Cricketwetten in Deutschland – was erlaubt ist und wer die Spiele führt

Updated Oktober 2026
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Cricket ist in Deutschland eine Randsportart, aber auf den Wettseiten der lizenzierten Anbieter taucht es regelmäßig auf. Die ehrliche Ausgangslage: Wer hier auf ein Test-Match, ein ODI oder ein T20 wettet, bewegt sich innerhalb der Spielformate, die der Spielplan hergibt, und innerhalb der Regeln, die der Glücksspielstaatsvertrag für jede Wette setzt. Cricket-Wettmärkte funktionieren nicht wie Fußballmärkte – sie haben eigene Unterbrechungen, eigene Ergebnisse („Tie“, „Draw“, „No Result“) und eine eigene Rechenmethode, die greift, wenn der Himmel zuschlägt: Duckworth–Lewis–Stern.

Ein weites grünes Cricketfeld mit einem hellen Streifen in der Mitte, tief stehende Sonne, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Wer Cricket tippt, tippt selten auf eine Liga allein. Weltmeisterschaft, indische Premier League, The Hundred, Big Bash, bilateraler Länderspielplan – das Angebot schwankt mit Saison und Sommerzeit. Wer dann noch auf Livewetten setzen will, stößt auf die deutsche Besonderheit: Während eines laufenden Spiels darf hier nur auf das Endergebnis oder auf nächste vergleichbare Ereignisse gewettet werden – eine Wette auf den nächsten Ball ist in Deutschland nicht zulässig, weil „nächster Punkt“ nicht zu den erlaubten Komponenten gehört.

Cricketwetten in Deutschland erfordern ein Verständnis der regulatorischen Rahmenbedingungen. Dieser Leitfaden beleuchtet die verfügbaren Spielformate, die Anforderungen an eine GGL-Erlaubnis und die Auswahl an Anbietern, die Cricket im Wettprogramm führen.

Stand: 17. Oktober 2026. Lizenzangaben und Whitelist-Status wurden gegen die Übersicht erlaubter Anbieter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geprüft.

Cricketwetten sind in Deutschland Glücksspiel im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags – mit allem, was daran hängt. Wer hier wettet, braucht einen Anbieter, der eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis besitzt. Das ist keine Formsache: Die Liste der GGL enthält 30 Einträge, davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich für Pferdewetten), drei weitere nur für Pferdewetten. Cricket fällt – anders als etwa der Basketball, mit dem Tipwin über den DBB eine Partnerschaft verlängert hat – nicht in eine eigene Genehmigungskategorie. Cricketwetten sind Sportwetten, also braucht der Anbieter den Whitelist-Eintrag für Sportwetten, und zwar für die Domain, auf der gespielt wird.

Eine kleine Messingwaage steht auf einem Holztisch vor einem Fenster, weiches Tageslicht, daneben ein leeres Notizbuch.
Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Die Erlaubnis wird von der GGL in Halle (Saale) erteilt, auf der Grundlage von Paragraf 9a Absatz 1 Nummer 3 und Paragraf 27f Absatz 1 des GlüStV 2021, der seit dem 1. Juli 2021 gilt. Eine Erst-Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist führt das Datum der Erteilung, aber kein Enddatum – wer auf den Whitelist-Eintrag schaut, sieht also eine gültige Erlaubnis, ohne dass die Behörde sie befristen würde. Wer „Erlaubnis“ sagt, meint die Eintragung auf dieser Liste; das Wort „Lizenz“ klingt ähnlich, ist im Gesetz aber nicht der Fachbegriff.

Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt. Was die Behörde damit meint, sind Anbieter ohne deutsche Erlaubnis – gleichgültig, ob sie eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta mitbringen. Solche Lizenzen haben in Deutschland keine rechtliche Wirkung; das Geld, das dort auf Cricket gesetzt wird, ist nicht durch OASIS, nicht durch LUGAS und nicht durch die deutsche Rechtsprechung geschützt. Die GGL hat in der Mitteilung „Platincasino“ als Beispiel genannt – der Fall steht für eine Klasse von Angeboten, die in den vergangenen Jahren in Milliardenhöhe abgewickelt worden sein sollen.

Die zivilrechtliche Seite ist in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht – der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verlust aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) für möglich gehalten, dass Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können – mit einer Ausnahme: Wenn die Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Was die Gerichte am Ende entscheiden, ist noch offen. Wer heute bei einem Anbieter ohne GGL-Eintrag wettet, hat keine Garantie, dass eine spätere Welle von Verfahren auch sein Geld zurückbringt.

Die Steuer gehört nicht zur GGL, sondern zum Finanzamt. Sie heißt im Gesetz Sportwettensteuer, geregelt in Paragrafen 16 bis 25 des RennwLottG, und beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ – das entspricht etwa 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung – manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, manche vom Gewinn, manche gar nicht. Wer sich wundert, warum der Gewinn kleiner ausfällt als gerechnet, hat hier oft den Grund.

Spieler- und Datenschutz: was bei lizenzierten Anbietern Pflicht ist

Die Cricketwette beginnt, bevor sie beginnt – mit den Regeln, die jeder Anbieter mit GGL-Erlaubnis erfüllen muss. Sie sind kein Bonus, sie sind die Bedingung, auf der die Erlaubnis beruht. Wer sie kennt, versteht, warum ein lizenzierter Anbieter anders arbeitet als ein offshore-Anbieter und warum der Vergleich der beiden nicht nur eine Lizenz-, sondern auch eine Sicherheitsfrage ist.

Ein Cricketschläger aus hellem Holz und ein roter Lederball liegen auf kurzem Rasen, weiches Abendlicht.
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Das Alter setzt der Glücksspielstaatsvergang in Paragraf 4 Absatz 3: 18 Jahre, ohne Ausnahme. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter maximal 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € erlauben – aber keine Auszahlung. Danach wird das Konto voll geprüft. Das bringt mit sich, dass das angegebene Zahlungsmittel auf den angemeldeten Namen lauten muss und dass anonyme Zahlungsmittel ausgeschlossen sind – also keine Kryptowährungen und keine anonymen Prepaidkarten. Welche konkreten Marken ein Anbieter akzeptiert, regelt er in seinen eigenen Zahlungsbedingungen.

Das Einzahlungslimit ist im Glücksspielstaatsvertrag nicht als Wettlimit, sondern als übergreifendes Limit angelegt: 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, technisch durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler mehr freigeben – bis 10.000 €, in Einzelfällen bis 30.000 €, aber höchstens für ein Prozent seiner aktiven Kundschaft – wenn der Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachvollziehbar belegt. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen. Parallel zu LUGAS läuft die Aktivitätsdatei: Sie verhindert, dass ein Spieler zur gleichen Zeit bei mehreren Anbietern aktiv ist.

OASIS, die Spielersperrdatei nach Paragrafen 8 und 8a, wird bei Registrierung und Login geprüft. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Zusätzlich gibt es den Panikbutton nach Paragraf 6i Absatz 3, der sofort für 24 Stunden sperrt – eine Art Notausschalter, der ohne Erklärung und ohne Beratung gedrückt werden kann. Anbieter ohne GGL-Erlaubnis sind an diese Register nicht angeschlossen – wer dort spielt, fällt durch jedes Schutzraster hindurch, das in Deutschland gebaut worden ist.

Guthaben wird auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto geführt. Bei Kontoschließung muss der Anbieter das Restguthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren auszahlen. Diese Frist steht im Gesetz, nicht in den AGB. Wer ein Konto schließt, hat damit einen Anspruch, der einklagbar ist – nicht nur eine Bitte, die der Anbieter nach eigenem Ermessen beantwortet.

Spielformate und ihre Märkte: Test, ODI und Twenty20

Cricket ist nicht ein Spiel, es sind mehrere, und jede Form hat eine eigene Wett-Logik. Wer auf Cricket wetten will, muss verstehen, worauf er wettet – sonst wettet er auf das falsche Spiel mit dem falschen Markt. Drei Formate prägen den internationalen Spielplan: Test-Match, ODI und Twenty20. Zu ihnen kommen kürzere Formate, die im Club- und Ligabetrieb eine Rolle spielen, sowie nationale Twenty20-Ligen wie die Indian Premier League (IPL) – ein Beispiel für eine Liga mit internationalen Spielern, die zur eigentlichen Saisonattraktion geworden ist.

Das Test-Match ist die Urform. Es dauert bis zu fünf Tage mit drei Sitzungen pro Tag, jede Sitzung ungefähr zwei Stunden lang. Eine Mannschaft hat im klassischen Test zwei Innings, in einigen neueren Formaten vier. Wer auf einen Test wettet, wettet in der Regel auf „Sieg“ oder „Draw“ – den klassischen Unentschieden-Ausgang, der entsteht, wenn die Zeit abläuft, bevor alle Innings gespielt sind. Der „Draw“ ist im Cricket häufiger als in fast jeder anderen Sportart, und er ist ein eigener Markt.

Das One-Day International, kurz ODI, ist die begrenzte Form: 50 Overs pro Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen, eine Seite schlägt mit elf Spielern. Wer auf ein ODI wettet, wettet in der Regel auf den Sieger eines Spiels, das maximal einen Tag dauert. Dazu kommen Märkte auf Gesamtruns, auf die Zahl der Wickets und auf einzelne Spielerleistungen. Am Cricket World Cup – dem 50-Over-Turnier der Männer – messen sich die besten Nationalmannschaften; 2023 in Indien gewann Australien, die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Twenty20, kurz T20, ist die kürzeste internationale Form: 20 Overs pro Innings, höchstens 75 Minuten pro Innings. Wer auf ein T20 wettet, wettet auf eine Partie, die in etwa drei Stunden entschieden ist – mit allen Swing-Momenten, die dazugehören. Die IPL ist die bekannteste nationale T20-Liga; daneben existieren Ligen wie The Hundred, Big Bash League und Caribbean Premier League. Wer auf eine Liga wettet, wettet oft auf Spieler, nicht nur auf Mannschaften: „Top Batsman“, „Top Bowler“, „Player of the Match“ sind typische Märkte, die bei T20-Spielen dichter sind als bei Tests.

Zu diesen Formaten kommen einige Regeln, die jeder Wettanbieter in seinen Regeln kennen muss. Cricket endet als „Tie“, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist – der sehr seltene Ausgang, der für Wettzwecke oft als eigenes Ergebnis geführt wird. Bei Test-Matches kann das Spiel enden, bevor alle Innings ausgespielt sind, mit dem klassischen „Draw“. In Limited-Overs-Spielen kann ein Gewitter das Spiel verkürzen – dann greift die Duckworth–Lewis–Stern-Methode, die das Ziel für die nachschlagende Mannschaft neu berechnet. 50-Over-Spiele brauchen mindestens 20 Overs pro Mannschaft, T20-Spiele mindestens fünf, damit das Ergebnis überhaupt zählt; sonst gilt „No Result“.

Die Konsequenz für die Wette: Wer ein Livewetten-Angebot sieht, das mitten im Spiel die Linie ändert, sieht die Kalkulation des Anbieters gerade dann reagieren, wenn das Wetter die Innings verkürzt. Wer auf „Draw“ wettet, wettet auf eine cricket-spezifische Möglichkeit, die im Fußball nicht existiert. Wer auf T20 wettet, akzeptiert, dass das Ergebnis in etwa drei Stunden fallen kann – ein anderes Zeitfenster als beim ODI oder beim Test. Wer die Formate nicht trennt, vergleicht Märkte, die nicht vergleichbar sind.

Wie Cricket-Wettmärkte funktionieren – von der Quote zum Ergebnis

Eine Cricketwette unterscheidet sich von einer Fußballwette nicht in der Quote, sondern darin, was die Quote abdeckt. Eine Quote auf einen Sieger sagt aus, dass die Mannschaft, die das Spiel gewinnt, die Wette trägt – und nur diese. Eine Quote auf „Draw“ gewinnt, wenn die Zeit abläuft, ohne dass alle Innings gespielt sind. Eine Quote auf „Tie“ gewinnt, wenn nach dem Schluss der Innings Gleichstand herrscht. Drei Wetten, drei Bedeutungen, eine Disziplin.

Der Anbieter kalkuliert seine Quoten so, dass auf jedes mögliche Ergebnis eine implizite Wahrscheinlichkeit fällt. Addieren sich diese Wahrscheinlichkeiten zu mehr als 100 Prozent, ist die Differenz die Marge des Buchmachers. Eine Quote von 1,90 / 1,90 auf einen Zwei-Wege-Markt etwa entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 1 ÷ 1,90 = 0,5263 je Seite, also 1,0526 insgesamt – 105,26 Prozent, oder anders gesagt eine Marge von rund 5,26 Prozent. Bei Livewetten kann die Marge höher liegen, weil das Modell weniger Vorlauf hat und die Unsicherheit größer ist. Drei-Wege-Märkte – etwa „Sieg Heimmannschaft / Unentschieden / Sieg Gastmannschaft“ – haben eine größere Marge, weil die Buchmacher den dritten Ausgang mitfinanzieren müssen.

Die Quoten schwanken ständig. Vor dem Spiel stehen sie auf der Grundlage von Teamstärke, Form und Wetter; während des Spiels passen sie sich an Runs, Wickets, verbleibende Overs und das DLS-Verhältnis an. Wer eine Wette platziert, sollte wissen, dass die Quote zum Zeitpunkt der Platzierung fixiert wird – ein späterer Wechsel der Linie berührt die offene Wette nicht. Wer mit Cash Out aussteigt, verkauft die Wette an den Anbieter zurück; der Auszahlungsbetrag folgt dem aktuellen Modell des Anbieters, nicht dem verbleibenden Spielwert.

Die Auszahlung einer Wette ist Einsatz mal Quote. Wer 10 € auf eine 2,50 setzt, bekommt 25 € zurück, wenn die Wette sitzt – davon 15 € Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine: 1,80 × 2,20 × 1,90 = 7,524, 10 € Einsatz werden bei voller Trefferquote zu 75,24 €. Eine Mindestquote, die ein Anbieter verlangt, schneidet Beine mit niedriger Quote aus – wer bei 1,40 spielen will, riskiert, dass die Wette nicht zählt.

Wer in Deutschland wettet, hat in der Auszahlung noch die Sportwettensteuer zu bedenken: Gesetzlich sind 5,3 Prozent auf die Steuerbasis zu entrichten, was effektiv etwa 5,03 Prozent des Wetteinsatzes ausmacht. Wie der Anbieter sie handhabt – ob er sie vom Einsatz abzieht, vom Gewinn subtrahiert oder selbst trägt – sagt er in seinen Bedingungen. Wer den Brutto- vom Netto-Gewinn unterscheiden will, sollte vor der ersten Wette einen Blick in diese Bedingungen werfen.

Livewetten auf Cricket und die deutsche Sonderregel

Cricket ist eine Livewette par excellence – das Spiel dauert lang, die Phasen wechseln, eine Session kann kippen. Wer live auf Cricket wettet, sitzt vor einem Bild, das in Echtzeit Übersicht bietet. In Deutschland allerdings nur bis zu einer Grenze: Paragraf 21 Absatz 4 GlüStV erlaubt Livewetten nur auf das Endergebnis oder auf „den nächsten Ball“, das „nächste Tor“, den „nächsten Satz“ – Komponenten, die selten genug sind, um nicht in eine Wett-Spirale zu kippen. Beim Fußball ist das „nächste Tor“ erlaubt, beim Tennis der „nächste Satz“. Beim Cricket: keine eindeutige erlaubte Komponente dieser Art. „Nächster Ball“ ist kein „nächstes Tor“ und kein „nächster Satz“.

Die Folge für das Cricket-Livewetten-Angebot: Es ist auf das Endergebnis beschränkt. Wer darauf spekuliert, dass die schlagende Mannschaft die Partie dreht, kann eine Wette auf den Gesamtsieger platzieren – nicht aber auf den nächsten Wicket oder den nächsten Six. Wer auf einen Spieler live setzen will, kann das in der Regel nicht, jedenfalls nicht bei einem Anbieter, der sich an die Vorgaben der GGL halten will.

Die GGL hat in ihrer Praxis klargestellt, dass eine Komponente nur dann erlaubt ist, wenn sie selten genug ist, um nicht zu einer „Wett-Spirale“ zu werden – einem Wetten in immer kleineren Intervallen, das sowohl erlaubnisrechtlich als auch suchtpräventiv ein Problem wäre. Cricket hat viele kleine Ereignisse – Bälle, Runs, Wickets, Over-Grenzen. Sie alle fallen unter die Schwelle der „seltenen Komponente“. Cricket-Livewetten sind deshalb in Deutschland enger als in anderen Märkten.

Wer trotzdem live auf Cricket wetten will: Eine Wette auf das Endergebnis ist möglich. Eine Wette auf den nächsten Wicket oder den nächsten Six ist es nicht. Wer ein Online-Angebot sieht, das so etwas anbietet, sieht ein Angebot, das möglicherweise nicht auf der Whitelist steht. Die GGL warnt vor solchen Angeboten – und zwar regelmäßig.

Cricket und das Wetter: Duckworth–Lewis–Stern

Cricket ist eine Outdoor-Sportart. Regen ist sein größter Feind. Wenn der Himmel über dem Stadion zuschlägt, bricht der Schiedsrichter das Spiel ab. Wenn die Unterbrechung so lang ist, dass nicht mehr alle Overs gespielt werden können, ist ein Ergebnis nach den normalen Regeln nicht mehr möglich. Dann tritt die Duckworth–Lewis–Stern-Methode auf den Plan – ein statistisches Verfahren, das das Ziel der nachschlagenden Mannschaft neu berechnet, als ob alle Overs gespielt worden wären.

Die Methode wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council (ICC) offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach dem Statistiker Steven Stern den vollen Namen Duckworth–Lewis–Stern. Sie funktioniert so: Im 50-Over-Cricket müssen beide Mannschaften mindestens 20 Overs spielen, sonst zählt das Spiel nicht; im Twenty20 sind es mindestens fünf. Beide Mindestgrenzen gelten mit Ausnahme – wenn ein Team all out geht oder das Ziel früher erreicht, gilt das Ergebnis früher. Was passiert, wenn die Unterbrechung so lang ist, dass nicht einmal diese Mindestovers erreicht werden: Das Spiel wird zu „No Result“ – die meisten Wettmärkte stornieren die Wette, einige wenige werden mit dem DLS-Verhältnis als Ergebnis gewertet.

Für die Wette bedeutet das: Wer eine Pre-Match-Wette auf den Sieger platziert, sollte prüfen, ob der Anbieter „No Result“-Spiele storniert oder als Unentschieden wertet; die Antwort steht in den Regeln, nicht in der Werbung. Wer live wettet, sieht, dass die Linie sich ändert, wenn das Wetter zuschlägt – der Anbieter rechnet seine Modellierung neu, sobald klar ist, dass nicht alle Overs gespielt werden. Wer auf einen Spieler wettet, muss damit rechnen, dass einzelne Spieler-Märkte nur dann zählen, wenn das Spiel mindestens eine bestimmte Mindestlänge erreicht hat – die Bedingung steht in den Regeln des Markts.

DLS ist keine Spezialregel für Wettfreunde. Sie ist ein statistisches Werkzeug, das Cricket erst zu einer Disziplin mit Wettbarkeit in Echtzeit macht. Wer sie nicht versteht, wettet auf eine Quote, ohne zu wissen, was die Quote wertet.

Wer Cricket im Programm hat: zehn Anbieter im Vergleich

Wer in Deutschland Cricketwetten platzieren will, hat zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis zur Auswahl. Sie haben unterschiedliche Stärken: Manche sind etablierte Wettanbieter mit breitem Fußball-Programm und einem Cricket-Angebot als Beimarkt, andere sind jüngere Marken, die gezielt Cricket abdecken, wieder andere sind Allrounder mit langer Markttradition. Eine Cricketwette selbst zu platzieren heißt, einen Anbieter zu wählen, der die gewünschten Märkte führt – und das ist nicht bei allen zehn der Fall.

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnis-Inhaber Erlaubnis seit
Tipico GGL Whitelist Tipico Co. Limited 09.10.2020
ODDSET GGL Whitelist ODDSET Sportwetten GmbH 18.11.2020
NEO.bet GGL Whitelist Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Tiptorro GGL Whitelist Torro Tec Limited 30.06.2021
DAZN Bet GGL Whitelist DZBT Operations Limited 22.08.2023
Sportwetten.de GGL Whitelist NetX Betting Limited 19.11.2020
888sport GGL Whitelist 888 Germany Limited 30.06.2021
Betway GGL Whitelist Betway Limited 09.03.2021
bwin GGL Whitelist bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Interwetten GGL Whitelist Interwetten Gaming Limited 02.11.2020

Alle zehn Anbieter besitzen eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis nach Paragraf 9a Absatz 1 Nummer 3 GlüStV, ausgestellt von der GGL mit Sitz in Halle (Saale), auf der Grundlage der Whitelist nach Paragraf 9 Absatz 8 GlüStV im Stand vom 2. Oktober 2026. Sie sind hier keine Vergleichspreise – sie sind eine Auswahl. Welcher Anbieter Cricket führt und mit welcher Marge, muss vor der Wette im Wettprogramm nachgeschlagen werden; die Cricket-Märkte selbst schwanken mit Saison, Sommerzeit und Verfügbarkeit der Streams.

Die Frage, die sich jeder Wettende stellt, ist nicht „wer hat die Erlaubnis“, sondern „wer hat das bessere Programm“. Diese Frage hat keine pauschale Antwort. Sie hat eine saisonale: Wer in der indischen Premier League wetten will, muss einen Anbieter finden, der IPL anbietet. Wer auf den Cricket World Cup 2027 setzen will, muss einen Anbieter finden, der die 14-er-Ausgabe in Südafrika, Simbabwe und Namibia abbildet. Wer auf The Hundred oder Big Bash wettet, findet andere Anbieter. Cricket ist im Mainstream-Programm – wer eine Mainstream-Marke wählt, hat in der Regel die Weltcups und die großen Tests; wer eine Nischenmarke wählt, hat eher die ungewöhnlichen Ligen.

Tipico – etablierter Mainstream-Anbieter mit breitem Programm

Tipico ist einer der sichtbarsten Mainstream-Anbieter in Deutschland und hält eine Sportwetten-Erlaubnis über die Tipico Co. Limited mit Sitz in Malta, erste Erteilung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022. Die Marke spricht eine breite Zielgruppe an, das Wettprogramm konzentriert sich auf Fußball und die großen US-Sportarten. Cricket ist Teil des Randprogramms – vorhanden, aber nicht das Hauptargument. Die Tipico-App bewirbt Cashout und Live-Wetten, ohne den Schwerpunkt auf eine bestimmte Cricket-Liga zu legen.

Wer hier wettet, findet Cricket eher in Weltcup-Phasen und bei großen Länderspielen. Das Programm ist solide, aber kein Cricket-Schwerpunkt. Wer ausschließlich Cricket wetten will, sollte das Programm vor der Anmeldung prüfen.

ODDSET – der deutsche Lotterie-Anbieter

ODDSET ist Teil der staatlichen Lotterie-Welt und wird von der ODDSET Sportwetten GmbH betrieben. Die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 erteilt, Aufsichtsbehörde ist die GGL. Die Marke richtet sich an Spieler, die einen seriösen Anbieter mit deutscher Verwurzelung suchen.

ODDSET ist kein Cricket-Spezialist. Wer Cricket wetten will, sollte das Programm prüfen – verfügbar sind vor allem Weltcup-Phasen und wenige andere Highlights.

NEO.bet – Newcomer mit Lizenz

NEO.bet gehört zur Greenvest Betting Limited mit Sitz in Malta; erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022. Die Marke ist jünger als die Mainstream-Größen, positioniert sich im Online-Segment und bietet ein Wettprogramm, das Fußball in den Mittelpunkt stellt. Cricket wird im Programm geführt, soweit es der internationale Spielplan hergibt.

Wer hier wettet, sollte vor der Anmeldung das Cricket-Programm prüfen – NEO.bet ist kein Cricket-Schwerpunkt, aber ein Anbieter, der Cricket auf seinem Wettprogramm hat.

Tiptorro – Marke hinter Torro Tec

Tiptorro wird von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta betrieben; erste Erlaubnis 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022. Im App Store beschreibt sich das Unternehmen als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder“. Die Marke Tiptorro ist im deutschsprachigen Mainstream-Markt weniger sichtbar als andere, aber lizenziert.

Wer hier wettet, sollte das Programm prüfen; Cricket ist im Mainstream-Programm enthalten, wenn auch nicht im Mittelpunkt.

DAZN Bet – die Sportwetten-Marke hinter DAZN

DAZN Bet wird von der DZBT Operations Limited mit Sitz in Malta betrieben; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet seit dem 22. August 2023. DAZN Bet ist die Wett-Marke des Streaming-Dienstes DAZN und positioniert sich als Sportwetten-Anbieter für Nutzer, die ihre Spiele bereits über DAZN schauen. Cricket ist im Programm enthalten, in der Regel in der Phase der großen Turniere.

Wer hier wettet, schätzt das Zusammenspiel mit dem Streaming-Angebot; Cricket ist Randprogramm.

Sportwetten.de – der Mainstream-Anbieter

Sportwetten.de gehört zur NetX Betting Limited mit Sitz in Malta; erste Erlaubnis 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022. Die Marke gehört zum deutschen Mainstream und führt ein breites Wettprogramm mit Fußball im Mittelpunkt. Cricket ist im Programm enthalten; das Programm sollte vor der Anmeldung auf das Vorhandensein der gewünschten Märkte geprüft werden.

888sport – internationales Schwergewicht

888sport ist Teil der 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert ist. Die deutsche Erlaubnis läuft über die 888 Germany Limited; erste Erlaubnis 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022. Die Marke hat eine lange Wetttradition und führt Cricket im Programm – vor allem die Weltcups und die größeren Test-Serien.

Wer hier wettet, findet ein internationales Programm mit Cricket auf Weltcup-Niveau.

Betway – Anbieter mit Cash-Out und Konfigurator+

Betway wird von der Betway Limited betrieben; erste Erlaubnis 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022. Die App bewirbt einen Cash-Out, der unter „Meine Wetten“ mit einem grünen Symbol erscheint und bei dem der Wert der Wette angezeigt wird – ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator „Konfigurator+“ für Fußballspiele an, der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. Cricket ist Teil des internationalen Wettprogramms; das konkrete Cricket-Angebot hängt von Saison und Verfügbarkeit ab.

Wer hier wettet, schätzt die Cash-Out-Option und ein internationales Programm; Cricket ist Teil davon.

bwin – der Mainstream-Marktteilnehmer

bwin wird von der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Malta betrieben; erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022. bwin gehört zu den bekanntesten europäischen Marken und führt ein breites Wettprogramm mit Fußball im Mittelpunkt. Cricket ist im Programm vorhanden; das Programm sollte vor der Anmeldung auf die Cricket-Märkte geprüft werden.

Interwetten – klassischer Anbieter mit lizenzierter deutscher Erlaubnis

Interwetten wird von der Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Malta betrieben; erste Erlaubnis 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022. Die Marke hat eine lange Tradition als Sportwetten-Anbieter und führt Cricket im Programm. Wer Cricket wetten will, kann das Angebot vor der Anmeldung prüfen.

Welche Cricket-Märkte es gibt und wie sie kalkuliert werden

Cricket bietet mehr Märkte als den Sieger. Wer auf Cricket wettet, kann auf verschiedene Ereignisse innerhalb des Spiels setzen – jeder Markt mit eigener Quote, eigener Marge und eigener Bedingung. Die wichtigsten Märkte im Überblick:

Der Sieger-Markt ist die Basis. Beim Test-Match gibt es in der Regel drei Ausgänge: Sieg Heimmannschaft, Draw, Sieg Gastmannschaft. Beim ODI und T20 gibt es zwei: Sieg Heimmannschaft, Sieg Gastmannschaft – mit „Tie“ und „No Result“ als Sonderfälle, die in den Wettbedingungen geregelt sind. Wer auf den Sieger wettet, sollte wissen, dass ein „Draw“ beim Test kein „Tie“ ist – zwei verschiedene Ausgänge, die unterschiedliche Quoten bekommen.

Der Top-Batsman-Markt fragt nach dem Spieler, der in einer Partie die meisten Runs erzielt. Er ist bei T20-Spielen beliebt, weil die Spielerliste kurz und die Formkurve entscheidend ist. Wer auf einen Spieler wettet, sollte die Form prüfen; bei internationalen Begegnungen können die Quoten hart schwanken.

Der Top-Bowler-Markt fragt nach dem Spieler, der die meisten Wickets erzielt. Auch hier ist die Form entscheidend; bei T20-Spielen gibt es in der Regel vier oder fünf Bowlers pro Mannschaft, sodass das Feld enger ist als beim Batsman-Markt.

Die Combined-Runs-Wette ist eine Wette auf die Gesamtzahl der Runs, die beide Mannschaften zusammen erzielen. Das Buchmachern liegt eine Linie zugrunde – zum Beispiel „über 320,5 Runs“ – und der Spieler wettet auf Über oder Unter. Die Marge liegt auf diesem Markt höher als beim reinen Sieger-Markt, weil das Modell mehr Parameter hat.

Die Innings-Läufe-Wette bezieht sich auf die Runs in einem einzelnen Innings, ähnlich wie eine „über / unter“-Wette beim Fußball. Wer auf ein Innings wettet, muss die Spielbedingungen kennen – ein T20-Innings hat höchstens 20 Overs, ein ODI-Innings 50, ein Test-Innings beliebig.

Die Player-Performance-Wette kombiniert Runs und Wickets zu einem Spieler-Profil. Solche Wetten sind komplexer und haben eine höhere Marge; sie sind eher für Wettende gedacht, die einen Spieler über mehrere Spiele hinweg beobachten.

Die Marge eines Cricket-Markts ist nicht pauschal. Sie hängt ab von der Zahl der möglichen Ausgänge, von der Komplexität des Modells und davon, wie viel der Anbieter vom Markt versteht. Eine Zwei-Wege-Wette auf den Sieger eines T20-Spiels liegt in der Regel zwischen 5 und 8 Prozent Marge. Eine Spieler-Wette mit 20 Ausgängen liegt höher. Eine Livewette auf das Endergebnis liegt meist über der Pre-Match-Wette, weil das Modell mitten im Spiel weniger Daten hat.

Beispielrechnung: die Marge einer Zwei-Wege-Wette

Eine illustrative Zwei-Wege-Cricket-Wette zu Quoten von 1,90 / 1,90 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 1 ÷ 1,90 = 0,5263 auf jeder Seite – oder 52,63 Prozent. Multipliziert mit den beiden Seiten ergibt sich eine Summe von 1,0526 oder 105,26 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus der Auszahlungsquote, also 5,26 Prozent. Wer darauf wettet, lässt durchschnittlich 5,26 Cent von jedem Euro Einsatz beim Anbieter.

Das ist eine Bandbreite, kein exakter Wert. Eine echte Wette hat eine leicht andere Quote, und eine kleine Bewegung – 1,85 / 1,95 statt 1,90 / 1,90 – verschiebt die Marge nach unten, weil das Modell eine leichte Favoritenstellung einbaut. Wer die Quote auf das Endergebnis prüft, sieht die Marge in der konkreten Zahl, nicht als pauschale Aussage.

Was eine Quote wert ist: Rechenbeispiele

Eine Quote von 2,10 auf einen Sieg bedeutet: Wer 10 € setzt, bekommt 21 € zurück, wenn die Wette sitzt. Davon sind 10 € Einsatz und 11 € Gewinn. Wer auf eine 3,50 setzt, bekommt 35 € auf 10 € Einsatz zurück. Wer eine Kombiwette mit drei Beinen bei Quoten von 1,80, 2,20 und 1,90 spielt, hat eine Gesamtquote von 1,80 × 2,20 × 1,90 = 7,524. 10 € Einsatz werden bei voller Trefferquote zu 75,24 €.

In Deutschland kommt die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent auf der Basis „Einsatz minus die Steuer selbst“ hinzu – oder rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags. Wie der Anbieter sie handhabt, sagt er in seinen Bedingungen. Manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, sodass der effektive Einsatz 9,50 € statt 10 € ist; andere subtrahieren sie vom Gewinn, sodass 11 € auf 9,42 € schrumpfen; wieder andere tragen sie selbst. Wer den Brutto- vom Netto-Gewinn unterscheiden will, prüft die Wettbedingungen, bevor die erste Wette platziert wird.

Wer Cricket verfolgt: Spielplan, Streams und internationale Ligen

Wer Cricket verfolgen will, muss wissen, wo die Spiele laufen. Der internationale Spielplan wird vom International Cricket Council (ICC) koordiniert; die nationale Twenty20-Liga IPL läuft in Indien von März bis Mai, The Hundred in England im August, Big Bash in Australien von Dezember bis Februar. Die Spiele sind selten im deutschen Free-TV, aber auf Streaming-Diensten wie DAZN verfügbar – passend zur Sportwetten-Marke DAZN Bet.

Wer bei einem Anbieter wie DAZN Bet wettet, hat damit einen Anbieter, der im Ökosystem des Streamings liegt. Wer bei einem Mainstream-Anbieter wie bwin oder Tipico wettet, hat einen Anbieter, der nicht zwingend an einen Streaming-Dienst gebunden ist. Cricket-Live-Streams sind in Deutschland selten direkt beim Anbieter verfügbar; die meisten Wettenden verfolgen die Spiele über DAZN oder ESPN Player.

Die Spiele, die in Deutschland gewettet werden, sind überwiegend die Weltcups – Cricket World Cup 2023 in Indien, Endspiel Australien gegen Indien; Cricket World Cup 2027 in Südafrika, Simbabwe und Namibia, erweitert auf 14 Teams. Dazu kommen World Test Championship, T20 World Cup, bilateraler Länderspielplan und nationale Ligen. Die Auswahl hängt nicht nur von der Wettmöglichkeit, sondern auch vom Spielplan ab.

Schutz vor Spielsucht: OASIS, LUGAS und der Panikbutton

Wer auf Cricket wettet, hat in Deutschland drei Schutzebenen: OASIS, LUGAS und den Panikbutton. OASIS ist die Spielersperrdatei, die bei Registrierung und Login geprüft wird; wer in OASIS gesperrt ist, kann sich nicht anmelden. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Die Datenbank wird von der GGL geführt; jeder lizenzierte Anbieter muss die Sperre technisch durchsetzen.

LUGAS ist die Limit- und Aktivitätsdatei. Sie setzt das übergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat durch, das über alle Anbieter hinweg gilt. Ein Anbieter kann für einen Spieler mehr freigeben, wenn er nachvollziehbar belegt, dass er wirtschaftlich dazu in der Lage ist – ein Schritt, der in der Regel nur für sehr erfahrene Spieler sinnvoll ist. LUGAS enthält auch die Aktivitätsdatei, die verhindert, dass ein Spieler zur gleichen Zeit bei mehreren Anbietern aktiv ist.

Der Panikbutton nach Paragraf 6i Absatz 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus – ohne Erklärung, ohne Beratung. Wer in einer risikoreichen Situation die Bremse ziehen will, drückt den Panikbutton und ist für 24 Stunden ausgesperrt. Eine Selbstsperre über OASIS ist eine stärkere Maßnahme, weil sie länger dauert.

Drei Schutzebenen, ein Ziel: Wer in Deutschland wettet, ist nicht allein gelassen. Wer in einem Anbieter ohne GGL-Erlaubnis wettet, hat keine dieser Ebenen. OASIS kennt ihn nicht, LUGAS nicht, der Panikbutton nicht. Wer in Deutschland die Sicherheit will, spielt bei einem Anbieter, der diese Werkzeuge tatsächlich anbietet.

Was eine Wette kostet: Einsatz, Quote, Steuer und die übergreifende Belastung

Eine Cricketwette kostet nicht den Einsatz allein. Sie kostet den Einsatz mal (1 – Marge), weil ein Teil jedes Einsatzes als Marge beim Anbieter bleibt. Bei einer Zwei-Wege-Wette mit 5,26 Prozent Marge bleiben 5,26 Cent von jedem Euro; wer 100 € setzt, lässt 5,26 € als erwarteten Verlust. Über 100 Wetten à 100 € Einsatz bleibt die kumulierte Belastung bei rund 526 € – die Hälfte des Einsatzes – auch wenn einzelne Wetten höhere oder niedrigere Quoten mitbringen.

Die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent auf der Basis „Einsatz minus die Steuer selbst“ kommt obendrauf. Bei 100 € Einsatz, die der Anbieter durchlässt, bleiben ungefähr 95,30 € als effektiver Einsatz, die der Buchmacher für die Wette nutzt. Wer darauf wettet und verliert, hat 100 € verloren; wer gewinnt, hat je nach Quote einen Gewinn, der nach Abzug der Steuer kleiner ausfällt als die Brutto-Rechnung vermuten lässt. Wer nicht nachrechnet, wettet auf eine Quote, die kleiner ist als sie aussieht.

Kombiwetten verstärken den Effekt, weil sich die Margen der einzelnen Beine multiplizieren. Eine Dreier-Kombi mit Margen von 5 Prozent je Bein hat eine kombinierte Marge von etwa 14,26 Prozent – auf jedem Euro Einsatz bleiben rund 14 Cent als erwarteter Verlust. Wer auf Kombiwetten setzt, sollte das wissen, bevor die Wette platziert wird.

Wer nicht auf Cricket wettet: Hinweise für Eltern und Angehörige

Minderjährige dürfen in Deutschland nicht an Glücksspielen teilnehmen. Wer unter 18 ist, hat im System nichts zu suchen – weder als Spieler noch als Helfer. Angehörige, die ein Konto bei einem Minderjährigen vermuten, können sich an die GGL wenden; OASIS-Sperren werden auch auf Antrag eines Dritten möglich, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Wer ein problematisches Spielverhalten erkennt – eigene Hektik beim Wetten, Spiel mit geliehenem Geld, Jagd nach Verlusten – kann den Panikbutton oder die Selbstsperre nutzen und sich an eine Beratungsstelle wenden.

In Deutschland bieten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Landesfachstellen Beratung an. Die GGL selbst führt eine Übersicht der Hilfsangebote; sie sieht aus wie eine Telefonnummer, ist aber Teil der Schutzstruktur, die das deutsche Glücksspielrecht geschaffen hat.

Wo Cricket in Deutschland gewettet werden kann

Cricketwetten sind in Deutschland legal, wenn der Anbieter auf der Whitelist steht. Die Auswahl beschränkt sich auf zehn Anbieter mit GGL-Erlaubnis; einige davon führen Cricket als Mainstream-Bestandteil, andere als Nischenangebot. Wer einen Anbieter mit GGL-Erlaubnis wählt, hat den Schutz von OASIS, LUGAS und Panikbutton; wer einen Anbieter ohne Erlaubnis wählt, hat nichts davon.

Die richtige Wahl hängt von der Frage ab, die der Spieler beantworten will. Wer Cricket wetten will, prüft das Programm des Anbieters – ob der Cricket World Cup 2027 geführt wird, ob die IPL im Programm ist, ob The Hundred vorkommt. Wer auf Livewetten steht, prüft, ob der Anbieter das Endergebnis live anbietet. Wer Cashout will, prüft, ob der Anbieter diese Funktion hat. Wer auf Sicherheit wert legt, prüft die Whitelist.

Cricket ist eine Wetten-Disziplin mit eigener Logik: eigene Spielformate, eigene Ergebnisse, eigene Wetterkapriolen. Wer die Logik versteht, kann seine Wetten kalkulieren – nicht gewinnen, aber kalkulieren. Das ist die Grundlage, auf der die Auswahl steht.

Häufige Fragen zum Cricketwetten in Deutschland

Eine Cricketwette ist in Deutschland legal, wenn der Anbieter eine Sportwetten-Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzt und auf der Whitelist vom 2. Oktober 2026 geführt wird. Die Liste enthält 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis; zehn davon sind im Cricket-Segment regelmäßig vertreten. Wer bei einem Anbieter ohne Whitelist wettet, wettet ohne deutschen Schutz – OASIS, LUGAS und Panikbutton greifen dort nicht.

Was unterscheidet Test, ODI und T20 für meine Wetten?

Test-Matches dauern bis zu fünf Tage und können als „Draw“ enden, wenn die Zeit abläuft. One-Day Internationals sind auf 50 Overs pro Innings begrenzt und enden mit Sieger oder „Tie“; Twenty20-Spiele umfassen 20 Overs und sind in etwa drei Stunden entschieden. Wer auf einen Test wettet, hat einen dritten Ausgang („Draw“), den es bei ODI und T20 in der Regel nicht gibt. Wer auf T20 wettet, hat eine kürzere Reaktionszeit und dichtere Spieler-Märkte.

Wie funktioniert Duckworth–Lewis–Stern bei einer Wette?

Wenn ein Limited-Overs-Spiel wegen Regens unterbrochen wird und nicht alle Overs gespielt werden können, berechnet die Duckworth–Lewis–Stern-Methode das Ziel für die nachschlagende Mannschaft neu. In 50-Over-Spielen müssen mindestens 20 Overs je Mannschaft absolviert werden, in T20 mindestens fünf, sonst wird das Spiel zu „No Result“. Die meisten Wettanbieter stornieren Wetten auf „No Result“-Spiele; wer das prüfen will, liest die Wettbedingungen des Anbieters, bevor die Wette platziert wird.

Welche Livewetten auf Cricket sind erlaubt?

Livewetten auf Cricket sind in Deutschland auf das Endergebnis beschränkt. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt während eines laufenden Spiels nur Wetten auf das Endergebnis oder auf seltene Komponenten wie das nächste Tor oder den nächsten Satz. „Nächster Ball“ oder „nächster Wicket“ sind keine erlaubten Komponenten, weil sie zu häufig vorkommen. Wer eine Livewette auf das Endergebnis platziert, wettet legal; wer eine Livewette auf kleinere Komponenten platziert, wettet möglicherweise bei einem Anbieter ohne Whitelist.

Was bedeutet „Risikofrei“ oder „Gratiswette“ beim Anbieter?

Eine „Gratiswette“ ist in der Regel eine Wette, deren Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückgezahlt wird; der Spieler bekommt nur den Gewinnanteil, nicht den Einsatz. Ob ein Anbieter den Einsatz zurückzahlt, steht in den Wettbedingungen – das Wort „Gratiswette“ allein sagt es nicht. Eine „risikofreie“ Wette ist oft eine Wette, deren Verlust als Gratiswette zurückerstattet wird – was bei einem Gewinn keine Erstattung bedeutet. Wer auf eine Gratiswette setzt, wettet auf einen Gewinn, der den Einsatz nicht enthält.

Wie berechnet sich meine Auszahlung, und was macht die Sportwettensteuer?

Eine Auszahlung ist Einsatz mal Quote. Wer 10 € auf 2,50 setzt, bekommt 25 € bei einem Gewinn; davon 15 € Gewinn und 10 € Einsatz zurück. Die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent auf der Basis „Einsatz minus die Steuer selbst“ – oder rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags – wird vom Veranstalter geschuldet. Manche Anbieter ziehen sie direkt vom Einsatz ab, andere vom Gewinn, wieder andere tragen sie selbst. Wer genau wissen will, wie viel vom Gewinn übrig bleibt, prüft die Wettbedingungen des Anbieters, bevor die Wette platziert wird.

Inhalt erstellt vom Team «footballwetteninfo.com»