Formel-1-Wetten 2026: Was die Quote, die Steuer und die Bedingungen tatsächlich kosten

Updated Oktober 2026
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Stand der Daten: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Formel-1-Wetten sehen auf den ersten Blick nach einer einfachen Sache aus: ein Fahrer steht vorne, also wettet man auf ihn. Wer den Wettschein dann aber unter den Bedingungen eines deutschen Anbieters ausfüllt, merkt, dass zwischen der Quote und dem, was am Ende auf dem Konto landet, einige Posten stehen. Die Wettsteuer von nominal 5,3 %, der Mindestumsatz mancher Aktion, das eingeschränkte Live-Programm, das gesetzliche Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat und der Umstand, dass eine Wette auf den Rennsieger statistisch nur in etwa jedem zehnten Fall gewinnt – das sind die Posten, die über Ertrag oder Verlust entscheiden. Diese Seite geht das Thema konsequent von der Kostenseite an und zeigt, welche Quote sich nach Abzug von Steuer und Marge tatsächlich ergibt, welche Märkte ein lizenzierter Anbieter überhaupt anbieten darf und was eine Wette auf den Weltmeistertitel unter den deutschen Regeln bedeutet.

Dabei geht es nicht darum, einen Sieger vorherzusagen. Niemand kann wissen, was beim nächsten Großen Preis passiert. Was sich zeigen lässt: wie ein Buchmacher seine Quoten rechnet, welche Märkte das Sportwettprogramm in Deutschland überhaupt abdeckt, welche Rolle Qualifying und Boxenstopp-Stratgie bei der Prognose spielen, und wo der Leser an einer Quote am Ende weniger bekommt, als die Zahl auf dem Wettschein vermuten lässt.

Eine leere Rennstrecke im Morgennebel, Asphalt mit rot-weißen Randsteinen, im Hintergrund Tribünen in der Ferne.
Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2026 begann am 8. März 2026 mit dem Großen Preis von Australien; das Saisonende ist für den 6. Dezember 2026 in Abu Dhabi vorgesehen.

Wettarten, Quoten und der rechnerische Kern hinter jeder Formel-1-Wette

Bevor ein Buchmacher einen Markt anbietet, denkt er in Wahrscheinlichkeiten. Aus einer angenommenen Siegchance wird eine Dezimalquote – in Europa üblicherweise mit Komma geschrieben, also 2,50 statt 2.50. Eine Quote von 2,50 bedeutet: setzt der Leser 10 €, bekommt er bei einem Sieg 25 € zurück, davon 15 € Gewinn. Wer versteht, wie diese Zahl zustande kommt, kann Angebote vergleichen, ohne sich vom Marketing blenden zu lassen. Genau das ist das Thema dieses Abschnitts.

Welche Wettmärkte die Formel 1 überhaupt hergibt

Das Sportwettprogramm zur Formel 1 ist breiter, als es auf den ersten Blick wirkt. Die Standardmärkte lauten Rennsieger, Podium (Top 3), Schnellste Rennrunde und – seit 2019 mit einem Zusatzpunkt verknüpft, wenn der Fahrer unter den ersten Zehn landet – die schnellste Runde als eigenständige Wette. Daneben gibt es Duelle zweier Fahrer (Head-to-Head), Wetten auf den Fahrerweltmeister und den Konstrukteurstitel, Sieg im Sprintrennen, Pole Position und Kombinationen aus diesen Elementen. Buchmacher, die ihr Programm breit aufstellen, listen pro Wochenende oft vierzig bis sechzig verschiedene Märkte.

Der Fahrerweltmeister-Markt hat eine eigene Mechanik: er wird nicht auf ein einzelnes Rennen gewettet, sondern über die gesamte Saison 2026. Die Quote auf einen Fahrer ändert sich nach jedem Grand Prix, weil der rechnerische Punktevorsprung sich verändert – das ist der Grund, warum die Quote für den Spitzenreiter mitten in der Saison auf 1,10 oder darunter sinken kann, während der Herausforderer eine hohe Quote behält. Wer früh in der Saison auf den späteren Champion setzt, sichert sich die hohe Anfangsquote; wer spät einsteigt, bekommt für eine kleine Punkteführung nur noch eine Minimalquote.

Spezialmärkte wie „Top 6 in einem Rennen“, „Punkte holen“, „beide Fahrer eines Teams in den Top 10“ oder „Schnellster Boxenstopp“ sind Zusatzangebote, die viele Anbieter in ihr Programm aufnehmen. Sie unterscheiden sich preislich oft deutlich vom Hauptmarkt, weil ihre Trefferquote anders liegt.

Wie eine Quote entsteht – die Mechanik hinter der Zahl

Eine Quote ist die Umkehrung einer geschätzten Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Buchmachers. Schätzt der Buchmacher die Siegchance eines Fahrers auf 25 %, wäre die „faire“ Quote 4,00. In der Praxis wird die Quote etwas niedriger angesetzt, etwa bei 3,80 – der Buchmacher behält einen Anteil als Marge. Bei einem Rennen mit zwanzig Fahrern und damit zwanzig möglichen Siegern liegt die Summe der Kehrwerte aller Quoten über 1; aus der Differenz zu 1 ergibt sich der prozentuale Anteil, den der Buchmacher pro 100 € Einsatz durchschnittlich einbehält.

Das lässt sich an einem vereinfachten Zweier-Markt zeigen. Liegt ein Buchmacher bei einem Duell zweier Fahrer auf beiden Seiten bei 1,90, ergibt die Rechnung 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,9474. Das heißt: 95,1 % der Einsätze fließen zurück, 4,9 % behält der Anbieter als Marge. Bei diesem symmetrischen Beispiel ist die Marge relativ niedrig. In einem Feld mit zehn annähernd gleichstarken Fahrern auf dem Hauptmarkt liegt die Marge leicht darüber. Wer Quoten vergleicht, sollte sich die Kehrwerte anschauen und addieren – die Summe zeigt, wie viel der Buchmacher sich nimmt.

Wie sich die Wettsteuer auf die effektive Quote auswirkt

In Deutschland fällt auf jede Sportwette die Wettsteuer nach §§ 16–25 RennwLottG an. Sie beträgt nominal 5,3 % – aber nicht vom Bruttoeinsatz, sondern von der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“. Rechnerisch entspricht das etwa 5,03 % des Bruttoeinsatzes (5,3 / 105,3). Der Steuerschuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Wie der Anbieter die Belastung an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung.

Es gibt drei Modelle, die in der Praxis vorkommen. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab: aus 10 € Einsatz werden 9,50 € gerechnet, auf die dann die Quote angewendet wird. Andere ziehen sie vom Bruttogewinn ab: aus 10 € × 2,50 = 25 € Auszahlung werden 5,3 % abgezogen. Wieder andere – darunter Winamax – werben ausdrücklich damit, die Steuer selbst zu tragen, und schreiben dem Kunden die Bruttoquote gut. Welche Variante für den Leser günstiger ist, hängt vom Einzelfall ab: bei kleinen Quoten unter 2,00 ist der Abzug vom Gewinn weniger spürbar als bei hohen Quoten über 5,00.

Wer eine Quote 2,50 bei einem Anbieter sieht, der die Steuer vom Einsatz abzieht, bekommt effektiv 2,50 × 0,9497 = 2,37. Bei einem Anbieter, der die Steuer vom Gewinn abzieht, sind es 2,50 − (2,50 − 1) × 0,053 = 2,45. Die Differenz von rund 0,08 pro 10 € Einsatz summiert sich über eine Saison. Wer viele Wetten platziert, sollte das Modell kennen, bevor er sich für einen Anbieter entscheidet.

Kombiwetten, Systemwetten und der versteckte Preis der Mehrfachauswahl

Eine Kombiwette multipliziert die Quoten der einzelnen Tipps. Wer drei Siege zu 2,00, 2,50 und 3,00 kombiniert, erhält eine Gesamtquote von 15,00 – und mit einem 10-€-Einsatz potenziell 150 € zurück. Der Aufwand ist, dass alle drei Tipps gewinnen müssen. Die Marge einer Kombiwette ist die kombinierte Marge aller Einzelmärkte: jeder Markt des Buchmachers trägt seinen Anteil, und in der Kombination verstärkt sich der Effekt.

Systemwetten erlauben es, nicht alle Tipps korrekt haben zu müssen. Wer drei Tipps als System „2 aus 3“ spielt, schließt drei Kombinationen zu je zwei Tipps ab; bei zehn Euro Einsatz sind das 30 €, die verteilt werden. Der Vorteil: ein Tipp darf falsch sein. Der Preis: die effektive Marge ist höher, weil mehr Wetten platziert werden und die Buchmacher-Marge in jedem Teil anliegt. Für Gelegenheitsspieler sind Kombiwetten oft die schlechtere Wahl, weil der Buchmacher über die Quote den Vorteil hat – ein 10:1-Schein ist verlockend, die Trefferwahrscheinlichkeit liegt aber deutlich unter 10 %.

Rennkalender, Sprintrennen und das Saisonformat 2026

Wer auf die Formel 1 wettet, wettet auf einen Kalender, kein einzelnes Ereignis. Der Kalender bestimmt, wann welche Strecke ansteht, wann Sprintrennen stattfinden und wann ein Ausfall die Quote beeinflusst. Diese Sektion fasst die Saisonstruktur 2026 zusammen, weil sie die Grundlage jedes Marktes bildet.

Der Spielplan der Formel 1 2026

Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2026 begann am 8. März 2026 mit dem Großen Preis von Australien und endet am 6. Dezember 2026 mit dem Großen Preis von Abu Dhabi. Über die Saison verteilt stehen 24 Große Preise auf dem Programm, dazu kommen Sprintrennen an sechs Wochenenden – in Shanghai, Miami, Montreal, Silverstone, Zandvoort und Singapur. Der Große Preis von Saudi-Arabien am 19. April 2026 wurde ersatzlos gestrichen.

Eine Besonderheit: 2026 starten elf Teams mit 22 Fahrern, erstmals seit 2016 wieder so viele. Cadillac ist als elfter Neueinsteiger in das Feld gekommen, und Sauber tritt als Audi F1 Team an. Das verändert das Wettfeld, weil mehr Optionen zur Verfügung stehen und damit die Marge auf dem Hauptmarkt tendenziell etwas niedriger ausfällt als in Jahren mit nur zehn Teams.

Punktewertung und ihre Bedeutung für die Wette

Seit 2010 erhalten die ersten zehn Fahrer eines Rennens Punkte nach dem Schlüssel 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. In Sprintrennen gibt es für die ersten acht nach dem Schema 8-7-6-5-4-3-2-1 Punkte. Der Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde, der von 2019 bis 2024 vergeben wurde – unter der Bedingung, dass der Fahrer unter den ersten Zehn ins Ziel kam –, ist 2026 nicht mehr Teil der Wertung. Das hat für den Weltmeistermarkt unmittelbare Konsequenzen: Ein Fahrer, der regelmäßig die schnellste Runde fährt, aber nur Sechster wird, holte in der alten Regelung gelegentlich noch einen Punkt; in der neuen Regelung nicht mehr. Für die Wette heißt das: die Punktesumme am Saisonende ist niedriger zu erwarten, wenn ein Fahrer viele zweite Plätze holt und das Feld dahinter schnell fährt.

Reglementänderungen 2026 und ihre Bedeutung für die Prognose

Das technische Reglement 2026 bringt einen 1,6-Liter-V6-Turbomotor mit deutlich höherem Elektroanteil von rund 350 kW, dafür ohne die bisherige MGU-H. Statt der bisherigen DRS-Lösung kommt eine aktive Aerodynamik mit zwei Modi – einer für Geraden, einer für Kurven. Das Mindestgewicht sinkt von 800 kg auf 768 kg. Der Kraftstoff ist synthetisch. Diese Änderungen sind nicht dekorativ: ein neuer Antriebsstrang, neue Aerodynamik und weniger Gewicht verändern das Verhalten der Autos grundlegend. Wer Wetten auf das Kräfteverhältnis der Teams platziert, sollte die ersten Rennen als Indikator behandeln – die üblichen Annahmen aus den Vorjahren treffen nicht mehr zu.

Das Spielfeld der Anbieter: Einordnung und Vergleich der lizenzierten Wettanbieter

Wer in Deutschland auf Formel 1 wetten will, kann das nur bei einem Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis tun. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt die Anbieter, die eine solche Erlaubnis haben, in ihrer Whitelist. Die folgende Übersicht ordnet zehn Anbieter ein, die nach dem Stand der Whitelist vom 2. Oktober 2026 eine Sportwetten-Erlaubnis für ihre jeweilige Domain besitzen. Die Tabelle zeigt, wer hinter dem Angebot steht und seit wann die Erlaubnis besteht; sie macht keine Aussage zur Qualität des Wettprogramms, das je Anbieter und Saison anders ausfällt.

Einordnung der lizenzierten Anbieter für Formel-1-Wetten

Marke Whitelist-Status und Inhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
ODDSET Whitelist-Eintrag; Inhaber Oddset Sportwetten GmbH, Erlaubnis vom 15.12.2022 2022
Winamax Whitelist-Eintrag; Inhaber WINAMAX (Société anonyme), Erlaubnis vom 08.12.2022 2022
bet-at-home Whitelist-Eintrag; Inhaber Bet-at-home.com Internet Limited, Erlaubnis vom 22.12.2022 2022
bet365 Whitelist-Eintrag; Inhaber Hillside (Europe) ENC, Erlaubnis vom 27.12.2022 2022
Sportingbet Whitelist-Eintrag; Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited, Erlaubnis vom 21.12.2022 2022
Interwetten Whitelist-Eintrag; Inhaber Interwetten Gaming Limited, Erlaubnis vom 27.12.2022 2022
sportwetten Whitelist-Eintrag; Inhaber NetX Betting Limited, Erlaubnis vom 16.12.2022 2022
Tipwin Whitelist-Eintrag; Inhaber Tipwin Limited, Erlaubnis vom 09.01.2024 2024
bwin Whitelist-Eintrag; Inhaber bwin (Deutschland) Limited, Erlaubnis vom 23.12.2022 2022
888sport Whitelist-Eintrag; Inhaber 888 Germany Limited, Erlaubnis vom 15.12.2022 2022

Die Tabelle zeigt nur die Whitelist-Position, nicht das Angebot im Einzelfall. Welche Formel-1-Märkte ein Anbieter konkret listet, wie tief die Quoten sind und ob Cash Out angeboten wird, steht in den AGB und im Wettprogramm des jeweiligen Anbieters und ändert sich von Saison zu Saison. Die Erlaubnis wurde nach § 9 Abs. 8 GlüStV erteilt; eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV), eine Folgeerlaubnis ebenfalls – die Whitelist zeigt aber nur das Ausstellungsdatum, nie ein Enddatum. Wer nachschauen will, ob ein Anbieter aktuell noch erlaubt ist, prüft die Whitelist direkt.

Die Erlaubnis ist eine notwendige, keine hinreichende Bedingung. Ein Anbieter kann eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis haben und trotzdem ein dünnes Formel-1-Programm führen – etwa nur Rennsieger und Weltmeister anbieten, ohne Duelle oder schnellste Rennrunde. Wer viele Märkte will, muss ins jeweilige Programm schauen.

Detailbewertung der zehn Anbieter

ODDSET wird vom deutschen Staat über die Oddset Sportwetten GmbH betrieben; die Erlaubnis stammt vom Regierungspräsidium Darmstadt, das die deutsche Lizenz verwaltet. ODDSET gehört zu den wenigen Anbietern, die nicht über eine Malta-Lizenz laufen, sondern unmittelbar von einer deutschen Behörde zugelassen sind. Für Leser, die einen Anbieter mit direktem deutschen Hintergrund suchen, ist das ein Vorteil; die Kehrseite ist ein tendenziell schmaleres Wettprogramm und nicht immer die höchsten Quoten im Markt. Für einen Einsteiger, der Rennsieger und Weltmeister wetten will, reicht das Angebot; wer Spezialmärkte sucht, wird anderswo fündig.

Winamax tritt mit zwei Werbeversprechen an: „0 % Wettsteuer“ und nach eigener Aussage die „besten Quoten“. Beides ist mit der nötigen Vorsicht zu lesen. Die Aussage zu den Quoten stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen April und August 2025 – Formel 1 war nicht Teil der Untersuchung. Wer das Quotenversprechen auf die Formel 1 überträgt, verlässt die Datenbasis. Die Übernahme der Wettsteuer durch den Anbieter ist eine Kostenentlastung des Kunden und ein klarer Vorteil gegenüber Anbietern, die die Steuer vom Gewinn oder Einsatz abziehen. Wer viele Wetten platziert, hebt diesen Effekt spürbar heraus.

bet-at-home ist ein etablierter Anbieter mit deutscher Erlaubnis seit November 2020. Die Marke ist eher im deutschsprachigen Markt verankert und steht für ein solides Standardprogramm. Für Formel-1-Fans bietet der Anbieter die üblichen Hauptmärkte; wie tief die Spezialmärkte gehen, schwankt von Saison zu Saison. Die Wettsteuer wird, soweit ersichtlich, vom Anbieter getragen oder vom Gewinn abgezogen – der Leser prüft das in den AGB. Insgesamt ein Anbieter für Leser, die einen unauffälligen, gut lizenzierten Standardanbieter suchen.

bet365 ist einer der größten Wettanbieter weltweit und betreibt in Deutschland eine eigene Domain mit eigener Erlaubnis. Die Marke ist bekannt für ein besonders breites Wettprogramm, das auch in der Formel 1 über die Hauptmärkte hinausgeht. Viele Spezialmärkte, frühe Quoten und ein ausgebautes Live-Angebot zeichnen den Anbieter aus. Leser, die Wert auf Programmbreite legen und bereit sind, sich durch ein großes Wettangebot zu klicken, finden hier in der Regel die meisten Märkte. Wie bei allen Marktführern ist die Benutzeroberfläche komplexer als bei kleineren Anbietern.

Sportingbet wirbt mit einem „Konfigurator+“, mit dem sich eigene Märkte zusammenstellen lassen, und mit Live-Wetten. Das Sportartenportfolio umfasst Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker – Formel 1 ist ein Teil davon. Für Leser, die gerne individuelle Märkte bauen, ist der Konfigurator interessant; für Gelegenheitswetter reicht das Standardprogramm. Die Position im Markt ist solide, nicht auffällig.

Interwetten gehört zu den älteren Marken im europäischen Wettmarkt und ist seit 2020 mit deutscher Erlaubnis aktiv. Die Marke tritt eher zurückhaltend auf, das Wettprogramm ist solide und konzentriert sich auf die Standardmärkte. Für die Formel 1 bedeutet das: Rennsieger, Podium, Weltmeister und die üblichen Spezialwetten sind verfügbar, exotische Märkte eher nicht. Leser, die einen seriösen, gut lizenzierten Anbieter ohne viel Marketing wollen, sind hier richtig.

Sportwetten.de ist ein deutscher Anbieter mit Sitz in Malta, der unter der NetX Betting Limited firmiert. Die Marke tritt in Deutschland mit einer eigenen Erlaubnis auf. Das Wettprogramm konzentriert sich auf die populären Sportarten; für die Formel 1 sind die üblichen Hauptmärkte verfügbar. Welche Spezialmärkte angeboten werden, schwankt. Die Marke ist eher auf den deutschen Markt ausgerichtet als auf ein internationales Publikum.

Tipwin ist seit 2020 lizenziert und betreibt Sportwetten in Deutschland. Die Marke ist über eine Partnerschaft mit dem Deutschen Basketball-Bund bekannt; diese Partnerschaft wurde bis Ende 2026 verlängert. Für Formel-1-Wetten heißt das nicht viel – Basketball-Sponsoring heißt nicht automatisch ein starkes F1-Programm. Wer einen Anbieter mit deutscher Verwurzelung sucht, der außerhalb des Mainstreams positioniert ist, kann Tipwin in Betracht ziehen.

bwin gehört zu den etablierten europäischen Marken und ist mit eigener Domain in Deutschland lizenziert. Die Marke bwin steht für ein breites Wettprogramm mit Fußball-Schwerpunkt, bietet aber auch Formel 1 an. Wie bei bet365 ist die Benutzeroberfläche für ein großes Publikum gebaut; das Angebot geht über die Hauptmärkte hinaus. Leser, die einen Marktführer mit vollständigem Standardprogramm suchen, sind hier gut bedient.

888sport ist Teil der 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Marke ist international aufgestellt, in Deutschland mit eigener Erlaubnis seit 2021 aktiv. Das Wettprogramm ist solide, für die Formel 1 sind die üblichen Hauptmärkte verfügbar. Die Marke tritt international auf, das spiegelt sich auch im Angebot.

Insgesamt zeigt sich: Alle zehn Anbieter haben eine deutsche Erlaubnis, sie unterscheiden sich aber im Wettprogramm, in der Quotenphilosophie und in der Behandlung der Wettsteuer. Wer Wert auf die größte Programmbreite legt, ist bei bet365 oder bwin richtig; wer die Wettsteuer nicht selbst tragen will, findet bei Winamax einen Anbieter, der sie übernimmt; wer einen direkten deutschen Hintergrund sucht, ist bei ODDSET richtig. Wer einen unauffälligen Anbieter mit solidem Standardangebot sucht, hat mehrere Wahlmöglichkeiten.

Die Grundlage: Wie die Formel-1-Weltmeisterschaft funktioniert

Wer auf die Formel 1 wettet, sollte verstehen, wie die Wertung zustande kommt und wer die Veranstaltung trägt. Diese Sektion fasst das zusammen, was die Wettmärkte erst lesbar macht: wer die Punkte vergibt, wer die Rennen ausrichtet und welche Strukturen den Kalender bestimmen.

Ein Stapel Rennreifen ohne Beschriftung in einer Werkstatt, Lichtstreifen fallen durch ein hohes Fenster.
In der Formel 1 erhalten seit 2010 die ersten zehn eines Rennens Punkte; in Sprintrennen punkten die ersten acht nach dem Schema 8-7-6-5-4-3-2-1.

Veranstalter und Regelsetzung

Die Formel-1-Weltmeisterschaft wird vom Automobil-Weltverband FIA autorisiert. Die einzelnen Großen Preise richten lokale Veranstalter aus, die dazu einen Vertrag mit der Formula One Management Ltd. (FOM) abschließen. Seit 1950 wird die Weltmeisterschaft ausgetragen; bis 1980 trug sie den Namen „Automobil-Weltmeisterschaft“, seit 1981 heißt sie offiziell „FIA Formula One World Championship“. Für Wetter heißt das: die Regeln sind international einheitlich, aber einzelne Rennen können lokale Besonderheiten haben – die Streckencharakteristik unterscheidet sich erheblich zwischen Monaco, Monza und Silverstone.

Wie die Regeln die Wette prägen

Zwei Regeln haben unmittelbare Konsequenzen für die Wette. Erstens: Die ersten zehn Fahrer eines Rennens erhalten Punkte nach dem Schlüssel 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Wer auf einen Fahrer außerhalb der Top 10 setzt, holt keine Konstrukteurs- oder Fahrerweltmeister-Punkte – das ist die Grundlage der „Top 10“-Märkte und der „Punkte holen“-Märkte. Zweitens: Ein Rennen wird abgebrochen, wenn es nach zwei Stunden nicht beendet ist; nach einer roten Flagge verlängert sich das Limit auf drei Stunden. Wird ein Rennen abgebrochen, ohne dass die volle Distanz gefahren wurde, entscheidet die FIA, ob das Ergebnis gewertet wird oder nicht. Wer auf einen Rennsieger gewettet hat, dessen Wette bei Rennabbruch ohne Wertung storniert wird – die meisten Buchmacher erstatten den Einsatz. Die genauen Bedingungen stehen in den AGB des Anbieters.

Rekorde und Statistik

Rekordweltmeister bei den Fahrern sind Michael Schumacher und Lewis Hamilton mit je sieben Titeln; bei den Konstrukteuren führt Ferrari mit 16 Titeln. Die Saison 2025 endete mit Lando Norris als Fahrerweltmeister und McLaren-Mercedes als Konstrukteursweltmeister; sie umfasste 24 Große Preise und sechs Sprintrennen vom 16. März bis 7. Dezember 2025. Für die Saison 2026 heißt das: McLaren geht als Titelverteidiger in das Jahr, mit den entsprechend kurzen Quoten auf den Fahrerweltmeister. Wer auf einen Herausforderer aus dem Mittelfeld setzt, akzeptiert eine lange Quote und eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit.

Rechtslage: Was in 2026 erlaubt ist und was nicht

Wer in Deutschland auf Formel 1 wetten will, kann das nur bei einem Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis tun. Diese Sektion fasst zusammen, was das im Einzelfall heißt – von der Lizenz über die Werbung bis zur Frage, was mit Offshore-Anbietern passiert, die in 2026 aktiv sind.

Ein leerer Papierwettschein und ein Kugelschreiber liegen auf einem aufgeräumten Schreibtisch, weiches Licht von einem Fenster.
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag

Seit dem 1. Juli 2021 gilt in Deutschland der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021). Er überträgt die Erlaubnis für Sportwetten im Internet der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Die Erlaubnis wird nach § 9 Abs. 8 GlüStV erteilt; die GGL führt eine öffentliche Whitelist, die alle aktuell erlaubten Anbieter mit Domain und Inhaber nennt. Der Stand der Liste ist 2. Oktober 2026; sie umfasst zu diesem Zeitpunkt 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis und drei reine Pferdewetten-Anbieter.

Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV), eine Folgeerlaubnis ebenfalls. Die Whitelist zeigt aber nur das Ausstellungsdatum, nie ein Enddatum – wer wissen will, ob ein Anbieter aktuell noch erlaubt ist, prüft die Liste direkt. Eine deutsche Domain allein beweist keine Erlaubnis: Auch nicht-lizenzierte Anbieter können eine .de-Domain betreiben.

Was darf ein lizenzierter Anbieter anbieten? Das Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 1 GlüStV umfasst festeswertige Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse während des Sportereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette. Welche Wetttypen erlaubt sind, bestimmt die GGL über das zugelassene Sportwettprogramm. Ausgeschlossen sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – in der Praxis der GGL zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurniveau. Manipulationanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind ebenfalls ausgeschlossen. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Für die Formel 1 heißt das: Wetten auf den Rennausgang, das Podium, den Weltmeister und ähnliche Sportereignisse sind zulässig; Wetten auf „den nächsten Crash“ oder „die nächste Safety-Car-Phase“ sind regelmäßig nicht erlaubt.

Livewetten und ihre Einschränkung

Livewetten sind in Deutschland während eines laufenden Sportereignisses auf das Endergebnis oder auf „das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind“ beschränkt (§ 21 Abs. 4 GlüStV). Das heißt konkret: Beim Fußball ist die Wette auf das nächste Tor erlaubt; beim Tennis die Wette auf den nächsten Satz; aber nicht die Wette auf den nächsten Punkt beim Tennis oder den nächsten Korb beim Basketball – diese Ereignisse sind in den genannten Sportarten zu häufig, als dass sie unter die Ausnahme fielen.

Für die Formel 1 ist die Sache komplex. Der „nächste Überholvorgang“ oder das „nächste Safety Car“ sind keine raren Ereignisse in diesem Sinne; ein „nächstes Rennen“ während eines laufenden Rennens gibt es nicht. Livewetten auf den Ausgang eines laufenden Formel-1-Rennens sind in der Regel auf das Endergebnis beschränkt. Anbieter, die mehr anbieten, bewegen sich am Rand der Erlaubnis – oder darüber hinaus. Leser, die Livewetten auf die Formel 1 suchen, sollten das Sportwettprogramm ihres Anbieters prüfen und im Zweifel bei der GGL nachfragen.

Werbung und Offshore-Anbieter

Werbung für Glücksspiel darf in Deutschland nur von Erlaubnisinhabern betrieben werden (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6 GlüStV). Der Werbezeit-Bann zwischen 06:00 und 21:00 Uhr gilt für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casino – nicht für Sportwetten. Die Werbung für Formel-1-Wetten kann also auch tagsüber laufen.

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis dürfen in Deutschland nicht für Sportwetten werben und keine Sportwetten an deutsche Kunden anbieten. Das Angebot ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt. Strafrechtlich macht sich der Veranstalter nach § 284 StGB strafbar (bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe), die Teilnahme an einer nicht erlaubten Sportwette nach § 285 StGB (bis zu sechs Monaten). Verfolgungen gegen einzelne Spieler sind in der Praxis nicht etabliert; das ist weder ein Freifahrtschein noch eine Warnung, die dramatisieren sollte.

Was es bedeutet, bei einem Offshore-Anbieter zu spielen, ist klar: keine deutsche Erlaubnis, kein Anschluss an OASIS oder LUGAS, keine deutsche Rechtsdurchsetzung, höhere Einzahlungslimits möglich – aber auch kein Schutz vor den Mechanismen des deutschen Spielerschutzes. Wer den deutschen Rechtsrahmen will, spielt bei einem Anbieter aus der Whitelist.

Die Wettsteuer und ihre Weitergabe

Die Wettsteuer nach §§ 16–25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – das sind rund 5,03 % des Bruttoeinsatzes. Der Steuerschuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler (§ 19). Wie der Anbieter die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung: Manche ziehen sie vom Einsatz ab, andere vom Gewinn, wieder andere tragen sie selbst. Die Steuer gilt auch für nicht-lizenzierte Anbieter – eine bezahlte Wettsteuer ist kein Beleg für eine Lizenz.

Der Fall Tipico und die Frage der Rückforderung

Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) es grundsätzlich für möglich gehalten, nicht-lizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen; die Schlussanträge des Generalanwalts sind für den EuGH nicht bindend, geben aber die Richtung vor. Für Leser, die bei nicht-lizenzierten Anbietern gespielt haben, bedeutet das: Eine Rückforderung ist möglich, aber nicht garantiert. Wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, hat dieses Risiko nicht.

Spielerschutz: Einzahlungslimit, OASIS und der Panikbutton

Das deutsche Recht verbindet die Erlaubnis mit einem umfassenden Spielerschutz. Wer auf Formel 1 wetten will, muss sich auf diese Mechanismen einstellen – sie wirken unabhängig davon, ob der Leser einen „Schutz“ braucht oder nicht. Die folgenden Absätze fassen zusammen, was auf ihn zukommt, wenn er ein Konto eröffnet.

Anmeldung, Altersgrenze und Identitätsprüfung

Die Teilnahme an Sportwetten ist in Deutschland ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Jeder Anbieter verlangt eine vollständige Identitätsprüfung; ein Konto darf erst nach dieser Prüfung Auszahlungen leisten (§ 6a Abs. 1 GlüStV). Bis zur vollständigen Prüfung darf der Anbieter das Spielen für bis zu 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € erlauben, aber keine Auszahlungen vornehmen. Wer innerhalb dieser 72 Stunden nicht verifiziert ist, wird gesperrt.

Pro Anbieter ist nur ein Konto erlaubt. Parallelspiel – also das gleichzeitige Spielen bei mehreren Anbietern – ist nach § 6h GlüStV verboten; die GGL betreibt eine Aktivitätsdatei, die das überwacht.

Das monatliche Einzahlungslimit

Das gesetzliche Einzahlungslimit beträgt 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter (§ 6c Abs. 1 GlüStV). Es wird über die Limitdatei der GGL (LUGAS) durchgesetzt: Jeder Anbieter meldet jede Einzahlung; die Limitdatei prüft, ob das Gesamtlimit überschritten wird. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit festlegen – bis zu 10.000 € oder in Ausnahmefällen bis zu 30.000 € für maximal ein Prozent seiner aktiven Spieler –, aber nur gegen Vorlage wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht; ein Einkommensnachweis oder vergleichbare Dokumente sind erforderlich. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Für Leser mit höherem Budget bedeutet das: Sie müssen dem Anbieter ihre Leistungsfähigkeit nachweisen, bevor sie mehr als 1.000 € im Monat einzahlen können. Wer das nicht will oder kann, bleibt beim Standardlimit.

OASIS und der Panikbutton

OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem (§§ 8, 8a GlüStV). Es wird bei der Registrierung und beim Login geprüft. Wer in OASIS gespeichert ist, darf nicht spielen. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler einen Zeitraum nennt; ohne Zeitangabe mindestens ein Jahr. Fremdsperren durch Dritte – etwa Angehörige – sind ebenfalls möglich. Wer gesperrt ist, kann die Sperre nicht durch einen Anbieterwechsel umgehen; OASIS wird zentral geführt und gilt für alle lizenzierten Anbieter.

Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3 GlüStV) löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Sie gilt für den Anbieter, bei dem der Button gedrückt wurde, nicht zentral. Wer sich für 24 Stunden sperrt, kann danach weiterspielen – wer sich für eine Selbstsperre nach OASIS entscheidet, ist länger draußen.

Zahlungen und Auszahlungen

Einzahlungen und Auszahlungen dürfen in Deutschland nur von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut kommen (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel sind verboten – das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten Markt aus. Welche konkreten Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen AGB. Spielerguthaben sitzen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7 GlüStV).

Livewetten und Cash Out in der Formel 1

Livewetten auf die Formel 1 sind möglich, aber unter den deutschen Regeln eingeschränkt. Diese Sektion erklärt, welche Live-Märkte ein lizenzierter Anbieter anbieten darf, wie die Quote sich während des Rennens verändert und welche Rolle Cash Out spielt.

Welche Live-Märkte es überhaupt geben darf

Das deutsche Recht erlaubt Livewetten während eines Sportereignisses nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor oder den nächsten Satz. Für die Formel 1 ist die Frage, was „selten“ heißt. Ein Überholvorgang ist im Formel-1-Rennen nicht selten – in einem typischen Rennen gibt es mehrere Dutzend. Eine Safety-Car-Phase kommt in manchen Rennen vor, in anderen nicht. „Nächste Safety-Car-Phase“ ist kein klar seltener Markt. Die meisten lizenzierten Anbieter beschränken sich deshalb auf das Live-Rennen-Ergebnis: Wer führt nach 30 Runden, wer gewinnt das Rennen.

Das ist eine kleinere Auswahl, als sie internationale Buchmacher bieten. Wer aus dem europäischen Ausland auf Formel-1-Live-Märkte zugreift, sieht oft ein breiteres Programm – in Deutschland ist dieses Programm rechtlich eingeschränkt. Ein Anbieter, der trotzdem mehr anbietet, bewegt sich am Rand der Erlaubnis.

Wie Live-Quoten sich während des Rennens bewegen

Die Quote auf den Rennsieger verändert sich mit dem Rennverlauf. Nach dem Start ist der Polesetter Favorit; nach den ersten Runden sinkt seine Quote, wenn er führt, oder steigt, wenn er überholt wurde. Ein Safety Car zu Beginn des Rennens bringt die Quote für die Verfolger näher an die des Spitzenreiters, weil das Feld neu sortiert wird. Ein Ausfall des Spitzenreiters verändert die Quote für den Zweitplatzierten schlagartig: aus 4,00 wird plötzlich 1,50.

Wer Live auf die Formel 1 wettet, sollte die Mechanik der Quote verstehen. Sie reagiert nicht auf Stimmungen oder Spekulationen, sondern auf die Rennsituation und die implizit angenommene Siegwahrscheinlichkeit. Ein Boxenstopp unter Safety Car reduziert den Zeitverlust für den haltenden Fahrer; die Quote reagiert darauf, weil der relative Rückstand kleiner wird. Wer diese Mechanik versteht, kann in stabilen Rennphasen bessere Entscheidungen treffen als in turbulenten – die Quote in der turbulenten Phase enthält einen hohen Risikoaufschlag.

Cash Out – was der Anbieter anbietet, ist seine Sache

Cash Out ist eine Funktion, die der Anbieter freiwillig anbietet; eine gesetzliche oder GGL-Vorgabe dazu wurde nicht gefunden. Mit Cash Out kann der Spieler eine Wette vor dem Ende des Ereignisses „verkaufen“ und einen Teil des Gewinns mitnehmen oder einen Teil des Verlusts abwenden. Der Anbieter bestimmt, welche Wetten cash-out-fähig sind und zu welchem Preis. In der Regel ist der Cash-Out-Preis schlechter als der faire Wert, weil der Anbieter seinen Anteil mitnehmen will. Wer Cash Out nutzt, sollte verstehen, dass er eine Wette vorzeitig beendet und damit die Chance auf den vollen Gewinn verliert. Ob Cash Out eine sinnvolle Option ist, hängt vom Einzelfall ab – eine allgemeine Empfehlung gibt es nicht.

Prognosen und Tipps: Was die Formel-1-Wette unsicher macht

Wer auf die Formel 1 wettet, sucht oft nach Tipps. Diese Sektion erklärt, warum ein Tipp strukturell unsicher bleibt – auch wenn er auf den besten Statistiken beruht.

Was eine Prognose stützt

Eine Formel-1-Prognose stützt sich auf vier Bausteine: das Qualifying, die Streckencharakteristik, die Zuverlässigkeit und die Rennstrategie. Das Qualifying bestimmt die Startposition; auf Stadtkursen wie Monaco ist die Pole Position fast schon der Sieg, auf powerlastigen Strecken wie Monza überholt das Feld häufiger. Die Streckencharakteristik unterscheidet sich erheblich: enge Straßenkurse, schnelle Strecken mit langen Geraden, Stop-and-Go-Kurse in Barcelona. Ein Wett-Tipp, der das Qualifying-Ergebnis ignoriert, übersieht die wichtigste Information.

Die Zuverlässigkeit ist in der modernen Formel 1 hoch, aber nicht perfekt. Ein Motor- oder Getriebeschaden in der Anfangsphase wirft einen Fahrer aus dem Rennen und macht jede Wette auf ihn wertlos. Die Rennstrategie – ein oder zwei Stopps, wann der Stopp kommt, ob unter Safety Car oder nicht – entscheidet über den Ausgang.

Was eine Prognose unsicher macht

Trotz aller Bausteine bleibt eine Formel-1-Prognose unsicher. Ein Crash in der ersten Runde wirft fünf Favoriten aus dem Rennen; eine Wetterveränderung verändert das Rennergebnis; ein Safety Car in der falschen Phase macht jede Strategie zunichte. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Polesetter das Rennen gewinnt, liegt historisch bei rund 40 % – das heißt: in sechs von zehn Fällen gewinnt nicht der Polesetter. Für eine Wette auf den Rennsieger heißt das: die Trefferquote ist niedriger, als die Quote vermuten lässt.

Ein „sicherer“ Tipp auf den Weltmeister ist nur sicher, wenn der Fahrer den Titel rechnerisch bereits innehat – dann ist die Quote aber bereits auf 1,01 gefallen und der Wetteinsatz bringt nichts mehr. Wer früh auf den späteren Champion setzt, geht das Risiko einer langen Quote mit niedriger Trefferwahrscheinlichkeit ein. Das ist der strukturelle Kern: jede Wette auf einen Weltmeister ist eine Wette gegen die Wahrscheinlichkeit.

Warum niemand das Rennergebnis kennt

Es gibt Systeme, die behaupten, sie könnten das Ergebnis vorhersagen – basierend auf Statistik, Wetter, Formkurve. Sie sind nicht zuverlässig. Die Formel 1 hat zu viele zufällige Elemente: ein Defekt, ein Crash, eine Safety-Car-Phase, ein Wetterumschwung. Ein „sicherer“ Tipp existiert nicht, und ein Leser, der nach einem System sucht, das ihm Siege verspricht, zahlt dafür in der Regel mit verlorenen Einsätzen. Die ehrliche Empfehlung: Wer auf die Formel 1 wettet, wettet auf einen Unsicherheitsmarkt und sollte nur so viel einsetzen, wie er entbehren kann.

Häufige Fragen zu Formel-1-Wetten in Deutschland

Wie wettet man bei einem lizenzierten Anbieter in Deutschland auf Formel-1-Rennen?

Ein lizenzierter Anbieter steht auf der Whitelist der GGL und verlangt eine vollständige Identitätsprüfung vor der Auszahlung. Nach der Anmeldung und der 72-Stunden-Übergangsphase kann der Spieler Einzahlungen leisten – bis zum gesetzlichen Monatslimit von 1.000 €, sofern kein höheres Limit gegen Nachweis gewährt wurde. Die Wette wird auf das Rennergebnis, das Podium, den Weltmeister oder Spezialmärkte platziert; der Einsatz wird mit Quote multipliziert und im Gewinnfall ausgezahlt.

Welche Wetten gibt es auf den Fahrerweltmeister, und wie entsteht die Quote?

Auf den Fahrerweltmeister kann über die gesamte Saison gewettet werden; die Quote verändert sich nach jedem Rennen mit dem rechnerischen Punktevorsprung. Wer vor dem ersten Rennen wettet, sichert sich die hohe Anfangsquote, aber auch das Risiko, dass der Favorit nicht Champion wird. Die Quote entsteht aus der geschätzten Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Buchmachers – das ist der Anteil, den der Anbieter pro 100 € Einsatz durchschnittlich einbehält.

Welche Livewetten sind während eines Formel-1-Rennens erlaubt?

Das deutsche Recht erlaubt Livewetten während eines laufenden Rennens nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor oder den nächsten Satz in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Für die Formel 1 bedeutet das, dass die meisten lizenzierten Anbieter nur das Live-Rennen-Ergebnis anbieten. Märkte wie „nächste Safety-Car-Phase“ oder „nächster Überholvorgang“ sind in der Regel nicht im Programm, weil die Ereignisse in der Formel 1 zu häufig sind.

Wie wird eine Wette gewertet, wenn ein Rennen abgebrochen wird oder ein Großer Preis ausfällt?

Ein Formel-1-Rennen wird abgebrochen, wenn es nach zwei Stunden nicht beendet ist; nach einer roten Flagge verlängert sich das Limit auf drei Stunden. Wertet die FIA das Ergebnis, wird die Wette entsprechend gewertet; wird das Rennen nicht gewertet, stornieren die meisten Anbieter die Wette und erstatten den Einsatz. Fällt ein Großer Preis ersatzlos aus – wie der Große Preis von Saudi-Arabien am 19. April 2026 –, werden alle Wetten auf dieses Rennen storniert. Die genauen Bedingungen stehen in den AGB des Anbieters.

Welche Rolle spielen Qualifying und Statistik bei einer F1-Prognose, und warum bleibt jeder Tipp unsicher?

Qualifying und Statistik liefern die Grundlage einer Prognose: Wer die Pole Position hat, gewinnt auf manchen Strecken regelmäßig; die Streckencharakteristik beeinflusst, ob Überholmanöver möglich sind; die Zuverlässigkeit entscheidet, ob der Favorit ins Ziel kommt. Trotzdem bleibt jeder Tipp unsicher: ein Crash in der ersten Runde, ein Defekt, eine Safety-Car-Phase oder ein Wetterumschwung können das Rennergebnis kippen. Historisch gewinnt der Polesetter nur in rund vier von zehn Fällen – das ist die strukturelle Unsicherheit, die keine Statistik auflöst.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Auszahlung aus?

Die Wettsteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des Bruttoeinsatzes entspricht. Der Steuerschuldner ist der Anbieter; wie er die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung. Manche Anbieter ziehen sie vom Einsatz ab, andere vom Gewinn, wieder andere tragen sie selbst. Die effektive Quote sinkt entsprechend: aus 2,50 werden je nach Modell 2,45 oder 2,37 – eine Differenz, die sich über eine Saison summiert.

Inhalt erstellt vom Team «footballwetteninfo.com»