die Webadresse. Im deutschen Markt ist das eher ungewöhnlich.
Diese Marke tritt ohne werbliche Volten auf: Der Name ist die Seite, die Seite der Name. Wer zwischen Anbietern mit breiter Markenwahrnehmung wählt, findet hier eine Domain, die sachlich und nicht werblich daherkommt.
LeoVegas — das Sportwetten-Bein eines Casino-Anbieters
LeoVegas tritt über Leovegas.de auf, dahinter steht die LVSports Limited. Die Erlaubnis für Sportwetten datiert auf den 21. Oktober 2024, eine Folgeerlaubnis ist nicht eingetragen. Die Marke LeoVegas hat ihre Geschichte im Online-Casino; die Sportwetten-Erlaubnis ist die jüngste Erweiterung in einem Feld, in dem Casino-Anbieter erst seit der GlüStV-Novelle 2021 reguliert einsteigen.
Wer einen Anbieter mit klarem Casino-Profil sucht und dort nun auch Sportwetten nutzen will, findet hier eine Erlaubnis, die mit der Markengeschichte Schritt hält. Wer hingegen einen Anbieter sucht, dessen Kernkompetenz Sportwetten sind, schaut weiter.
AdmiralBet — die längste Erlaubnis-Geschichte im Feld
AdmiralBet.de ist in der Whitelist verzeichnet, Inhaberin ist die Greentube Betting Malta Limited. Die Erlaubnis für Sportwetten datiert auf den 9. Oktober 2020; eine Folgeerlaubnis wurde am 13. Dezember 2022 und erneut am 29. Juli 2024 erteilt. Zusätzlich besteht eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem 28. September 2022.
AdmiralBet durchlief damit als einziger Anbieter im Vergleich drei Erlaubnisphasen — die Behörde genehmigte jeweils die Folge ohne Lücke. Wer auf Erlaubnis-Kontinuität Wert legt, sieht hier das dichteste Erlaubnis-Profil.
bet-at-home — österreichische Verwurzelung, deutsche Erlaubnis
Bet-at-home.de ist in der Whitelist eingetragen, Inhaberin ist die Bet-at-home.com Internet Limited. Die Erlaubnis datiert auf den 2. November 2020, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022; eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele wurde am 28. Dezember 2022 erteilt.
Der Markenname trägt die österreichische Erbschaft in sich, die Erlaubnis ist eine deutsche. Eine mittlere Erlaubnis-Position zwischen der ersten Welle 2020 und der späteren Welle 2024 deutet auf eine Anbieterin hin, die zwischen den frühen Marktteilnehmern und den neueren Vermarktern steht.
Betano — griechisches Eigentum unter deutscher Aufsicht
Betano.de ist in der Whitelist eingetragen, Inhaberin ist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta — hinter Betkick steht der griechische Anbieter Stoiximan, der nach öffentlich zugänglicher Branchenmeldung bereits im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis erhalten hat. Die Whitelist führt die Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022.
Eine griechische Mutter, eine maltesische Gesellschaft und eine deutsche Erlaubnis — die Konstellation ist im Feld ebenso verbreitet wie unauffällig. Wer auf deutsche Eigentumsverhältnisse Wert legt, findet sie hier nicht; wer auf eine vollständig deutsche Erlaubnis achtet, sieht sie dennoch.
NEO.bet — kurzer Markenname, voller Erlaubnis-Zeitstrahl
NEO.bet ist über NEO.bet in der Whitelist geführt, Inhaberin ist die Greenvest Betting Limited. Die Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020 — die erste bundesweite Welle —, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022. Die Marke tritt im Vergleich zum Marktführer kompakter auf, hat aber bereits eine vollständige Erlaubnis-Phase durchlaufen.
Wer eine Marke mit kurzem Namen und kompletter Erlaubnis sucht, ohne die höchste Marktdurchdringung zu verlangen, findet hier einen Eintrag am unteren Ende der Tabelle.
Grundlagen: Markt, Auszahlungsquote, Sportwettensteuer
Hinter der Lizenz steht ein Markt, der nicht einfach entstanden ist, sondern reguliert wurde. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat das Sportwettenmonopol der Länder gelöst und den Weg für länderübergreifende Erlaubnisse freigemacht. Bevor das gehen konnte, musste der Gesetzgeber einige Gerichtsverfahren abwarten — die ersten bundesweiten Erlaubnisse für Sportwetten konnten wegen dieser Verfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Erst danach, mit Inkrafttreten des neuen Vertragswerks am 1. Juli 2021, wurde das System in seiner heutigen Form arbeitsfähig.

Wer 2024 in Deutschland Sportwetten anbot
Im Jahr 2024 hielten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten: 13 durften stationär und online vermitteln (hybrid), 19 nur im Internet; 27 Inhaber hatten ein aktives Angebot. Der Vertrieb erfolgte online über 28 aktive Domains und stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen; für die rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen galt noch eine Übergangsregelung bis zum 30. Juni 2024. Wer 2026 zur Whitelist schaut, findet 30 Einträge — leicht weniger als die Spitze von 2024, weil einige Erlaubnisinhaber zusammengeführt oder vom Markt gegangen sind.
Die Bruttospielerträge der Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis beliefen sich 2024 auf 1.963 Mio. € (+12 % gegenüber dem Vorjahr). Die Wetteinsätze summierten sich auf 8,2 Mrd. € (2023: 7,9 Mrd. €); die durchschnittliche Auszahlungsquote lag 2024 bei 76 % (2023: 78 %). Wer diese Zahl mit Werbeaussagen wie „bis zu 95 % Auszahlung “ vergleicht, sieht den Abstand zwischen Spitzenmarkt und Durchschnitt: 95 % sind auf einzelnen grossen Märkten erreichbar, über das gesamte Wettprogramm hinweg liegt die Quote niedriger.
Das Wettvolumen verteilte sich 2024 zu 47 % auf Pre-Match-Wetten und 53 % auf Live-Wetten. 78 % aller Einsätze entfielen auf Fussball, 8 % auf Basketball, 5 % auf Tennis, weitere 5 % auf Kombinationen aus verschiedenen Sportarten und 1 % auf Eishockey. Wer zwischen den Marken wählt, vergleicht damit vor allem den Kernfall Fussball; die Nischen bleiben Nischen.
Kanalisierungsquote: 77 % im Gesamtmarkt, deutlich über 95 % bei Sportwetten
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 % — 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen demnach auf unerlaubte Angebote. Für Sportwetten allein zeigt eine gesonderte Analyse auf Basis von Steuerdaten des Bundesministeriums der Finanzen einen Anteil von deutlich über 95 %, der über erlaubte Anbieter läuft; illegale Anbieter hatten im Sportwettenmarkt 2022 weniger als fünf Prozent Anteil.
Wer diese beiden Zahlen nebeneinander liest, versteht das Argument hinter der Whitelist: Im Sportwettenmarkt allein funktioniert die Kanalisierung, im Gesamtmarkt — wo Slots und virtuelle Automatenspiele hinzukommen — längst nicht vollständig. Die GGL setzt dem nicht Untätigkeit entgegen: Die Zahl der Untersagungsverfahren stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025; 1,843 illegale Webseiten waren 2025 auf diesem Weg nicht mehr aus Deutschland erreichbar.
Der regulierte deutsche Glücksspielmarkt hatte 2024, gemessen an den Bruttospielerträgen, ein Volumen von etwa 14,4 Mrd. €; die Steuereinnahmen aus Glücksspielen betrugen im selben Zeitraum rund sieben Mrd. €.
Beispielrechnung: was das Einzahlungslimit statistisch kostet
Wer pro Monat 1.000 € einzahlt — das Standardlimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV — und diesen Betrag einmal vollständig auf einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt zu 1,90 / 1,90 setzt, hat rechnerisch eine Auszahlungsquote von 95,000 %: 1 geteilt durch (1 / 1,90 + 1 / 1,90) ergibt 0,95000. Die Marge des Marktes beträgt 5,000 %; der erwartete Verlust auf 1.000 € Umsatz liegt damit bei 50 €.
Wer nicht auf einem perfekt ausgeglichenen Markt spielt, sondern auf realen Märkten mit Mischkursen, findet Margen typischerweise zwischen 5 % und 8 % — entsprechend 50 bis 80 € erwartetem Verlust auf 1.000 € Umsatz. Auf kleineren Märkten und bei Spezialwetten liegen die Margen teils deutlich höher; dort ist der erwartete Verlust grösser. Was hier „erwartet “ heisst, ist ein statistischer Mittelwert über sehr viele Einsätze unter der Annahme, dass jeder Euro einmal gesetzt wird. Eine konkrete Wette kann nach oben oder unten ausschlagen, das ändert die Quote nicht.
Die Rechnung ist nicht das Versprechen einer Auszahlung, sondern die ehrliche Übersetzung des Limits in Verlust-Wahrscheinlichkeit: Wer 1.000 € einzahlt, gibt im statistischen Mittel etwa 5 % davon als Buchmacher-Marge aus. Die Werbung mit „Wir geben 95 % zurück “ ist genau diese Zahl — sie wird nur zur Mogelpackung, wenn der Markt, auf den sie sich bezieht, ein anderer ist als der, auf dem tatsächlich gespielt wird.
Häufige Fragen
Wo sehe ich, ob ein Wettanbieter eine deutsche Erlaubnis hat?
In der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder unter glücksspiel-behoerde.de, dort in der Übersicht erlaubter Anbieter. Massgeblich ist die Domain, nicht der Markenname: Nur wer mit einer in der Whitelist verzeichneten Domain spielt, ist bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis unterwegs. Die Liste wird laufend aktualisiert; eine fehlende Folgeerlaubnis heisst zunächst, dass die erste Genehmigung noch läuft.
Was bringt die Lizenz beim Einzahlungslimit von 1.000 € und beim OASIS-Sperrsystem?
Die Lizenz verpflichtet den Anbieter zur Anbindung an die LUGAS-Limitdatei und an das OASIS-Sperrregister. Über die LUGAS wird das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat technisch durchgesetzt; eine Anhebung erfordert einen wirtschaftlichen Leistungsnachweis und ist frühestens nach sieben Tagen möglich. OASIS prüft jede Anmeldung und jeden Login gegen das bundesweite Sperrregister.
Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?
Weil eine deutsche Erlaubnis nach § 4 Abs. 1 GlüStV erforderlich ist, um in Deutschland Sportwetten anbieten zu dürfen, und weil die GGL nur Erlaubnisse nach ihrem Verfahren vergibt. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat im deutschen Recht keine Anerkennung; entsprechend greifen weder OASIS noch LUGAS, und der Beschwerdeweg bleibt international.
Wer trägt die Sportwettensteuer von 5,3 %?
Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet (§ 19 RennwLottG), nicht vom Spielenden. 5,3 % beziehen sich auf den Einsatz minus die Steuer selbst, was etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Wie der Anbieter die Steuer weitergibt — über reduzierte Quoten, einen Abzug vom Einsatz oder das Tragen selbst — regelt er in seinen Bedingungen. „Steuerfrei wetten “ bezieht sich auf diese Weitergabe.
Gilt eine Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?
Nein. Eine Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten deckt nur das, was ihr Erlaubnistatbestand umfasst — Sportwetten auf den eingetragenen Domains. Slots, Poker und Casinospiele verlangen eigene Erlaubnisse; die GGL führt sie als getrennte Einträge. Eine Inhaberin mit mehreren Erlaubnissen betreibt entsprechend unterschiedliche Angebote unter unterschiedlichen Bedingungen.
Die Sportwettensteuer: 5,3 % — wer trägt sie?
Die Sportwettensteuer ist eine deutsche Spezialität, normiert in §§ 16-25 Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG). Sie beträgt 5,3 %, berechnet auf der Bemessungsgrundlage „Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst “ (§§ 17, 18) — was umgerechnet etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spielenden (§ 19).
Was das praktisch heisst: Die deutsche Erlaubnis verpflichtet den Anbieter, die Steuer ans Finanzamt abzuführen; ob und wie er sie an die Spielenden weitergibt, ist seine Sache. Manche Anbieter ziehen sie vom Einsatz ab, manche reduzieren die Quote, manche tragen sie selbst. Eine Werbung mit „steuerfrei wetten “ bezieht sich auf die Weitergabe-Regelung des jeweiligen Anbieters, nicht auf die Abschaffung der Steuer. Wichtig: Die Entrichtung der Steuer beweist keine Lizenz. Auch ein unerlaubter Anbieter, der in Deutschland Steuern zahlt, bleibt unerlaubt. Wer prüfen will, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, schaut auf die Whitelist.
Lizenz – footballwetteninfo.com
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